Filmkritik: Jumanji - Willkommen im Dschungel

Filmkritik: Jumanji – Willkommen im Dschungel

In Jumanji – Willkommen im Dschungel nehmen es vier Teenager mit dem mutierten Videospiel “Jumanji” auf. Um dem Spiel zu entkommen, müssen sie ihre Kräfte vereinen und ihre speziellen Fähigkeiten geschickt nutzen. 199 Minuten Videospiel-Spaß auf der großen Leinwand!

4.5 von 5 Popcorntüten

Die Handlung

Vier Teenager, die unterschiedlicher nicht sein könnten, werden zum Nachsitzen verdonnert. Ihre Aufgabe: Den Keller aufräumen. Dabei entdecken sie eine alte Spielkonsole, die sie an einen alten Röhrenfernseher anschließen. Nachdem sie ihre Avatare ausgewählt haben, werden sie magisch in das Spiel eingesogen und finden sich mitten in einer Dschungelwelt wieder. Besonders prekär: Sie haben die Gestalt ihrer Avatare angenommen. Für den schmächtigen Spencer (Alex Wolff / Dwayne Johnson), der im Spiel auf einmal ein muskulöser Zweimetermann ist, vermutlich fast so ungewohnt wie für die hübsche Bethany (Madison Iseman / Jack Black), die nicht nur den Körper, sondern auch noch ihr Geschlecht gewechselt hat.Nach der ersten Verwirrung wird den Schülern klar, dass es nur eine Möglichkeit gibt, Jumanji wieder zu verlassen: Sie müssen das Spiel gewinnen. Es beginnt ein lebensgefährliches Abenteuer, das die vier nur gemeinsam bewältigen können. Werden sie Jumanji entkommen?

Jumanji - Willkommen im Dschungel ab 21. Dezember im Kino
© 2017 Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbHs

Trailer zu “Jumanji – Willkommen im Dschungel”

Mein Fazit

“Sehr entertainy” – gibt es dieses Wort überhaupt? – auf jeden Fall beschreibt es Jumanji – Willkommen im Dschungel ausgezeichnet. Ich habe mich wirklich köstlich amüsiert und mich in keiner Sekunde der 199 Minuten Spielzeit gelangweilt.  Ein sehr gelungener Film-Videogame-Mix von Regisseur Jake Kasdan.

Jumanji - Willkommen im Dschungel
© 2017 Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbHs

Fortsetzung oder Remake?

Jumanji – Willkommen im Dschungel ist die Fortsetzung des Klassikers von 1995 mit dem inzwischen verstorbenen Robin Williams in der Hauptrolle. Man könnte jetzt vermuten, dass wie bei Flatliners der Film nicht mehr sonderlich viel mit dem Prequel zu tun hat. Dem ist im weitesten Sinne auch so. Er ist längst nicht so gruselig wie das Original und auch ohne jegliche Vorkenntnisse, als einzelner Film zu verstehen. Somit könnte Jumanji – Willkommen im Dschungel durchaus als Einzelfilm stehen. Schaut man jedoch genauer hin, wird einem schnell bewusst, dass es sich dennoch um eine sogar sehr gelungene Fortsetzung handelt. Das Spiel, das im ersten Teil verzweifelt zu versenken versucht wurde, wird wieder gefunden und versucht den Spieler direkt wieder in seinen Bann zu ziehen. Das gelingt dem Brettspiel jedoch nicht, da diese “Spielart” inzwischen “out” ist. Entsprechend wandelt sich “Jumanji” zu einem elektronischen Spiel, um die neue Generation der Videogamer abzuholen. Durch das Videospiel holt “Jumanji” die Spieler zu sich und tritt nicht mehr aus dem Spiel heraus. Erstmals könnte man für eine Sekunde denken. Das ist aber natürlich falsch! Denn schon Alan Parrish (Robin Williams) wurde in das Spiel hineingesogen und verbrachte jahrelang in der Welt des Spiels. Entsprechend treffen die Spieler von Jumanji – Willkommen im Dschungel auch auf Hinterlassenschaften von Alan in “Jumanji”. Dieser Tribut an Williams hätte aber durchaus etwas größer ausfallen können. Der Hinweis auf Williams erfolgt in einem Nebensatz, wodurch er sehr leicht untergeht. Dennoch werden in Jumanji – Willkommen im Dschungel deutliche Parallelen zwischen Original und Fortsetzung ersichtlich.

