Filmkritik: Genauso anders wie ich

Filmkritik: Genauso anders wie ich

Genauso anders wie ich erzählt die wahre Geschichte einer ungewöhnlichen Freundschaft, die großes Bewegen soll. Hauptdarstellerin Renée Zellweger als Debbie Hall enttäuscht jedoch leider, wodurch dem Drama viel Potenzial geraubt wird…

2.5 von 5 Popcorntüten

Die Handlung

Der erfolgreiche Kunsthändler Ron Hall (Greg Kinnear) und seine Frau Debbie (Renée Zellweger) führen nach außen hin ein perfektes Leben. Doch hinter der Fassade der kleinen Familie bröckelt es. Um nach einer außerehelichen Liaison seine Ehe zu retten, beginnt Ron seine Frau bei ihrer freiwilligen Arbeit in einem lokalen Obdachlosenheim zu unterstützen. Dabei lässt er sich auf Wunsch seiner Frau auch auf eine Freundschaft mit dem ungestümen und gewaltbereiten Denver Moore (Djimon Hounsou) ein, den sie zuvor immer und immer wieder in einem Traum gesehen hat. Wie diese Freundschaft jedoch das Leben aller Beteiligten verändern soll, kann zu diesem Zeitpunkt noch niemand ahnen. 

Genauso anders wie ich ab 30. November im Kino
© Paramount Pictures

Mein Fazit

Erneut flimmert die Verfilmung einer wahren Geschichte auf der großen Kinoleinwand. Genauso anders wie ich erzählt von der ungewöhnlichen Freundschaft zwischen dem reichen Kunsthändler Ron Hall und dem Obdachlosen Denver Moore, die ohne Rons Frau Debbie nie zu Stande gekommen wäre. Dabei steht jedoch nicht wirklich die Freundschaft der Männer im Vordergrund. Debbie ist der Dreh- und Angelpunkt der Story.

Genauso anders wie ich
© Paramount Pictures

Die Besetzung

Renée Zellweger als zentrale Figur der Geschichte zu besetzen ist leider nicht die beste Wahl gewesen. Seit Zellwegers zahlreichen Schönheitsoperationen ist und bleibt ihr Gesicht eine einzige Maske. So hat sie den ganzen Film über genau einen Gesichtsausdruck: Der einer besorgten und fürsorglichen Frau. Das passt zwar soweit mit der Rolle überein, dennoch bleiben die schauspielerischen Fähigkeiten und die Authentizität ein wenig auf der Strecke. Dafür überzeugen Greg Kinnear als Ron Hall und Djimon Hounsou als Denver durch viel Herzblut und vollem Körpereinsatz. Beiden Schauspielern gelingt es, alle Facetten ihrer Figuren herauszuarbeiten und glaubwürdig auf die Leinwand zu bringen. Dadurch gewinnen die Figuren an deutlich mehr Tiefe im Vergleich zu Debbie.

Genauso anders wie ich
© Paramount Pictures

Wohin geht die Reise?

Der Handlungsaufbau von Genauso anders wie ich ist zunächst etwas undurchsichtig. Das sollte bedeuten, dass dem Zuschaue ein gewisser Spannungsbogen geboten wird. Jedoch plätschert die Story ein wenig vor sich hin und will nicht so recht in Schwung kommen. Der Konflikt zwischen Ron und seinem Vater Earl (Jon Voight) bremst den Erzählfluss zusätzlich und trägt nur bedingt thematisch etwas zu der Geschichte bei. Aus diesem Grund ziehen sich die 119 Minuten Spielzeit leider etwas. Das ist wirklich schade, denn die Geschichte an sich ist durchaus spannend und bewegend. Sie erzählt den Auftakt zu großartigen Projekten, die auf Grundlage der Freundschaft von Ron und Denver, die Debbie angetrieben hat, folgen sollen.

Genauso anders wie ich
© Paramount Pictures

Zwei Seiten einer Geschichte

Die Romanvorlage (Affiliate-Link |Anzeige) von Genauso anders wie ich erzählt im Gegensatz zu der Verfilmung beide Seite der Freundschaftsgeschichte. Die Filmemacher haben sich bewusst dazu entschieden hier nur die Sichtweise von Ron Hall zu porträtieren. Ich frage mich jedoch tatsächlich, ob die beidseitige Betrachtung nicht noch spannender gewesen wäre. Denver ist ein sehr spannender und bis zuletzt im Film ein sehr undurchsichtiger Charakter. Die Beweggründe seines Handelns genauer zu erörtern wäre vielleicht sogar die interessantere Sichtweise gewesen.

Genauso anders wie ich
© Paramount Pictures

“Es ist erstaunlich was ein wenig Liebe bewirken kann.”

Definitiv! Hinter Genauso anders wie ich steckt eine wirklich interessante und spannende Geschichte. Die Verfilmung bringt diese durch unnötige Länge und einer mittelmäßigen Besetzung allerdings nur mäßig rüber. Die Message dahinter bleibt jedoch bestehen: Mit ein wenig Verständnis und Liebe können Berge versetzt und Gutes geschaffen werden.

Trailer zu “Genauso anders wie ich”

One comment

  1. Filme der Woche: KW 48 | Jil's Blog

    […] Meine Filmkritik zu Genauso anders wie ich findest Du hier. […]

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