Filmkritik: Nur ein kleiner Gefallen

Filmkritik:
Nur ein kleiner Gefallen

“Nur ein kleiner Gefallen” erzählt die Geschichte zweier Mütter, die unterschiedlicher nicht sein könnten, und was passieren kann, wenn sich diese anfreunden. Was ist aus der hübschen Emily geworden? Ist sie wirklich tot? Regisseur Paul Feig inszeniert eine bunte Mischung aus Crime und Comedy mit Anna Kendrick und Blake Lively in den Hauptrollen. 

3.5 von 5 Popcorntüten

Die Handlung von “Nur ein kleiner Gefallen”

Ist es wirklich Freundschaft, was die unscheinbare und mäßig erfolgreiche Mom-Bloggerin Stephanie (Anna Kendrick) und die extravagante Mode-PR-Chefin Emily (Blake Lively) miteinander verbindet oder kommt Emily der alleinerziehenden Stephanie nur gelegen, wenn sich ihr übervoller Terminkalender mal wieder überschlägt? Als Emily sie eines Tages bittet, ihren Sohn Nicky von der Schule abzuholen und Stephanie ihr diesen kleinen Gefallen sehr gerne tut. Doch nicht nur an diesem Abend wartet Stephanie vergeblich darauf, dass Emily ihren Sohn abholt – Emily bleibt auch die folgenden Tage und Wochen verschwunden… Stephanie kümmert sich ab sofort gemeinsam mit Emilys Mann Sean (Henry Golding) um Nicky. Doch: Was ist mit Emily passiert? Nichts scheint so zu sein, wie es ist…

Nur ein kleiner Gefallen

Mein Fazit

Gerissen, überraschend und unterhaltend. “Nur ein kleiner Gefallen” ist zwar kein Meisterwerk der Filmkunst, ist aber dennoch einen Kinobesuch wert. Der Film von Paul Feig (“Spy – Susan Cooper Undercover“, 2015), der auf der gleichnamigen Romanvorlage {Anzeige} von Darcey Bell basiert, handelt von einer ungewöhnlichen Freundschaft zweier Freunden, die auf den ersten Blick nicht unterschiedlicher sein könnten. Auf den zweiten Blick wird jedoch deutlich, dass nicht nur die erfolgreiche und unwiderstehliche Geschäftsfrau Emily Nelson es faustdick hinter den Ohren hat. Und das macht den Film gerade besonders spannend.

Geschäftsfrau tritt Vlogger-Mutti

Emily Nelson ist der Inbegriff einer erfolgreichen Geschäftsfrau. Sie ist sexy, intelligent, lässt sich nicht den Mund verbieten, hat einen leidenschaftlichen Ehemann, einen gesunden Jungen und ein riesiges Haus. Was will Frau mehr? Stephanie Smothers hingegen ist alleinerziehend, verwitwet und hält sich mit der Lebensversicherung ihres Mannes und einem eher wenig erfolgreichen Vlog über Wasser. Das Zentrum ihres Lebens ist ihr Sohn, den sie mit all ihrer Liebe und Hingabe bemuttert. Die zwei unterschiedlichen Frauen werden dank ihre Söhne Freunde – beste Freunde. Bis, ja bis Emily spurlos verschwindet. Stephanies Mutterinstinkt wird wach. Sie sucht verzweifelt nach ihrer Freundin und deckt dabei das ein oder andere Geheimnis auf. Doch was hat es eigentlich mit ihren Geheimnissen auf sich?

Nur ein kleiner Gefallen
© LIONSGATE / Peter Iovino, SMPSP

Livley trifft Kendrick

Könnte eine Besetzung besser sein? Vermutlich nicht. Blake Lively (“Gossip Girl“, 2007 – 2012) und Anna Kendrick (“Pitch Perfect 2“, 2015) sind wie Katz und Maus. Auf den ersten Blick extrem verschieden, zeigt sich doch die ein oder andere gerissene Parallele zwischen den beiden. Die beiden Frauen gehen vollkommen in ihren Rollen auf und glänzen mit ihren Stärken. Dabei bewegen sich die zwei nicht einen Millimeter aus ihrer Komfortzone heraus, aber das ist auch gut so. Das Duo entwickelt eine spannende Dynamik auf dem Bildschirm, wodurch der Funke auf den Zuschauer überspringt. Welche der beiden Frauen der jeweilige Liebling ist, das möge jeder für sich selbst entscheiden.

Nur ein kleiner Gefallen
© LIONSGATE / Peter Iovino

Geheimnisse über Geheimnisse

Ja, vielleicht trägt “Nur ein kleiner Gefallen” hin und wieder etwas zu dick auf, ohne richtig konkret zu werden. Die Geheimnissen hätten gut und gerne etwas geballter aufgeklärt, wodurch bestimmt zehn bis fünfzehn Minuten Spielzeit hätte eingespart werden können. Dies hätte dem Erzählfluss definitiv gut getan, zumal man als Zuschauer zwischendrin das Gefühl hatte, dass sich die Figuren etwas im Kreis drehen. Wer sich einen zweiten “Gone Girl” erhofft hat, wird vermutlich etwas enttäuscht sein. Es geht hier doch etwas weniger brutal zu und durch das Mutti-Gehabe wirkt auch alles etwas “weich gewaschen”. Außerdem ist die Tonalität des Films teilweise etwas konfus, sodass die Kombination aus Crime und Comedy immer mal wieder eher in eine satirische Richtung abrutscht.

Nur ein kleiner Gefallen
© LIONSGATE / Peter Iovino, SMPSP

Was war passiert?

Dennoch ist der Weg zur Auflösung spannend erzählt und ist definitiv so nicht vorhersehbar. Wenn ihr mich fragt, hätte ich mir ein anderes, konsequentere Ende gewünscht und erhofft, aber nun gut… Alles in allem ein moderner Popcorn-Kinofilm in einem sehr schönen Look, der unterhält aber kurzweilig auch etwas langweilig werden kann.

“Nur ein kleiner Gefallen” ab 08. November 2018 im Kino.

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