© 2017 Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbHs

Jumanji als Videogame

Was jedoch auch sofort auffällt ist, dass Alex (Nick Jonas), der zu Beginn des Films in das Spiel eingesogen wird, im Gegensatz zu Parrish, nicht altert. Dies lässt sich jedoch dadurch erklären, dass “Jumanji” sich zu einem Videospiel entwickelt hat. Und wie jeder weiß, altern Charaktere in einem Videospiel nicht. Und wenn eins gelungen ist, dann ist es genauso diese Videospielanmutung, die konsequent durchgezogen wird. So stoßen wir auf NPCs (Nicht-Spieler-Charaktere), die nur beschränkt mit den Spielern interagieren können, es wird spektakulär gestorben und mit ordentlich Wumms zurückgekehrt. Die Figuren haben spezielle Fähigkeiten und Schwächen, es gibt eine große Aufgabe, die es über verschiedene Quests zu lösen gibt, einen fiesen Bösewicht und, und, und. Nur die Loot-Boxen fehlen ;-). Der Look des Films stimmt entsprechend ausgezeichnet mit der gesamten Konzeption überein. Nur die Tiere sind herzlich lieb- und detaillos animiert. Da sonst das Setting im Dschungel sehr der Realität entspricht, wirken die offensichtlich am Computer kreierten Tiere völlig fehl am Platz.

Jumanji - Willkommen im Dschungel
© 2017 Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbHs

Die Besetzung

Neben altbekannten Hollywoodgrößen wie Dwayne Johnson, Kevin Hart und Jack Black bekommen auch einige Hollywood-Neulinge ihren großen Auftritt in Jumanji- Willkommen im Dschungel. Darunter die 30-jährige Karen Gillan. Diese ist zwar keine Unbekannte, doch in ihrer bisher größten Rolle als Nebula in Guardians of the Galaxy und Guardians of the Galaxy Vol. 2 werden vermutlich die wenigsten die talentierte Schottin erkannt haben. Neu dabei ist auch der ehemalige Jonas Brother-Star Nick Jonas, der bereits als Brett in Goat erste Schauspielerfahrungen sammeln konnte. Alle Darsteller machen eine sehr gute und überzeugende Figur. Ihnen gelingt es ihre “Reallife”-Figur in den Videospielcharakter zu übertragen. Und so finde ich persönlich den Joke, dass die hübsche Bethany (Madison Iseman) im Spiel einen nicht ganz so ansehnlich Mann abgibt, nicht bereits nach fünf Minuten ausgelutscht, wie beispielsweise mein Kollege Philipp Kafsack. Im Gegenteil, ich finde, dass dieser Umstand immer wieder sinnig und belustigend aufgegriffen wird.

Jumanji - Willkommen im Dschungel
© 2017 Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbHs

Ab ins Kino!

Abgesehen von den unrealistischen Tieren und dem etwas zu knapp geratenen Tribut an Robin Williams kann Jumanji- Willkommen im Dschungel definitiv überzeugen und ist damit einen Kinobesuch auf jeden Fall wert. Zwar ist die Fortsetzung von Jumanji aus dem Jahr 1995 nicht ganz so tiefgründig, wie das Original, jedoch muss sich der Zuschauer auch hier darauf vorbereiten vielleicht ein wenig Pipi in die Augen zu bekommen. Was etwas schade ist, ist, dass der Gruselfaktor des Vorgängers komplett verloren geht. Dafür kommt aber ein richtiges Adventure-Feeling auf, dass durch die typischen “Jumanji-Trommeln” noch gefördert wird. Alleine um diesen Sound in der Brust zu spüren, sollte man den Film auf jeden Fall im Kino mit gutem Sound genießen. Insgesamt nimmt sich der Film wie schon Baywatch – ebenfalls mit Dwayne Johnson in einer der Hauptrollen – nicht allzu ernst. Wer sich darauf einlässt, wird sehr viel Spaß mit Jumanji- Willkommen im Dschungel haben!

“Jumanji- Willkommen im Dschungel” ab 03. Mai 2018 auf DVD und Blu-ray.

6 comments

  1. Martha

    Mh.. Mh..
    Ich weiß nicht was ich von dem Film halten soll.
    Ich hänge sehr an dem “Original” daher fällt es mir hier sehr schwer mich auf diesen neuen Film mit seiner neuen Umsetzung einzulassen. Das sind große Fußstapfen in dieser neue Film versucht zu passen.

    Antworten

    1. Jil

      Du solltest ihn auf jeden Fall nicht als Remake betrachten. Das ist er nämlich auch nicht 🙂

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  2. Andrea

    Danke für dein Fazit und deine Bewertung. Ich selbst liebe den original Jumanji Film und war mit bis jetzt immer unsicher ob ich mir diese Version tatsächlich ansehen will. Aber jetzt werde ich es wohl einfach einmal wagen.

    Liebe Grüße
    Andrea

    Antworten

    1. Jil

      Viel Spaß und berichte doch mal, wie Du ihn fandst 🙂

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