Filmkritik: Cars 3 – Evolution

Der Piston Cup-Champion Lightning McQueen bekommt starke Konkurrenz: Eine neue Generation von Rennautos droht ihm, den Rang abzufahren. Wird es ihm in “Cars 3 – Evolution” gelingen, seinen Status zu halten? Oder hört er zum Höhepunkt seiner Karriere auf?

4 von 5 Popcorntüten

Die Handlung von “Cars 3 – Evolution”

Völlig unvorbereitet wird der legendäre Piston Cup-Champion Lightning McQueen (Manou Lubowski) von einer neuen Generation rasend schneller Rennwagen aus dem Rennfahrergeschäft verdrängt, das er so liebt. Um wieder mithalten zu können, ist er auf die Hilfe der ehrgeizigen und jungen Renntechnikerin Cruz Ramirez angewiesen. Um das in die Jahre gekommene rote Rennauto zurück an die Spitze zu bringen, hat sie auch schon einen Plan ausgeheckt, der alsbald die Grenzen des nagelneuen Rust-eze-Traininslager verlässt.

Mit dem verstorbenen Doc Hudson als Vorbild und einigen unerwarteten Fahrmanövern will Cruz Ramirez ihr Vorhaben umsetzen. Doch der neue Besitzer von Rust-eze Sterling ist alles andere als begeistert von McQueens Trainingsfortschritt. So gibt er ihm eine letzte Chance: Wenn er das Auftaktrennen der Saison beim International Super Speedway in Florida gewinnt, darf er selbst entscheiden, wann er sich aus dem Rennsport zurückzieht. Ansonsten verpflichtet sich McQueen dazu, seine Beliebtheit zum Vertrieb von Fanartikeln zu nutzen… Hat sich das Training ausgezahlt? Kann die Startnummer #95 erneut den Sieg für sich entscheiden?

Mein Fazit

Cars wie wir sie im ersten Teil der Trilogie kennen und lieben gelernt haben. Nachdem der zweite Teil eher mäßig bei dem Publikum angekommen ist (6,2/10 Sternen bei IMDb.com), könnte Cars 3 – Evolution die Herzen der Disney-Liebhaber wieder höher schlagen lassen. Ich persönlich war 2006 von Cars sehr angetan und habe den Animationsfilm schon viele Male gesehen, während der zweite Teil nur mal nebenher im TV vor sich hin lief. Cars 3 – Evolution hat mich indessen wieder begeistert und berührt.

Nehmen und Geben

In Cars 3 – Evolution dreht sich zunächst alles wieder um den Star der Reihe: Lightning McQueen. Der inzwischen etwas in die Tage gekommene Rennwagen möchte seine Karriere partout nicht an den Nagel hängen und kann nicht akzeptieren, dass er mit der neuen Generation der Rennwagen nicht mehr mithalten kann. In seinem Ehrgeiz nimmt McQueen sehr egoistische Züge an und verletzt dabei die Autos um sich herum zutiefst. Doch auf den Spuren seines verstorbenen Idols Doc Hudson erkennt er, was wirklich wichtig ist. Seine Geschichte zeigt eindrucksvoll, dass Geben genauso wichtig, wenn nicht sogar wichtiger ist, als Nehmen. Denn wer gibt, kann noch viel mehr zurückbekommen. Diese Botschaft wird mit Hilfe der animierten Autos auf sentimentale – vielleicht stellenweise etwas zu sentimentale – Weise vermittelt und geht richtig ans Herz.

Zerplatze Träume & neue Hoffnung

Cars 3 – Evolution spiegelt mit seinen animierten Autos somit das Schicksal vieler ehemaliger Champions wieder, die sich Jahre lang im Profisport durchkämpften und früher oder später von einer neuen Generation eingeholt wurden. So muss sich auch Lightning McQueen, der seit mehr als zehn Jahren Rennen fährt, entscheiden, ob er seine Karriere auf seinem Höhepunkt beendet oder bis zum bitteren Ende weiter kämpfen möchte. Zu diesem Zweck sucht er sich Rat bei einem Mentor: Doc Hudsons ehemaliger Trainer Smokey. Diese Nähe zu der Sportlerrealität macht “Cars 3 – Evolution” für den Zuschauer so greifbar und ist einer der Gründe, weshalb er das Publikum bewegen kann.

Gas, Gas, Gas!

Doch auch die actionreichen Rennszenen kommen in “Cars 3 – Evolution” natürlich nicht zu kurz. Neben dem altbekannten Rennsystem des Piston Cups, stürzen sich McQueen und seine Renntechnikerin Cruz Ramirez auch in ein abenteuerliches Demolition Derby. Aber auch die Simulationen auf dem Renntrainer, das gesamte Trainingscenter und die Einheiten am Strand machen Laune. Dabei glänzt Pixar wie immer mit Liebe zum Detail. Besonders gut gelungen ist auch der optische Unterschied zwischen Lightning McQueen und den neuen Rennautos. Sie sind schnittiger und sehen aerodynamischer aus. “…(D)agegen sieht McQueen im wahrsten Sinne des Wortes alt aus”, so Regisseur Brian Fee.

Ein Film für Jung und Alt

In die Situation, in der McQueen im dritten Teil der “Cars”-Reihe steckt, können sich vor allem die erwachsenen Zuschauer gut hineinversetzen. Früher oder später kommt jeder in eine Situation, in der man zum “alten Eisen” gehört. Vor allem im Berufsleben kommen immer mehr junge, schnellere Arbeitskräfte hinterher, die versuchen werden einem den Rang abzulaufen. Das bedeutet nicht gleich, dass man etwa wegrationalisiert wird, sondern, dass man sich vielleicht eine neue Stellung suchen muss. Denn wie Scott Morse von Pixar meint: “Im Idealfall schaffen wir gemeinsam mehr, als jede unserer beiden Generation allein erreichen könnte.” Diese Botschaft vermittelt “Cars 3 – Evolution” auf eine sehr emotionale und charmante Art und Weise. Doch auch die Kinder werden ihren alten Helden Lightning McQueen und die neue Dame in Gelb, Cruz Ramirez, mit ihrer spritzigen, frechen und hoffnungsvollen Art mit Sicherheit lieben. An der ein oder anderen Stelle drückt “Cars 3 – Evolution” vielleicht etwas zu sehr auf die Tränendrüse, jedoch bleibt eine sehr gelungene Mischung aus Action, Humor und Emotionen.


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