Reisebericht: 11. Tag Island - Die Blaue Lagune

Reisebericht: 11. Tag Island – Die Blaue Lagune

Zum letzten Mal: “Góðan Daginn, Ísland!” Heute geht es für uns zurück nach Deutschland – nach insgesamt elf wundervollen Tagen auf einer der schönsten Inseln, die ich je gesehen habe. Die elf Tage haben sich aber zugegebenermaßen eher wie ein Monat oder noch länger angefühlt, da wir einfach so viel gesehen und erlebt haben. Und wir sind auch noch nicht am Ende unserer Reise angelangt. Am letzten Tag in Island besuchen wir noch die Touristen-Attraktion überhaupt: Die Blaue Lagune oder auch die Bláa Lónið. In weiser Voraussicht haben wir unsere Tickets auch bereits von Deutschland aus gebucht und bezahlt. Und selbst da waren wir schon spät dran. Die Blaue Lagune lässt nämlich nur eine begrenzte Anzahl an Besuchern zu. So ist das Ticket an eine Einlasszeit gebunden. Danach darf man aber so lange bleiben, wie man möchte. Wir haben uns für das Comfort-Paket entschieden, das neben dem Eintritt noch eine Schlammmaske, ein Handtuch und ein Freigetränk beinhaltet. Da die frühen Zeiten bereits ausgebucht sind, haben wir unseren Zugang um 12:00 h gebucht und mussten dafür bereits anstatt 8.000 ISK, 10.000 ISK (ca. 81,30 Euro) zahlen. Die Preise auf der Website verstehen sich nämlich “ab”…

Tschüss, Kópavogur!

Etwas spät dran, kehren wir um 11:15 h Kópavogur den Rücken zu. Unsere Gastgeberin treffen wir leider nicht mehr an, weshalb wir den Schlüssel am Abholort deponieren und hoffen, dass das so in Ordnung geht. 40 Minuten später fahren wir dann schon die Auffahrt zur Blauen Lagune hoch. Am Parkplatz besteht die Möglichkeit, sein Gepäck einzuschließen. Jedoch haben wir nicht einmal das Gefühl gehabt – okay, ich manchmal vielleicht schon, weil ich etwas übervorsichtig bin – dass jemand an unser Auto gehen könnte. So haben wir auf unserer Reise hier und da immer mal unverriegelte Kofferräume gesehen und im Mývatn Nature Baths auch selbst eine Handtasche mit dem kompletten Lebensinhalt an der Information abgegeben.

Die Blaue Lagune

In der Befürchtung zu spät zu kommen, eilen wir den Weg zur Blauen Lagune hinauf, um dort festzustellen, dass eine lange Warteschlange unseren Zugang eh noch verzögern wird. Am Schalter wird uns dann freundlich erklärt, wo alles ist und so gehen wir frohen Mutes zu den Umkleiden, die gerade allesamt gesperrt sind. Das Problem wird aber schnell behoben und wir finden auch schnell vier Schränke, die nebeneinander liegen. Der Schließ- und Öffnungsmechanismus der Schränke über das Eintrittsband ist aber etwas ungeschickt gelöst. Es passiert nämlich immer wieder, dass man gerade einen Schrank zudrückt und in dem Moment jemand anderes sein Armband gegen den Sensor hält. Zack gehört ihm bzw. ihr der Schrank – mit deinen Sachen drin. Klasse. Wenn dir dann das noch halbnackt mit Französinnen, die kein Englisch sprechen passiert – herzlichen Glückwunsch.

Blaue Lagune in Island

Benutze Conditioner, um die Haare zu schützen

Bevor man ins Wasser darf, muss man sich nackt abduschen und ordentlich waschen. Dafür gibt es sogar einzelne Kabinen, damit sich niemand geniert. Die Duschbrausen sind an der Decke angebracht, weshalb automatisch auch die Haare nass werden. Sieht man im Bad also später Frauen mit trockenem Haar, kann man sich sicher sein, dass diese sich nicht gewaschen haben… Wir machen das aber natürlich und behandeln unser Haar mit Conditioner. Dieser soll die Haare vor dem Silica und den anderen Mineralien in dem Meerwasser schützen. (Dazu schon einmal vorab: Das bringt überhaupt nichts! Meine Haare sind nach zwei Kuren und mehreren normalen Wäschen immer noch sehr strohig und angegriffen.) Unser Handtuch können wir in einem Fach entsprechend unserer Schranknummer lagern. Das ist nur dann unpraktisch, wenn es nass geworden ist. Sobald man sein weißes Handtuch zum Trocknen aufhängt, kann man sich sicher sein: Das hängt hier später nicht mehr. Es herrscht also ein freundliches Handtuch-Hopping in der Blauen Lagune.

Gesichtsverwöhnung dank drei Masken

Dank des Comfort-Pakets können wir gleich drei Masken nacheinander auftragen. Wir beginnen mit einem Lava Scrub. Danach tragen wir eine Silica Mud Mask auf und anschließend die Algae Mask. Unsere Haut fühlt sich danach wundervoll weich an. Doch da wir nach der Behandlung noch stundenlang im Bad bleiben, verfliegt die Wirkung allmählich. Ich würde daher empfehlen, die Masken erst zu einem späteren Zeitpunkt aufzutragen.

