Filmkritik: Meine Cousine Rachel

In dem Mystery-Drama “Meine Cousine Rachel” verliebt sich der Waise Philip in die zauberhafte Rachel, die unter Verdacht steht seinen Vormund getötet zu haben. Eine betörende Rachel Weisz und die kluge Inszenierung von Roger Michell sorgen für ein sehenswerte Romanverfilmung.

3.5 von 5 Popcorntüten

Die Handlung

Philip (Sam Claflin) erhält besorgniserregende Nachrichten von seinem Cousin Ambrose, der ihn wie einen Vater groß zog. Seine neue Frau Rachel (Rachel Weisz), von der Ambrose zuvor noch in höchsten Tönen schwärmte, scheint zu einer Bedrohung geworden zu sein. Als Philip zum Anwesen seines Cousins eilt ist es jedoch schon zu spät: Seine Vaterfigur ist verstorben. Wutentbrannt möchte er seine noch unbekannte Cousine mit dem seltsamen Tod ihres Ehemanns konfrontieren. Jedoch verschlägt es ihm beim Einblick der Schönheit mit italienischen Wurzeln den Atem.

Rettungslos verliebt gerät sein Gefühlsleben völlig durcheinander. Der Vorwurf, dass Rachel seinen Vormund getötet haben soll, gerät in Vergessenheit. Stattdessen möchte Philip nur noch eins: Die geheimnisvolle Witwe zu seiner machen…

Meine Cousine Rachel ab 25. Januar auf DVD & Blu-ray
© 2017 Twentieth Century Fox Home Entertainment

Trailer zu “Meine Cousine Rachel”

Mein Fazit

Die düstere Romanze “Meine Cousine Rachel” basiert auf dem gleichnamigen Roman* der englischen Schriftstellerin Daphne Du Maurier und wurde bereits 1952 verfilmt. Die Neuverfilmung von Regisseur Roger Michell (“Notting Hill”, 1999) zaubert ein vermutlich ebenso sehenswertes Mystery-Drama, das vor allem durch die Performance der zauberhaften Rachel Weisz (“Die Mumie”, 1999) den Zuschauer in seinen Bann zieht.

Meine Cousine Rachel
© 2017 Twentieth Century Fox

Mordfall?

Mit den einleitenden Worten “Hat sie, oder hat sie nicht?” ist das Thema von “Meine Cousine Rachel” von Anfang an klar gesetzt. Die Erzählstimme von Philip setzt einen Rahmen um das gesamte Drama. Dabei geht es aber nicht primär darum einen vermeintlichen Mordfall zu lösen, sondern viel mehr um Rachel als Person. Ist sie eine gewitzte Giftmischerin oder doch nur das Opfer unglücklicher Umstände?

Meine Cousine Rachel
© 2017 Twentieth Century Fox

Stimmung

Diese rätselhafte Stimmung wird durch die minimalistische und gleichzeitig eindringlichen Musikthema von Rael Jones (“Les Misérables”, 2012) getragen, genauso wie das wundervoll düstere Setting, den cleveren Schnitt und die eindrucksvollen Aufnahmen von Mike Eley (“Notting Hill”, 1999). All diese filmerischen Elemente prägen die einzelnen Charaktere und schaffen vor allem die geheimnisvolle Aura um Rachel. Dabei werden vor allem die ambivalenten Facetten von Rachel betont. Auf der einen Seite ist sie eine starke selbstbewusste Frau, die sich von niemanden etwas sagen lässt, und auf der anderen Seite ist sie sehr empfindsam und verletzlich.

Meine Cousine Rachel
© 2017 Twentieth Century Fox

“Hat sie, oder hat sie nicht?”

Nichtsdestotrotz fügen sich diese Widersprüchlichkeiten zu einem schlüssigen Charakterporträt zusammen, sodass die betörende Performance von Weisz nicht nur Philip, sondern auch den Zuschauer in ihren Bann zieht. Kein Wunder also, dass Sam Claflins (“Ein ganzes halbes Jahr”, 2016) Rolle mehr und mehr an Macht verliert und auch für das Publikum immer mehr in den Hintergrund gerät. Rachel ist der Dreh- und Angelpunkt der Geschichte und zieht die gesamte Aufmerksamkeit auf sich. Schade eigentlich, da Philips Wandlung während “Die Cousine Rachel” ebenfalls sehr gut dargestellt ist. 

Meine Cousine Rachel
© 2017 Twentieth Century Fox

Mystery-Drama im 19. Jahrhundert

“Meine Cousine Rachel” gelingt es wahrlich den Zuschauer ins 19. Jahrhundert zurückzuversetzen. Das Ambiente und die Atmosphäre werden gleichwohl vom Setting als auch von den gut gecasteten Schauspielern, darunter auch Iain Glen (“Game of Thrones”, 2011 – heute) und Holliday Grainger (“Tulpenfieber“, 2017), vermittelt. Die Mischung aus dem geheimnisvollen Tod von Ambrose und der geradezu besessenen Liebe von Philip zu Rachel sorgen für ein gelungenes Filmvergnügen über 106 Minuten, das vor allem Filmliebhaber verzaubern sollte, die gerne etwas miträtseln und sich in eine frühere Zeit zurückversetzen möchten.

“Meine Cousine Rachel” – ab 25. Januar 2018 auf DVD und Blu-ray.

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2 comments

  1. Jacqueline

    Liebe Jil

    Ich liebe solche Berichte, da ich nie weiss, was ich schauen könnte!

    Ich stöbere dann im Netz herum, aber eine Hilfe ist es auch nicht, darum mag ich solche Inspirationen!

    Hab ein schönes Wochenende!

    xoxo
    Jacqueline

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  2. Filmkritik: Der seidene Faden | Jil's Blog

    […] mehr Facetten, je länger die zwei zusammen sind. Hier finden sich gewisse Parallelen zu “Meine Cousine Rachel” wider, nur dass dieses Drama mit deutlich charmanteren Figuren arbeitet. Außerdem spoilert […]

    Antworten

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