Filmkritik: Detroit

Filmkritik & Gewinnspiel:
Detroit

Erschreckend und verstörend inszeniert Regisseurin Kathryn Bigelow die wahren Ereignisse, die in “Detroit” den Sommer 1967 prägten. Mit viel Authentizität fangen die Schauspieler die gespaltene Gesellschaft der Zeit ein und treffen furchterregend echt den Nerv auch der heutigen Zeit.

4 von 5 Popcorntüten

Die Handlung

Der Sommer 1967 ist ein ausschlaggebender Moment in der modernen amerikanischen Geschichte, als das Land von wachsenden politischen und sozialen Unruhen heimgesucht wird. Die Eskalation des Vietnam Kriegs sowie jahrzehntelange Ungleichheit und Unterdrückung fordern ihren Tribut. Die Unzufriedenheit und kochende Wut finden schließlich ihren Höhepunkt in den Großstädten, wo die afroamerikanische Gemeinschaft seit jeher mit systematischer Diskriminierung sowie hoher Arbeitslosigkeit zu kämpfen hat. Während der Bürgerrechtsaufstände erschüttern schreckenerregenden Ereignisse die Bürger von Detroit. Zwei Tage nach Beginn der Rebellionen werden auf der Anlage eines Motels Pistolenschüsse gemeldet, woraufhin die Polizei mit einem Großaufgebot anrückt. Statt sachlich zu ermitteln, kommt es zu einer von Vorurteilen und Gewalt geprägten Razzia. Die anwesenden Motelgäste müssen sich einem gefährlichen Verhör unterziehen – in Isolation sollen sie durch Einschüchterung zum Geständnis gedrängt werden. Das lebensbedrohliche Machtspiel eskaliert und bringt schwerwiegende Folgen mit sich…

Detroit ab 06. April auf DVD & Blu-ray

Trailer zu “Detroit”

Mein Fazit

“Detroit” schockiert, rüttelt auf und verstört. Die einzige weibliche Regie-Oscar®-Preisträgerin aller Zeiten Kathryn Bigelow (“Tödliches Kommando – The Hurt Locker”, 2008) gelingt es den Zuschauer hautnah an die wahren Ereignisse in Detroit 1967 heranzuführen. Von der ersten Minute an, wird der Zuschauer in jeder Hinsicht gefesselt. Ein Thriller, der unter die Haut geht.

„Wenn man einen Film über ein reales Ereignis dreht und die Zeugen dieses Ereignisses kennenlernt, dann will man sicherstellen, dass deren Erfahrungen nicht umsonst gemacht wurden. Man muss den Nachklang ihrer Geschichte einfangen und dem Publikum vermitteln.“Kathryn Bigelow (Regisseurin)
Detroit
© 2018 Concorde Home Entertainment

Detroit, 1967

Damit “Detroit” auf den Zuschauer wirken kann, führt Bigelow zunächst in die Umstände der Zeit ein. Das Drehbuch von Mark Boal (“Tödliches Kommando – The Hurt Locker”, 2008) führt daher vom Großen ins Kleine. Dies ist wichtig, um zu verstehen wie die afroamerikanische Gesellschaft zu dieser Zeit gefühlt hat, aber auch, um das Handeln der überwiegend weißen Polizisten – im weitesten Sinne – nachvollziehen zu können. Dennoch konzentriert sich diese Geschichte auf die verstörend, brutalen Ereignisse im Algiers Motel und die anschließende Aufklärung.

Detroit
© 2018 Concorde Home Entertainment

Hautnah & nackt

Ein weiterer Faktor, weshalb “Detroit” sein Publikum von Beginn an abholt, sind die authentischen Figuren, die von ihren Schauspielern ohne scheu erbarmungslos verkörpert werden. Allen voran erstaunt Will Poulter (“Maze Runner – Die Auserwählten im Labyrinth“, 2014), der als Krauss schockierend brutal seine Opfer misshandelt. Krauss ist der Inbegriff des bösen Polizisten, der ohne eine Mine zu verziehen sein eigenes Recht walten lässt. Ihm gegenüber stehen eine Reihe von starken Männern, die für die Gerechtigkeit in einer ungerechten Welt kämpfen. Algee Smith (“The New Edition Story”, 2017), John Boyega (“Pacific Rim – Uprising“, 2018) und Anthony Mackie (“The Return of the First Avenger“, 2014) überzeugen gleichermaßen durch ihr emotionales und furchtloses Auftreten.

Detroit
© 2018 Concorde Home Entertainment

Verwackelt & emotional

Eingefangen wurden die Bilder von Kameramann Barry Ackroyd (“Tödliches Kommando – The Hurt Locker”, 2008), der durch eine Mischung aus Close-Ups und wackeligen Aufnahmen aus der Hand die Emotionalität und die Panik der Situation genau einfängt. Diese Art der Inszenierung sorgt dafür, dass “Detroit” sogar teilweise einen dokumentarischen Einschlag erhält, der die Geschehnisse noch näher an das Publikum heranführt. Gleichzeitig verzichtet der Thriller darauf gewalttätige Szenen zu nah zu zeigen, was die Brutalität jedoch nicht weniger erschreckend wirken lässt.

Detroit
© 2018 Concorde Home Entertainment

Historisch & doch aktuell

Obwohl die Ereignisse in Detroit Jahrzehnte zurückliegen, kann man eine beunruhigende Parallele zu aktuellen Ereignissen, vor allem in den USA, ziehen. “Detroit” macht nachdenklich. Und so fragt man sich, warum in dieser modernen Gesellschaft noch immer nicht alle Menschen gleichberechtigt sind. Bigelow trifft mit dieser historischen und vor allem politischen Erzählung den Nerv der Zeit. Ein Film, der mehr ist als unterhaltend. Ein Film, der provoziert, verärgert und verängstigt.

“Detroit” ab 06. April 2018 auf DVD & Blu-ray.

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*Teilnahmeschluss ist am Mittwoch, der 11.04.2018 um 23:59 Uhr. Teilnehmen können ausschließlich Personen mit einem Wohnsitz in Deutschland. Bei minderjährigen Teilnehmern wird die Zustimmung der Erziehungsberechtigten vorausgesetzt. Der Gewinner wird im Anschluss persönlich benachrichtigt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Sämtliche Daten werden direkt nach der Auslosung gelöscht. Eine anderweitige Nutzung oder gar die Weitergabe an Dritte findet nicht statt.

4 comments

  1. Christina Horn

    Hallo!

    Ich kenne den Film noch nicht und würde ihn mir gerne einmal anschauen !

    Ich wünsche Dir ein schönes Wochenende,
    Liebe Grüße
    Christina

    Antworten

    1. Jil

      Liebe Christina,
      sorry für den Fehler. Ich beziehe Deinen Kommentar gerne in das Gewinnspiel ein. Du kannst aber gerne trotzdem auch nochmal das Formular ausfüllen, wenn Du magst 🙂
      Lieben Gruß
      Jil

      Antworten

  2. tanja

    huhu du liebe, ich glaube, ich bin blind.. wollte hier mitmachen, finde aber weder ein formular noch eine frage 😀

    Antworten

    1. Jil

      Danke für den Hinweis. Da ist wohl was schief gegangen… Jetzt aber!

      Antworten

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