Filmkritik: Zwischen zwei Leben - The Mountain Between Us

Filmkritik: Zwischen zwei Leben – The Mountain Between Us

Zwischen zwei Leben – The Mountain Between Us vereint mit Idris Elba und Kate Winslet in den Hauptrollen die Genren Survival und Romanze miteinander. Dieses Konzept geht auf der großen Leinwand jedoch nicht hundertprozentig auf. Dennoch kann der Film auf anderen Ebenen begeistern.

3 von 5 Popcorntüten

Die Handlung

Die Journalistin Alex Martin (Kate Winslet) möchte morgen heiraten. Doch ein aufziehender Sturm führt dazu, dass ihr Flug von Idaho nach New York City gestrichen wurde. Um es dennoch rechtzeitig zu ihrer Hochzeit zu schaffen, chartert sie kurzerhand ein Privatflugzeug nach Denver. Dabei trifft sie zufällig auf den britischen Neurochirurgen Ben Bass (Idris Elba), der für eine lebensrettende OP ebenfalls dringend an die Ostküste muss. Die beiden tun sich kurzerhand zusammen und befinden sich bereits wenig später in der Luft.

Doch plötzlich erleidet ihr Pilot einen Herzinfarkt. Die kleine Maschine stürzt in den verschneiten Uinta Bergen im Nordosten von Utah, fernab von jeglicher Zivilisation, ab. Die beiden Insassen und der Hund des Piloten überleben den Absturz. Alex ist jedoch am Bein verletzt und bewusstlos. Als es Alex wieder besser geht, möchte sie den Berg hinabsteigen. Doch Ben pocht darauf, an Ort und Stelle zu verweilen, um auf Hilfe zu warten. Die eigensinnige Amerikanerin macht sich daher allein auf den lebensgefährlichen Weg…

"Zwischen zwei Leben - The Mountain Between Us" seit 07. Dezember 2017 im Kino
© 2017 Twentieth Century Fox

Mein Fazit

Zwischen zwei Leben – The Mountain Between Us glänzt vor allem mit einem: seinen Hauptdarstellern! Idris Elba als verschlossener, kräftiger und methodischer Arzt überzeugt mindestens genauso wie Kate Winslet als überforderte aber kämpferische, mutige Reporterin Alex Martin. Wobei ihr Charakter lieber ihrem männlichen Gegenpartner das Kämpfen überlässt.

"Zwischen zwei Leben - The Mountain Between Us"
© 2017 Twentieth Century Fox

Alex & Ben

Alex ist von Anfang an durch ihre resolute Art sehr fordernd. Schließlich mutiert sie im Laufe des Dramas nach und nach immer mehr zur absoluten Nervensäge. Durch ihre Verletzung kann sie Ben nicht wirklich unter die Arme greifen und hält ihn eher auf. Gleichzeitig pusht sie ihn aber immer wieder dazu, gefährliche Wege einzuschlagen. Dadurch bringt sie den sympathischen Neurochirurgen immer wieder unnötig in Gefahr, sodass sie im Laufe des Survivaldramas immer mehr Sympthatiepunkte beim Zuschauer verliert. Zwischendrin wünscht man sich fast, dass Ben die Blondine doch bitte endlich zurücklässt und sein eignes Leben rettet. Aber gut, Zwischen zwei Leben – The Mountain Between Us behandelt inhaltlich schließlich nicht nur einen verzweifelten Kampf ums Überleben, sondern auch eine Liebesgeschichte.

"Zwischen zwei Leben - The Mountain Between Us"
© 2017 Twentieth Century Fox

Survivalfilm & Romance – funktioniert das?

Jain. Der Kampf ums Überleben, gemischt mit romantischen Gefühlen will nur bis zu einem bestimmten Grad funktionieren. Die beiden Genre wollen nicht zu hundert Prozent ineinandergreifen, sodass beide ein wenig unter dem jeweils anderen leiden. Das hat zur Folge, dass bei dem Zuschauer weder die Panik eines Überlebenskampfes, noch die Entwicklung von Gefühlen zwischen den beiden Protagonisten so wirklich ankommt. Die Szenen, bei denen sich Alex und Ben näher kommen, wirken daher oft etwas merkwürdig und unerwartet. Das liegt jedoch nicht an den Schauspielern, sondern eher an dem etwas unausgereiften Drehbuch von J. Mills Goodloe.

"Zwischen zwei Leben - The Mountain Between Us"
© 2017 Twentieth Century Fox

Ein Ende nach dem Ende

Zwischen zwei Leben – The Mountain Between Us dauert stolze 112 Minuten. Durch die zwar beeindruckende, aber auf Dauer etwas eintönige weiße Bergkulisse, wirkt der Film leider wenig abwechslungsreich, sodass er sich nach gut einer Stunde etwas zu ziehen beginnt. Doch wenn man denkt, dass nach der “Hauptstory” nur noch ein wenig Nachgeplänkel kommt, irrt. Denn nach dem vermeintlichen Ende folgen noch weitere 22 Minuten Spielzeit, die gut und gerne auf fünf bis zehn hätten reduziert werden können. Ich verstehe Argumente, die darauf plädieren, dass diese notwendig waren, um die neue Situation der Charaktere zu verdeutlichen. Allerdings bin ich der Meinung, dass der Zuschauer diese auch mit weniger Szenen verstanden hätte. Gipfeln tut das ganze in dem (Achtung: Spoiler!) kitschigsten Ende, das ich seit langem gesehen habe. Wow, da kann ich Kevin von Kev guckt total verstehen, der meinte, dass er “fast kotzen” musste. Die Charaktere verhalten sich in meinen Augen auch völlig unerwachsen und nicht natürlich. Hier wird höchst dramatisches Storytelling betrieben, auf das vermutlich nur furchtbar romantische Menschen anspringen, wie meine Freundin mit der ich im Kino war, die freudestrahlend ihre Hände in die Luft riss.

"Zwischen zwei Leben - The Mountain Between Us"
© 2017 Twentieth Century Fox

Potenzial nicht ausgeschöpft

Die Verfilmung von Charles Martins Roman The Mountain Between Ushat ihr Potenzial nicht ganz ausgeschöpft. Auf Leinwand will die Mischung aus Romanze und Survivalkampf nicht hundertprozentig funktionieren. Doch gerade der Schluss, der als Roman sicherlich gut funktioniert, verliert als Bewegtbild. Dennoch beeindruckt Zwischen zwei Leben – The Mountain Between Us durch eine atemberaubende Kulisse und seinen einzigartigen Aufnahmen. Unter dem Strich bleibt ein recht unterhaltsamer Film mit großartigen Darstellern, den man sich gut angucken kann, jedoch kein Must-See ist.

PS: Achtet beim Gucken mal auf den Hund. Fällt euch etwas auf?

Trailer zu “Zwischen zwei Leben – The Mountain Between Us”

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3 comments

  1. Liebe was ist

    das klingt nach einem wirklich packenden Film, den ich mir v.a. jetzt in der Winterzeit sehr gut stellen kann!

    liebste Grüße auch,
    ❤ Tina von http://www.liebewasist.com

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