Serienkritik: This is Us - Die erste Staffel

Serienkritik: This is Us – Die erste Staffel

This is Us – Das sind wir, beziehungsweise das sind die Pearsons. Eine Serie über das Leben, die Liebe, die Familie und das in mehreren Zeitabschnitten und Lebenslagen äußerst authentisch dargestellt. Haltet die Taschentücher bereit!

4.5 von 5 Popcorntüten

Die Handlung

Jack (Milo Ventimiglia) und Rebecca Pearson (Mandy Moore) erwarten Drillinge! Und das gleich beim ersten Versuch. An Jacks 36. Geburtstag bekommt Rebecca Wehen und am gleichen Tage auch noch die Kinder. Zwei Kinder schaffen es gesund auf die Welt, ein Kind überlebt die Geburt leider nicht.Jack trifft auf der Neugeborerenstation einen Feuerwehrmann, der ein kleines schwarzes Baby ins Krankenhaus gebracht hat, welches vor der Feuerwache ausgesetzt wurde. Er erachtet dies als ein Zeichen und so beschließen Jack und seine Frau, das kleine Baby zu adoptieren und so, wie ursprünglich angedacht, verlassen sie das Krankenhaus mit drei Babys. Die “Big Three” sind geboren.

36 Jahre später, die Zwillinge Kate (Chrissy Metz) und Kevin Pearson (Justin Hartley) leben in Los Angeles. Er der schöne Seriendarsteller, sie seine stark übergewichtige, persönliche Assistentin. Der dritte im Bunde Randall Pearson (Sterling K. Brown), ist erfolgreich in seinem Beruf und lebt mit seiner Frau und seinen zwei Töchtern in der Nähe von New York City. Er hat kaum Kontakt zu seinen Geschwistern und ist auf der Suche nach seinem leiblichen Vater.

Die Mutter der Drillinge ist inzwischen mit dem besten Freund ihres ersten Mannes verheiratet, der bereits verstarb, als die Kinder im Teenageralter waren. Was ist passiert und wie werden sich vor allem Kevin, Kate und Randall als Erwachsene schlagen? Alle drei haben den Tod ihres Vaters noch nicht wirklich verarbeitet. Jedoch finden sie in der ersten Staffel von This Is Us immer weiter zu sich selbst. Aber überzeugt euch selbst:

Trailer zu der ersten Staffel von “This is Us”

Mein Fazit

4.5 von 5 Popcorntüten

Ich habe selten eine Serie gesehen, die an sich so wenig Action zu bieten hat, mich aber dennoch so fesselt und mit Spannung weitersehen lässt. This is Us überzeugt mich großartigen Schauspielern, die große Gefühle darstellen und auch im Zuschauer auslösen können. Die Geschichte und die Ausführung, die uns die Charaktere so nah kommen lassen, überzeugen und gehen ans Herz.

Mit Aufmerksamkeit zu genießen

Die Serie bedient sich mehrerer Handlungsstränge. Um die Komplexität der Familie und derer Geschichte darzustellen und die Charaktere und ihr Handeln besser zu erklären, springen wir beim Zusehen durch verschiedene Zeiten. So gibt es teilweise in einer Folge in bis zu vier oder fünf Zeitsprünge:

  • Gegenwart (die Geschwister sind 36)
  • Die Zeit der Eltern vor und während der Schwangerschaft
  • Die Eltern mit den frisch geborenen Kindern
  • Die Eltern mit den 9-jährigen / 15-jährigen Kindern

Jede Zeit hat ihren eigenen Schwerpunkte, erzählt etwas anderes über die Charaktere, ihre Sorgen und Nöte. Aber genau das, bringt uns die Charaktere so nah und lässt sie uns besser verstehen. Aber lasst es euch gesagt sein:  This is Us ist keine Serie zum “Nebenbei-Gucken”! Aber wer nun denkt, die Serie wäre eine schöne Geschichte über eine fünfköpfige Familie in verschiedenen Zeiten, der liegt falsch. Die Serie und die Geschichte ist wirklich schön, jedoch zeigt sie ebenfalls realistisch auf, vor welche Problemen eine weiße Familie mit einem schwarzen Adoptivkind in den achtziger Jahren steht. Welche psychischen Auswirkungen die Ernährung von Drillingen auf den Vater und die Erziehung auf die Mutter hat. Genau das ist es, was mir daran so gefällt, es ist einfach echt.

Emotion pur

Diese Serie sprüht förmlich vor Emotionen: Freude, Leid, Liebe, Rührung. Falls ihr Mascara tragt, dann bitte den wasserfesten benutzen, ich spreche aus Erfahrung, glaubt mir bitte. Die Geschichte lebt durch die verschiedenen Seiten und Erzählzeiten. Die Charaktere und Situationen werden dadurch Stück für Stück aufgeklärt. Aber immer noch in einem Maße, dass man nicht gleich alles weiß und das Interesse verliert. Die Geschichte wird dadurch dermaßen rund und glaubwürdig, dass es in keinesfalls langweilig wird, die jeweils 40 minütigen Folgen anzusehen. Und wer genau die Serie so sehenswert macht und die Geschichte und die Emotionen so gut rüber bringt, dazu komme ich jetzt!

