Filmkritik: Shock and Awe - Krieg der Lügen

Filmkritik:
Shock and Awe – Krieg der Lügen

“Show and Awe” verdeutlicht anhand der Geschichte zweier Journalisten wie wichtig investigativer und unabhängiger Journalismus bis heute ist. Der Politthriller erzählt wie die Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika um Georg W. Bush den Terroranschlag vom 11. September 2001 dazu nutze, um mit dem Irak in den Krieg zu ziehen. Doch die Begründung für den Krieg, dass sich im Irak Massenvernichtungsmittel befinden, erwies sich als falsch. Nicht zuletzt aufgrund der Arbeit von Jonathan Landay und Warren Strobel vom Knight-Ridder.

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Die Handlung von “Shock and Awe”

Nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 trägt die Regierung um Präsident George W. Bush Beweise zusammen, der Irak besäße Massenvernichtungswaffen, deren Einsatz um jeden Preis verhindert werden müsse. Bush rechtfertigt damit den Einmarsch 2003 in den Irak, um Saddam Hussein als Machthaber abzusetzten. Während der Großteil der Washingtoner Presse die Worte des Präsidenten für bare Münze nimmt, graben Jonathan Landay (Woody Harrelson) und Warren Strobel (James Marsden) tiefer. Sie jagen jeder Spur nach und nutzen anonyme Regierungsquellen, um aufzudecken, dass die Gründe des Präsidenten, in den Krieg zu ziehen, auf Lügen und falschen Informationen beruhen. Doch schon bald erfahren die beiden Reporter, dass das Enthüllen der Wahrheit nicht heißt, dass die Menschen sie auch hören wollen und die Stimmen des Krieges jeden Widerspruch übertönen.

Shock and Awe

Mein Fazit

“Shock and Awe” erzählt die Geschichte zweier Journalisten auf der Suche nach der Wahrheit. Der Politthriller von Rob Reiner (“The Wolf of Wall Street”, 2013) basiert auf wahren Begebenheiten und verdeutlicht wie es der Politik immer wieder gelingt, das Volk durch die Medien dahingehend zu beeinflussen, sodass dieses ihnen geradezu blind vertraut. Den Journalisten Jonathan Landay und Warren Strobel gelang es schließlich durch investigativen Journalismus hinter die Lügen der Regierung der Vereinigten Staaten um den damaligen Präsidenten George W. Bush zu kommen. Dieser Machtmissbrauch führte schließlich zu dem bisher längsten und teuersten Krieg der USA.

Orginalbild- und tonmaterial

Der Einstieg in den Politthriller erfolgt mittels der Anhörung eines Kriegsveteranen im Jahr 2006, welcher deutlich vom Krieg gezeichnet ist. Anschließend folgt eine Rückblende ins Jahr 2001 zu Zeiten des Terrorangriffs auf die Twin Towers des World Trade Centers. Der Film erzählt in wenigen Bildern wie sich Amerika und seine Gesellschaft durch den Anschlag verändert hat und steigt anschließend in seine eigentliche Thematik ein. Die zwei Journalisten machen sich ans Werk. Gespickt werden die Filmaufnahmen durch originale Aufnahmen wie Reden von Georg W. Bush zwischen den Jahren 2001 und 2003.

Shock and Awe
© EuroVideo

Starbesetzung

Reiner inszeniert die Erzählungen rund um die journalistische Arbeit um die Aufklärung der Invasion des Iraks mit einer Hollywood-Starbesetzung der A-Liege. Darunter Woody Harrelson (“Solo: A Star Wars Story“, 2018), James Marsden (“Westworld”, 2016 – 2018), Tommy Lee Jones (“No Country for Old Men”, 2007) und Jessica Biel (“Total Recall”, 2012). Die schauspielerische Leistung ist durchweg gut, aber nicht sonderlich herausstechend. Den Charakteren wird nicht viel Tiefe verliehen. Stattdessen liegt der Fokus auf der Geschichte an sich, was gut ist.

Shock and Awe
© EuroVideo

“What the hell went wrong?”

“Shock and Awe” behandelt ein interessantes Thema, dass einen wieder einmal vor Augen führt, wie wichtig investigativer und unabhängiger Journalismus ist. So richtig abholen tut der Politthriller mit Starbesetzung sein (zumindest deutsche) Publikum jedoch nicht. Die kleinen Nebengeschichten, die dem Film vermutlich etwas mehr Emotionalität und Nähe zu den Charakteren vermitteln sollen, greifen nicht und wirken bei dem schon fast dokumentarischen Stil fehl am Platz. Auch eine gewisse Spannungskurve ist nur spärlich zu erkennen. Was bleibt ist dennoch ein informativer und Spiegel vorhaltender Film, den man sich vor allem, wenn man nicht besonders gut mit Bushs Politik nach dem 11. September 2001 vertraut ist, sich gut und gerne anschauen kann.

“Shock and Awe” ab 18. Oktober 2018 auf DVD und Blu-ray.

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