Serienkritik: Designated Survivor – Die erste Staffel

Tom Kirkman (Kiefer Sutherland) wird als letzter überlebender des US-Kabinetts – als “Designated Survivor” – unverhofft zum neuem Präsidenten ernannt. Der Familienvater stellt sich die Aufgabe und stößt dabei auf reichlich Gegenwehr. Ein überragend charmanter Sutherland überzeugt in seiner neuen Paraderolle auf ganzer Linie. Ein Politdrama, das man sich nicht entgehen lassen sollte!

4.5 von 5 Popcorntüten

Die Handlung

Bislang lediglich ein niederrangiges Kabinettsmitglied, wird Tom Kirkman (Kiefer Sutherland) nach einem katastrophalen Angriff auf das Kapitol während der jährlichen Rede zur Lage der Nation plötzlich und unerwartet zum Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika ernannt. Der völlig unvorbereitete neue Oberbefehlshaber muss jetzt das kurz vor dem Zusammenbruch stehende Land zusammenhalten und gleichzeitig die Suche nach den für den Angriff verantwortlichen Personen leiten. Erschwert wird dies durch schockierende Verschwörungen, unverhüllte Eigeninteressen und aufgewühlte Emotionen.

Designated Survivor - Die erste Staffel
© 2018 Twentieth Century Fox Home Entertainment

Trailer zur ersten Staffel von “Designated Survivor”

Mein Fazit

Ein Politdrama das fasziniert, begeistert und vor allem interessiert. “Designated Survivor” mit Kiefer Sutherland (“24 – Twenty Four”, 2001 – 2010) zieht von Minute eins den Zuschauer in seinen Bann und macht direkt Lust auf mehr. Neben einer spannenden Story, erhält der Zuschauer einen äußerst spannenden Einblick hinter die Kulissen der US-Regierung und wird von dem charmanten Präsidenten direkt um den Finger gewickelt, der so ganz anders ist, als das tatsächlich aktuelle Oberhaupt der USA.

Kiefer Sutherland – Der nächste Präsident der USA?

Im Land der unbegrenzten Möglichkeiten, in der ein Herr Trump Präsident werden kann und in dem bereits Medienmogul Oprah Winfrey als erste Präsidentin der USA im Gespräch ist, wünscht man sich bereits nach der ersten Staffel von “Designated Survivor” doch lieber Sutherland als neues Staatsoberhaupt. Sutherland brilliert in seiner Rolle als Tom Kirkman auf allen Ebenen. Der gebürtige Engländer porträtiert den ungewollten Präsidenten als eine ehrliche Haut, die sich dennoch traut (wohl überlegte) Entscheidungen zu treffen und durchzugreifen. Dabei setzt er auf die Unterstützung seiner Vertrauten und erhält von seiner wundervollen Frau Alex (Natascha McElhone) den nötigen Rückhalt. Gleichzeitig ist er ein liebender und fürsorglicher Vater, der bei all seinen neuen Aufgaben seine Familie nie vergisst. Ein Präsident wie aus dem Bilderbuch, den Sutherland mit viel Glaubwürdigkeit und Authentizität verkörpert.

Die Verbündeten

Aber nicht nur Sutherland zeigt sich in “Designated Survivor” von seiner allerbesten Seite, auch McElhone, die schon in “Californication” – eine meiner Lieblingsserien – eine tolle Figur macht, verzaubert den Zuschauer. Ergänzt wird das Ensemble vor allem von Kirkmans direkten Untergebenen und Berater Emily Rhodes (Italia Ricci), Aaron Shore (Adan Canto) und Seth Wright (Kal Penn). Jede einzelne Figur wächst mit dem Präsidenten und seinen beziehungsweise ihren daraus resultierenden Aufgaben. Sie werden – trotz teilweise vorheriger Skepsis – zu einer starken Einheit, die mehr als nur die Arbeit verbindet. Ricci (“Chasing Life”, 2014), Canto (“Amanda & Jack Go Glamping”, 2017) und Penn (“Harold & Kumar Go to White Castle)”, 2014) gelingt es jeweils ihrer Figur einen ganz eigene Ausstrahlung zu verpassen, die den Funken überspringen lässt.

Die Ungewissen

Neben Kirkman gibt es noch einen weiteren Designated Survivor: Kimble Hookstraten (Virginia Madsen), deren Intentionen weitestgehend schleierhaft sind und bleiben. Man weiß nie so ganz, was es mit Hookstratens Handeln auf sich hat. Dadurch gehört sie zu den undurchsichtigsten Figuren von “Designated Survivor”. Andere Personen sprechen sich hingegen deutlich negativer gegen Kirkman aus. Kirkman muss sich in der ersten Staffel in einer sehr schwierigen Lage also zunächst einmal beweisen und stößt dabei auf viel Widerstand – vor allem, weil man Kirkman die Position des Präsidenten nicht zutraut.

Die Jäger

Neben Kirkmans Kampf sich zu beweisen, gilt es aber vor allem die Angreifer auf das Kapitol ausfindig zu machen. Auf der Jagd tritt vor allem FBI-Agent Hannah Wells (Maggie Q) in den Vordergrund, die mit (persönlicher) Leidenschaft und Willenskraft sich dieser Aufgabe stellt. Maggie Q (“Divergent – Die Bestimmung“, 2014) verkörpert eine entschlossene Kämpferin, die vor allem eins ist: Eine Frau! Die Hawaiianerin beeindruckt durch eine authentische Performance, die gleichwohl stark als auch zerbrechlich ist. Damit stellt Maggie Q, neben Sutherland, alle anderen in den Schatten. Unterstützt wird Wells in erster Linie von ihrem Boss Jason Atwood (Malik Yoba) und Computerspezialist Chuck Russink (Jake Epstein).

Designated Survivor - Die erste Staffel
© 2018 Twentieth Century Fox Home Entertainment

Wer steckt hinter dem Anschlag?

Das ist natürlich die große Frage! Über 21 Folgen á ca. 43 Minuten wird darüber gerätselt, investigiert und natürlich auch durchgegriffen. Letztlich bildet die erste Staffel von “Designated Survivor” jedoch nur das Ende des Anfangs ab. Das ist bei einer Gesamtlaufzeit von über 15 Stunden dann doch nicht ganz zufriedenstellend, weshalb ich einen halben Punkt abziehe. Ansonsten gehört “Designated Survivor” auf jeden Fall zu den besten, spannendsten sowie lehrreichsten Serien, die ich in den letzten Jahren gesehen habe und die auch optisch voll überzeugt. Von den Kostümen, über das Setting, die Kameraeinstellung und dem Schnitt stimmt einfach alles. Und das Beste ist: Den riesigen Cliff-Hanger der ersten Staffel können wir bereits schon jetzt überwinden! Denn die zweite Staffel von “Designated Survivor” läuft bereits auf Netflix. Bis dahin könnt ihr die erste Staffel dort nachholen oder ihr holt euch wie ich lieber die DVD / Blu-ray nach Hause, sodass ihr den Zugriff darauf niemals verlieren könnt ;-). “Designated Survivor” ein Politdrama, das man sich nicht entgehen lassen sollte!

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