Meet the Pearsons

All is right in the Pearson world. #ThisIsUs

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Die Eltern

Milo Ventimiglia überzeugt in allen Lebenslagen als liebender Familienvater. Einigen von euch dürfte er bereits von den Gilmore Girls bekannt sein, wo er den Raufbold Jess mimte. Seinem Charme erliegt man so oder so. Und auch als Jack Pearson weiß er, wo der Hase lang läuft. Ebenfalls kein unbeschriebenes Blatt ist Mandy Moore, die schon in einigen US-Filmen, wie zum Beispiel A Walk To Remember, glänzte. Es ist kein Geheimnis, dass die Schauspielerin eine schöne Singstimme besitzt, und so ist kein Wunder, dass ihre Serienfigur ebenfalls Sängerin ist. Mehr als einmal könnt ihr euch von ihrer Stimme begeistern lassen. Was mir besonders an der Inszenierung der Eltern gefällt ist, dass sie sowohl als 30-jährige als auch als ca. 65-jährige von den gleichen Schauspielern gespielt werden. Bloß dementsprechend geschminkt und ausgestattet. Ein großer Pluspunkt, denn nichts raubt mehr Authentizität, als dauernd wechselnde Schauspieler für die gleiche Rolle.

Die Big Three

Die drei Geschwister Kate, Kevin und Randall könnten unterschiedlicher nicht sein – auch nicht, was dein rein äußerliche betrifft. Aber genau darauf werden die Figuren nicht reduziert. Es geht um fiel mehr, um die Seele dahinter und die werden von den Schauspielern glaubwürdig inszeniert.

Sterling K. Brown gewann sogar dieses Jahr einen Emmy-Award für seine Darstellung des schwarzen Adoptivsohnes, Familienvater und Sohnes Randall auf der Suche nach seinem leiblichen Vater. Seine Perfomance hat mich am häufigsten den Tränen nahe gebracht. Sein Adoptivbruder Kevin und vor allem sein beneideter Gegenpart, dies beruht auf Gegenseitigkeit, wird von Justin Hartley gemimt, der äußerst schön anzusehen ist! Mit dieser Tatsache wird auch viel in der Serie gespielt. Dennoch es gibt wenig ehrlicheres in dieser Serie, als seine Augen, die mehr als tausend Wort sagen können. So kitschig das auch klingt, lasst euch selbst in seinen Bann ziehen. Einigen von euch dürfte Hartley im Übrigen ebenfalls kein Unbekannter sein, er spielte eine Hauptrolle in Smallville. Die dritte und letzte im Bunde ist Chrissy Metz, die die extrem übergewichtige Schwester der beiden Jungs spielt. Sie hat augenscheinlich am meisten mit dem Tod ihres Vaters zu kämpfen. Ihr Herz und ihr Wille etwas zu ändern sind riesig und beides werden durch den ebenfalls “kurvigen” Toby (Chris Sullivan) noch größer, der versucht ihr Herz zu gewinnen.

Gefühlt das vierte Kind im Bunde

Ich weiß nicht wie und ich kann auch nicht genau sagen, warum, aber ich hab mich schon wie ein Teil dieser Familie gefühlt. Dadurch, dass die Serie so viele Facetten und Sichtweisen der Charaktere und der Handlungen darlegt, gewinnt die Geschichte eine ganz neue Art von Komplexität. Der Zuschauer findet sich auf ganz andere Weise, noch tiefer in der Geschichte wieder. Ab Folge sechs habe ich fast jede folgende Episode geweint, weil ich so stark mit wirklich fast allen handelnden Personen mitgefühlt habe. Die Auslöser sind auch nicht immer Trauer oder Leid, sondern auch einfach pure Freude. Ich bin auch immer noch nicht darüber hinweg, dass die Mutter in der “Gegenwart” den Freund ihres Mannes nach seinem Tod geheiratet hat. Ich weiß noch nicht, wie das passiert ist. Aber ich sitze wie ein bockiges Kind vor dem Fernseher, kann keinerlei Sympathie für diese Person empfinden und denke einfach nur: Das ist nicht dein Platz! Du bist nicht Jack!”

Empfehlung meinerseits

This Is Us ist wirklich keine Serie, bei der man großartig etwas nebenbei machen sollte. Dann kann man es auch gleich lassen. Allein wegen der ganzen Zeitsprünge fordert die Serie sehr viel Aufmerksamkeit, um sie überhaupt richtig verstehen zu können. Und nimmt man sich dafür nicht genügend Zeit, entgehen einem auch die vielen kleinen aber bedeutsamen Details, die größeres erahnen lassen. Ich hab die erste Staffel in drei Tagen gesehen. Ich würde euch empfehlen, euch dafür mehr Zeit zu nehmen. Es kann etwas anstrengend am Stück werden, da man sich teilweise echt konzentrieren muss. Endlich eine Serie, bei der “Was bisher geschah” echt nützlich sein kann. Was ich zu sagen habe: Ich kann es nicht erwarten die zweite Staffel zu sehen! Denn es gibt noch einige offene Fragen, die es für mich zu klären gibt!

 

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