Filmkritik: The Disaster Artist

Filmkritik: The Disaster Artist

Ein Film, den jeder gesehen haben muss: “The Disaster Artist“! Die Entstehungsgeschichte von “The Room” inszeniert von James Franco ist das lustigste, was ich seit langem gesehen habe. Wieso, weshalb, warum? Verrate ich euch!

4.5 von 5 Popcorntüten

Der Inhalt

„The Disaster Artist“ ist die wahre Geschichte des ambitionierten Filmemachers und berüchtigten Hollywood-Außenseiters Tommy Wiseau – eines Künstlers, der mit großer Leidenschaft zu Werke ging, dabei aber fragwürdige Methoden anwandte. RegisseurJames Franco verwandelte die tragikomische Story in ein Loblied auf Freundschaft, künstlerische Selbstverwirklichung und Träume, die trotz unüberwindlicher Hürden Realität werden.

The Disaster Artist ab 01. Februar im Kino
© 2016 Warner Bros. Ent. Alle Rechte vorbehalten.

Trailer “The Disaster Artist”

Mein Fazit

Der Film einer Legende! Wer “The Room” (2003) – “der beste schlechte Film aller Zeiten – noch nicht gesehen hat, wird spätestens nach “The Disaster Artist” das Melodrama um eine außer Kontrolle geratenen Dreiecksbeziehung sehen müssen! “The Disaster Artist” erzählt auf der Buchvorlage “The Disaster Artist: My Life Inside The Room, The Greatest Bad Movie Ever Made“* von Greg Sestero und Tom Bissell, die tragisch komische Entstehungsgeschichte von “The Room”. Inszeniert von James Franco (“Ananas Express”, 2008) brilliert dieser auch in der Hauptrolle des Tommy Wiseau. Eine schauspielerische Glanzleistung, die Franco in eine neue Liga katapultiert. Ich persönlich finde es daher schade, dass Franco, nach seiner Golden Globe-Auszeichnung für “Best Performance by an Actor in a Motion Picture – Musical or Comedy” nicht auch für einen Oscar® nominiert wurde. Immerhin für “Best Adapted Screenplay” geht “The Disaster Artist” Anfang März ins Rennen.

Tommy made his movie intending it to be a drama and then people laughed at it. Greg’s book was about Hollywood, but it was also the story of these misfits involved in the production of The Room. I saw The Disaster Artist as an industry-insider story told through outsiders (…).James Franco
The Disaster Artist
©2017 WARNER BROS. ENTERTAINMENT INC. AND RATPAC-DUNE ENTERTAINMENT LLC

Eine Geschichte von Freundschaft, künstlerischer Selbstverwirklichung & Träume

“The Disaster Artist” zeigt mehr als die Entstehungsgeschichte von “The Room”. Er steigt tiefer ein und hebt vor allem die ungewöhnliche Freundschaft zwischen Wiseau und Sestero und ihre Hindernisse hervor. Dass die Gebrüder Franco diesen Film gemeinschaftlich verwirklicht haben, fügt eine besondere Note hinzu. Dave Franco (“Nerve“, 2016) und James stehen in “The Disaster Artist” das erste Mal gemeinsam für einen Kinofilm vor der Kamera. Dave hat zuvor gemeinsame Projekte abgelehnt, um nicht in dem Schatten seines älteren Bruders zu stehen und von seinem Erfolg zu partizipieren. Ein Glück, hat Dave in diesem Fall aber zugestimmt. Die Dynamik der zwei Brüder gleicht der Bromance zwischen Greg und Tommy. Ergänzt wird das Duo durch Daves Frau Alison Brie, die als Amber einen Keil zwischen die Filmemacher (nur im Film!) treibt.

The Disaster Artist
©2017 WARNER BROS. ENTERTAINMENT INC. AND RATPAC-DUNE ENTERTAINMENT LLC

Enthüllende Biographie

This guy comes here and wants to be a movie star, and against all odds he funds his vision, directs it, and people wind up loving it. Not in the way he intended, of course, but Tommy doesn’t know that. I felt like there was another side of the story—Greg’s perspective—that would make the movie of The Disaster Artist even richer.James Franco

“The Disaster Artist” gehört zu den besten biographischen Filmen, die ich je gesehen haben – dicht gefolgt von “Battle of the Sexes” und “I, Tonya” (hierzu bald mehr). Die Verfilmung des Enthüllungsbestseller hat alles, was man sich wünschen kann: Großartige Darsteller, die wunderbar miteinander harmonieren – bei der Familie ist das ja aber auch kein Wunder – überraschende Gastauftritte diverser (meiner Lieblings-) Stars (u. a. Seth Rogan, Zac Efron, Josh Hutcherson Sharon Stone u.v.m.), eine spannende Story, die auf tatsächlichen Gegebenheiten basiert, Leidenschaft, ganz viel Bromance, tolle Einstellungen, ein fantastischer Schnitt und dazu gibt er noch Einblicke hinter die Kulissen und macht einfach Lust auf mehr. Die perfekte Mischung für Filmspaß über 104 Minuten. Selten habe ich einen ganzen Kinosaal so häufig aus vollem Herzen lachen gehört! So soll es sein.

The Disaster Artist
©2017 WARNER BROS. ENTERTAINMENT INC. AND RATPAC-DUNE ENTERTAINMENT LLC

Kopie & Original

Mal davon abgesehen, dass “The Disaster Artist” insgesamt eine einzig großes Highlight ist, erwartet den Zuschauer zum Ende des Films noch die Kirsche auf der Sahne. Die Komödie stellt die nachgedrehten “The Room”-Szenen den originalen gegenüber. Wir perfekt die Schauspieler diese tatsächlich nachgestellt haben, wird erst dann so wirklich offensichtlich. “You’re tearing me apart, Lisa!”, ist spätestens jetzt sowohl in Francos als auch in Wiseaus Version in allen Köpfen. Einfach nur großartig!

The Disaster Artist
©2017 WARNER BROS. ENTERTAINMENT INC. AND RATPAC-DUNE ENTERTAINMENT LLC

Die richtige Reihenfolge

Ich würde euch auf jeden Fall empfehlen, dass ihr euch zu erst “The Disaster Artist” und dann “The Room” anguckt – vor allem, wenn ihr den Kultfilm noch nicht kennt. Viele Kinos bieten dazu entsprechende Doppel-Features an. Also, checkt unbedingt mal die (kleinen) Kinos in eurer Gegend! Den Hamburgern kann ich da das Savoy Filmtheater empfehlen, das in den nächsten Tagen regelmäßig die Filme nacheinander zeigt. Dabei gilt natürlich auch: Originalton ist Pflicht! Nur in der englischen Version könnt ihr nämlich den prägnanten Akzent von Wiseau und Francos Imitation heraushören. Ich wünsche euch ganz viel Spaß beim Gucken!

“The Disaster Artist” ab 01. Februar 2018 im Kino.

Tommy Wiseau: “I approve 99.9 %”

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