Filmkritik: Tully

Filmkritik & Gewinnspiel:
Tully

“Tully” erzählt die Geschichte einer dreifachen Mutter, die mit postpartalen Depressionen zu kämpfen hat. Diablo Cody gelingt es erneut eine Frauenrolle zu zeichnen, die so schonungslos ehrlich noch nicht zu sehen war. Ein Drama, das unter die Haut geht.

4 von 5 Popcorntüten

Die Handlung

Marlo (Charlize Theron) hat gerade erst ihr drittes Kind bekommen, als ihr Bruder (Mark Duplass) ihr ein besonderes Geschenk macht: Eine „Night nanny“, die sich nachts um die Kinder kümmern soll. Marlo ist zunächst skeptisch gegenüber dem Gedanken, Hilfe von einer fremden Person anzunehmen, doch als sie die junge, schlaue und witzige Nanny namens Tully (Mackenzie Daviskennenlernt, entwickelt sich eine einzigartige Freundschaft zwischen den beiden Frauen.

Tully ab 31. Mai im Kino

Trailer zu “Tully”

Mein Fazit

“Tully” ist ein beeindruckend, ehrliches Drama, das die unverschönte Mutterrolle in den Fokus der Geschichte stellt. Die Idee zu “Tully” entstand, als die Drehbuchautorin Diablo Cody für den Film “Juno” nach L.A. zog und selbst für ihr drittes Kind eine Nacht-Nanny in Anspruch nahm. In den USA erfreuen sich Nacht-Nannys immer größerer Beliebtheit – vor allem für berufstätige Frauen in Großstädten.

Beim dritten Kind schluckte ich meinen Stolz hinunter. Die Nacht-Nanny half mir dabei, das Baby zu versorgen, damit ich am nächsten Morgen ausgeruht war, um mich um meine anderen Kinder zu kümmern. Es war eine echte Offenbarung. Denn selbst mit Unterstützung ist man erschöpft. Es war fast schon ein Schock, wie sehr ich die Nacht-Nanny liebgewonnen hatte, weil ich das Gefühl hatte, dass sie meine Rettung war.Diablo Cody (Drehbuchautorin)
Tully
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Mutterglück ohne Klichees

“Tully” zeigt das postpartale Leiden der frischgebackenen Mutter Marlo, die nach der Geburt ihres dritten Kindes in ihrer Elternrolle völlig überfordert ist. Sie versucht ihren zwei älteren Kindern genauso viel Aufmerksamkeit und Liebe entgegenzubringen wie ihrem kleinen Baby und droht dabei von ihrer Mutterrolle überwältigt zu werden. Dabei zeigt Cody eine Frauenrolle, die es so noch nicht auf der großen Leinwand zu sehen gab. Sie zeichnet dazu ein bodenständiges Leben mit vollberufstätigen Eltern und zwei Kindern, wobei ihr Sohn Jonah besondere Aufmerksamkeit erfordert. Dennoch haben sie und vor allem Marlo ihr Leben im Griff. Die ungeplante Schwangerschaft der 40-Jährigen bringt jedoch alles durcheinander. Von der Geburt an setzen die Filmemacher auf ehrliche Einstellungen und natürliche Emotionen. “Tully” ist weit entfernt von der glückseligen Mutter, die alles mit Leichtigkeit meistert.

Tully
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Marlo & Tully

Mit der Nacht-Nanny Tully kehrt wieder Ruhe in das Leben der dreifachen Mutter. Obwohl Marlo zunächst sehr skeptisch gegenüber der 26-jährigen Tully ist, die sogar noch jünger wirkt, verlässt sie sich immer mehr auf die junge Frau. Es entsteht eine ungewöhnliche Freundschaft zwischen den zwei. Dabei wird Marlo auch bewusst, wie lange ihre 20er bereits her sind. Sie befindet sich gewissermaßen in einer Midlife-Crisis, doch Tully hilft ihr zu erkennen, was für ein wundervolles Leben sie führt.

Tully
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Charlize Theron ist Marlo

Charlize Theron porträtiert ohne Scheu und mit viel Authentizität die überforderte Mutter Marlo. Theron verpasst der Figur einen amüsant trockenen Humor, wodurch es mit ihr nie langweilig wird. Um die dreifache Mutter glaubwürdig verkörpern zu können hat sich die Schauspielerin auch in die notwendige physische Verfassung gebracht. Damit überzeugt Theron auf ganzer Linie und bildet das Herzstück der Geschichte.

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Mackenzie Davis ist Tully

Das zweite Herzstück der Geschichte bildet die Figur Tully, die von der Kanadierin Mackenzie Davis verkörpert wird. Mit ihrer bezaubernden offenherzigen Art verzaubert sie nicht nur Marlo, sondern auch das Publikum. Durch sie gewinnt Marlo wieder Kraft und das Vertrauen in die Hilfe anderer Menschen. Aber mehr noch öffnet sie Marlo die Augen. Davis ist eine wundervolle Besetzung, der es gelingt all die Facetten von Tully mit einer Leichtigkeit auszudrücken, sodass man sich spätestens zur Mitte des Films selbst eine “Tully” wünscht.

Tully
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Schonungslos ehrlich

Mit viel Scharfsinnigkeit und Einfühlungsvermögen zeigt “Tully” eine wirklich ganz andere Darstellung des Mutter- und Elternseins, als wir es von Hollywood gewohnt sind. Regisseur Jason Reitman und Drehbuchautorin Diablo Cody haben ein spannendes Drama geschafft, dass nicht nur mit seiner Intensität, sondern auch durch raffinierte Dialoge und seinen Humor und einen überraschenden Kniff überzeugt. Lasst euch überraschen!

“Tully” ab 31. Mai 2018 im Kino.

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janein

Gewinnspiel Tully

*Teilnahmeschluss ist am Montag, der 04.06.2018 um 23:59 Uhr. Teilnehmen können ausschließlich Personen mit einem Wohnsitz in Deutschland. Bei minderjährigen Teilnehmern wird die Zustimmung der Erziehungsberechtigten vorausgesetzt. Der Gewinner wird im Anschluss persönlich benachrichtigt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Sämtliche Daten werden direkt nach der Auslosung gelöscht. Eine anderweitige Nutzung oder gar die Weitergabe an Dritte findet nicht statt.

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