Filmkritik: Bo und der Weihnachtsstern

Filmkritik:
Bo und der Weihnachtsstern

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Die Handlung

Der kleine Esel Bo ist es leid Tag für Tag in der Dorfmühle zu schuften. Er wünscht sich nichts sehnlicher, als mit seinem besten Freund Dave, eine weiße Taube, Nazareth hinter sich zu lassen und sich der königlichen Karawane anzuschließen. Eines Tages ist es dann endlich soweit: Bo gelingt dich Flucht! Dabei verletzt er sich jedoch. Der Esel findet bei dem jungen Paar Maria und Josef Zuflucht, wo er sich in Ruhe erholen kann.

Als Bos Verletzung geheilt ist, werden alle menschlichen Bewohner des Dorfes zu einer Volkszählung nach Bethlehem berufen. Bo weigert sich jedoch den Karren seiner neuen Besitzer zu ziehen und machen sich die hochschwangere Maria und ihr Mann ohne ihn auf den Weg. Alles ändert sich jedoch, als Bo erfährt, dass ein fieser Bösewicht hinter Maria her ist. Denn Maria trägt nicht irgendein Baby in ihrem Bauch… Bo rennt so schnell er kann Maria hinterher, um sie zu warnen. Dabei bekommt er Hilfe von Dave und dem etwas verrückten Schaf Ruth, das sich von ihrer Herde getrennt hat, um dem hellen Stern am Himmel zu folgen…

Bo und der Weihnachtsstern ab 07. Dezember im Kino
© 2017 Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH

Mein Fazit

Wenn die Kinder im Saal lieber Quatschen, Rumschreien, immer wieder auf Toilette rennen und nur selten einen Kommentar zum Esel oder zu den Kamelen fällt, dann weiß man: Das war leider nichts. An sich ist die Idee von Bo und der Weihnachtsstern eine sehr gelungene. Sie erzählt für ein junges Publikum die Weihnachtsgeschichte aus der Perspektive der Tiere. Im Fokus steht dabei der kleine Esel Bo, der sich nach etwas höherem sehnt und letztlich die hoch schwangere Maria auf seinem Rücken nach Bethlehem trägt.

Josef, Maria, Bo, Ruth und Dave in Bo und der Weihnachtsstern
© 2017 Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH

Ein Kinderfilm nach Lehrbuch

Das Langfilm-Debüt von Regisseur Timothy Reckart liefert einen Kinderfilm nach Lehrbuch: Niedliche Tiere, eine große Prise Slapstick-Comedy, ein böser Schurke, eine lehrreiche Botschaft und einen kleinen, liebreizenden Helden im Mittelpunkt – et voila hat man einen funktionierenden Kinderfilm beisammen. So sollte man zumindest denken. Wie eingangs erwähnt, ist bei Bo und der Weihnachtsstern diese “Rezeptur” leider nicht aufgegangen. Aus technischer und gestalterischer Sicht, haben die Filmemacher jedoch nicht wirklich etwas falsch gemacht. Die Figuren sind zauberhaft designt und trotz keiner kleinfaseriger Animation überzeugen sie durch ausdrucksstarke Mimik und Gestik. Was läuft hier also falsch?

Bo und Ruth in Bo und der Weihnachtsstern
© 2017 Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH

Mit Charme & Witz ins Herz der Kinder?

Das hat augenscheinlich nicht funktioniert. Obwohl die Figuren jede für sich durch ihre humoristischen Charaktere durchaus für Schmunzler und Lacher sorgen, wachsen sie dem Zuschauer nicht so recht ans Herzen. Gerade der Bo, der Held der Geschichte, überzeugt durch seine Sinneswandel nicht vollends. Vielleicht fällt es den Kindern deshalb so schwer sich auf ihn einzulassen. Dagegen wirkt irgendwie selbst das verrückte, liebevolle Schaf Ruth tiefgründiger. In Sachen Sympathiepunkten macht aber sicherlich Deborah das Kamel niemanden etwas vor, aber…

© 2017 Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH

Geschenke & Bösewichte

…was sind das bitte für Botschaften, die nicht unterschwellig vermittelt, sondern laut ausgesprochen werden? Deborah lässt doch tatsächlich den Satz fallen, dass in späteren Jahren Menschen noch an diesem denkwürdigen Tag zusammensitzen und Geschenke austauschen werden. Mein Religionsunterricht ist zwar schon ein paar Tage her, aber an Verse in der Bibel dieser Art kann ich mich beim besten Willen nicht erinnern. Wenn man eine biblische Geschichte erzählen möchte, dann sollte man sie doch bitte nicht durch neumodische Rituale wie das Beschenken zur Weihnachten verwässern. Ein weiterer Punkt, der Bo und der Weihnachtsstern mehr geschadet als geholfen hat, ist die Einführung eines Bösewichtes, der sich mit seinen Hunden Thaddeus und Rufus im Auftrag von König Herodes auf Verfolgungsjagd macht. Eine zusätzlicher Versuch Spannung aufzubauen, der jedoch kläglich daneben gegangen ist.

Bo und der Weihnachtsstern
© 2017 Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH

Die Geschichte aller Geschichten

Christi Geburt ist die wohl bekannteste Geschichte, die jemals dokumentiert wurde. Entsprechend viele Verfilmung der Weihnachtsgeschichte gibt es bereits. Diese auf eine neue Art und Weise zu erzählen, war für Affirm Films und Sony Pictures Animation von Bo und der Weihnachtsstern eine große Herausforderung. Technisch ist dies zwar so weit gelungen, jedoch können sie inhaltlich nicht wirklich punkten. Der fragwürdige Umgang mit der biblischen Vorlage und vor allem auch die fehlende Ehrfurcht der menschlichen Hauptdarsteller mit der Aufgabe den Sohn Gottes aufzuziehen, lassen vor allem die erwachsenen Zuschauer die Stirn runzeln…

Trailer zu “Bo und der Weihnachtsstern”

One comment

  1. Filme der Woche: KW 49 | Jil's Blog

    […] Meine Filmkritik zu Bo und der Weihnachtsstern findest Du hier. […]

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