Filmkritik: BlacKkKlansman

“BlacKkKlansman” erzählt die wahre, beeindruckende Geschichte von Ron Stallworth – der erste afroamerikanische Polizist in Colorado Springs. Erschreckend aktuell und zeitlos.

4 von 5 Popcorntüten

Die Handlung

Die frühen 1970er-Jahre, eine Zeit großer gesellschaftlicher Umbrüche: Der junge Polizist Ron Stallworth (John David Washington) tritt als erster Afroamerikaner seinen Posten als Kriminalbeamter im Colorado Springs Police Department an. Entschlossen, sich einen Namen zu machen, startet der unerschrockene Cop eine aberwitzige und gefährliche Mission: den Ku-Klux-Klan zu infiltrieren und bloßzustellen.

Stallworth gibt vor, ein eingefleischter Extremist zu sein, und nimmt telefonisch Kontakt zur lokalen Gruppe der Rassistenvereinigung auf. Es gelingt ihm tatsächlich, schnell in den inneren Kreis vorzudringen. Er imitiert die Sprache der hasserfüllten Rassisten so überzeugend, dass er sogar das Vertrauen des Klanführers David Duke (Topher Grace) gewinnt. Als die Undercover-Mission zunehmend komplexer wird, übernimmt Stallworths Kollege Flip Zimmerman (Adam Driver) Rons Rolle in den persönlichen Treffen. Dort erlangt er Insiderwissen über einen tödlichen Plan. Gemeinsam machen sich Stallworth und Zimmerman daran, die Organisation zu Fall zu bringen.

BlacKkKlansman ab 23. August im Kino

Trailer zu “BlacKkKlansman”

Mein Fazit

Unglaublich, aber wahr. “BlacKkKlansman” beruht auf der wahren Geschichte von Ron Stallworth, der als erster afroamerikanischer Detective bei der Polizei in Colorado Springs den Ku-Klux-Klan infiltrierte. Die Verfilmung von Regisseur Spike Lee (“Do the Right Thing”, 1989) beruht auf Stallworths Memoiren “Black Klansman” [Werbung], die er 2014 veröffentlichte. “BlacKkKlansman” mag daher zunächst eine Geschichte der Vergangenheit erzählen. Der aufmerksame Zuschauer merkt jedoch schnell, dass die Thematik heute noch genauso präsent ist wie in den 1970ern.

BlacKkKlansman
© Universal

Mehr als ein Historiendrama

Das Thema ist zeitlos. Wir kämpfen immer noch gegen das gleiche Zeug.John David Washington (Ron Stallworth)

Die Nacherzählung von Stallworths Mission den KKK zu Fall zu bringen, schafft eine faszinierende und gleichzeitig beunruhigende Verbindung zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Dies wird besonders in den Momenten deutlichen, in denen David Duke Phrasen wie “Make America great again” oder “America first” verwendet, die vermutlich jedem Zuschauer – in diesem Zusammenhang – unbequem bekannt vorkommen. Der Film soll voll allem auf die Missstände in Amerika aufmerksam machen. Produzent Jordan Peele (“Get Out“, 2017) ist der Meinung, dass wir in einer Zeit leben, in der Teile der (amerikanischen) Gesellschaft vergessen habe, wer Gut und wer Böse sei. Gerade der Präsident würde demnach gute Menschen auf den beiden Seiten sehen, wobei Hass-Gruppen doch eigentlich klar zu identifizieren seien. Er hoffe sich mit “BlacKkKlansman” den moralischen Kompass in Bezug auf Rassismus und der weißen Vorherrschaft wiederherzustellen.

BlacKkKlansman
© Universal

Back to the Seventies

Trotz der Aktualität spielt die Handlung natürlich in den 1970er Jahren. Um das Feeling der Zeit wieder aufleben zu lassen, hat das ganze Filmteam mitgewirkt. Das Produktionsdesign von Curt Beech (“November Criminals”, 2017) setzt dabei vor allem auf neutrale Braun-, Grün- und Rottöne wodurch das Weiß des KKK noch mehr hervorsticht. Liebe zum Detail steckt auch in den Kostümen und der Ausstattung der einzelnen Sets wie das Zuhause von KKK-Anhänger Felix Kendrickson (Jasper Pääkkönen) oder wie das Polizeirevier von Colorado Springs. Auch der Mix aus verschiedenen Kameraformaten und -typen unterstreichen die Zeit. Jedoch ist der ein oder andere gestalterische Aspekt ein wenig gewöhnungsbedürftig und wirkt etwas überzogen dramatisch.

BlacKkKlansman
© Universal

Düsteres Thema, heitere Atmosphäre

Er ist lustig. Er ist spannend. Er ist kraftvoll. Er existiert in diesem Genre und gleichzeitig ist es eine wahre Geschichte.Jordan Peele (Produzent)

Den Filmemachern ist es dabei gelungen trotz des düsteren Themas eine heitere Atmosphäre mit einem durchdringenden Humor zu schaffen. Schließlich ist die Tatsache, dass ein schwarzer Mann mit einem einfachen High School-Abschluss es nicht nur geschafft hat Mitglied des KKK zu werden, sondern auch ihren Anführer, den Grand Wizard, David Duke zum Narren zu halten, geradezu absurd. Eine Tatsache, die den echten Stallworth bis heute amüsiert. Diese humoristische Grundhaltung tut der biographischen Verfilmung sehr gut, ohne dass das düstere Thema weniger ernst genommen wird. Die Momente der Leichtigkeit haben sich aber auch positiv auf die Schauspieler ausgewirkt, die sich ansonsten oft durch wahrlich grauenvolle Szenen mit extremen Hassreden spielen mussten.

BlacKkKlansman
© Universal
Es gab ein paar Tage am Set, da musste ich mir einen Moment Zeit nehmen und mich einfach nur entgiften – es fühlte sich so schrecklich und bedrückend und falsch an.Topher Grace (David Duke)

Ein Must-See!

“BlacKkKlansman” besticht nicht nur durch seine Aktualität und seine besondere Mischung aus düsterer Thematik und seinen humoristischen Zügen, sondern auch durch seine herausragenden Schauspieler. Von John David Washington (Love Beats Rhymes”, 2017), Adam Driver (“Star Wars – Die letzten Jedi“, 2017) über Laura Harrier (“Spider-Man – Homecoming“, 2017) bis hin zu Topher Grace (“Spider-Man 3”, 2007) haben alle durchgehend einen sehr guten Job gemacht. Zusammen mit dem ganzen Produktionsteam haben sie einen Film geschaffen, der gleichsam unterhaltend als auch lehrreich ist. “BlacKkKlamsman” überzeugt doch Originalität, Authentizität und seiner starken Message. Lediglich das Erzähltempo hätte etwas angezogen werden können. Ein absolutes Must-See!

“BlacKkKlansman” ab 23. August 2018 im Kino.

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