Blaue Lagune in Island

Bar im Wasser

Cool ist, dass sich die Bar, wie auch die “Masken-Bar”, direkt im Becken befindet. So bekommt man die Getränke direkt in die Hand gedrückt und streift weiter durch das Meerwasser. Bei den Preisen (ca. 1.200 ISK für einen Cider) bleibt es für uns aber bei unserem Freigetränk. Dafür gehen wir immer wieder an die einzige Wasserfontäne unter einer Brücke, aus der Trinkwasser kommt. Davon hätten wir uns deutlich mehr gewünscht.

Entspannungsbereich!?

Auch der Entspannungsbereich ist ein Witz. Er ist winzig klein und nicht extra beheizt, sodass man hier nicht wirklich entspannen kann und lieber schnell zurück ins Wasser geht. Leider ist auch das Mitbringen von Essen nicht gestattet. Darum essen wir ganz heimlich in der Umkleidekabine. Ihr könnt es schon erahnen: Das Essen ist hier unbezahlbar! Eine Vorspeise gibt es ab 2.700 ISK (ca. 22,00 Euro)… Da versuche ich lieber in der Dampfsauna noch ein paar Gramm wegzuschwitzen – haha.

Entspannung pur – Selfietime!

Ansonsten ist die Blaue Lagune natürlich perfekt zum Entspannen. Zumindest wenn man sich möglichst weit von den anderen Besuchern entfernt. In der Blauen Lagune ist es nämlich gerade zu gewollt, dass man sein Smartphone mit ins Wasser bringt. Dazu werden an der Bar direkt die passenden Schutzhüllen verkauft. Und ja, wir machen auch die ein oder andere Aufnahme im Wasser. Danach kommt die GoPro aber direkt wieder in den Schrank. Andere Touristen hingegen haben ihr Smartphone die ganze Zeit über in der Hand und machen ein Selfie nach dem anderen. Das kann ganz schön anstrengend werden. Vor allem, wenn man versucht, auf möglichst wenigen im Hintergrund drauf zu sein. Wir suchen uns also eine eigene Ecke und beobachten die anderen Besucher aus der Ferne. Je später der Abend, desto mehr Isländer lassen sich auch endlich blicken. Spannend!

Blaue Lagune in Island

Heilende Wirkung

Der Blauen Lagune, die übrigens als ein Abfallprodukt durch das naheliegende geothermische Kraftwerk 1976 entstanden ist, werden heilende Wirkungen nachgesagt. Die einzigartige Kombination aus Mineralsalzen, Silica und blaugrünen Algen ist sehr gut für die Haut. Außerdem bietet das Bad zusätzliche Behandlungen und Massagen an, die man aber natürlich alle extra bezahlen muss. Ob der sechsstündige Aufenthalt in dem gerade mal 38 °C warmen Wasser uns jedoch so gut getan hat, weiß ich nicht so recht. Unsere Haut fühlt sich noch Tage später eher kreidig als weich an. Und meine Haare sind eine reine Katastrophe. Ich bekomme sie direkt nach dem Bad nicht einmal durchgebürstet. Karo muss mir daher helfen einen Zopf zu binden, damit ich nicht komplett wie ein kleiner Troll aussehe…

Ein letztes Mal Nordlichter

Gegen 19:00 h verlassen wir die Blaue Lagune und halten ein letztes Mal Ausschau nach Nordlichtern. Auf dem Weg nach Keflavík halten wir auf einem Parkplatz bei einer Nebenstraße und können hier nach ein paar Minuten noch einmal dieses wundervolle Schauspiel genießen. Seht ihr den Leuchtstreifen auf dem Foto? Das ist ein Flugzeug im Anflug auf Keflavík!

Ein Flugzeug im Anflug auf Keflavík

2.222 Kilometer durch Island

Um ca. 20:30 h kommen wir am Flughafen Keflavík an. Hier hat vor elf Tagen unsere zauberhafte Reise über die Insel aus Eis und Feuer begonnen. Was für magische elf Tage. Dabei immer sicher und zuverlässig an unserer Seite – unser Kia Sportage. Jetzt heißt es Abschied nehmen. Als wir die Hertz-Abgabestation gefunden haben, nehmen wir unseren Koffer aus Knust, wie wir unseren silbernen Flitzer getauft haben, und bedanken uns noch einmal bei ihm. Als ich die finale Abrechnung erhalte sehe ich, dass wir genau 2.222 Kilometer auf Island zurückgelegt haben. Wenn das kein Zeichen ist. Jeder Umweg, selbst der Typ in der 30er Zone von gestern hat zu dieser Zahl beigetragen. An dieser Stelle also: Danke, für Deine Rüpelhaftigkeit!

Tax Refund in 10 Sekunden

Ich habe euch ja bereits verraten, dass man in Island steuerfrei shoppen kann. Dazu müssen wir nur am Flughafen die Formulare zu den gekauften Artikel vorzeigen. Diese haben Anne und ich fein säuberlich am Morgen ausgefüllt. Auch haben wir, wie gefordert, die Schilder an den Sachen gelassen. Das interessiert hier aber eigentlich auch niemanden. Uns werden die Formulare abgenommen, kurz drauf geguckt, Stempel drauf – fertig. Das ganze dauert zehn Sekunden. Gut, dass wir dafür 45 Minuten eingeplant haben, wie man uns im Internet riet.

Check-In & ab geht’s!

Mit noch sehr viel Zeit bis zum Abflug um 00:45 h packen wir unsere Koffer in aller Ruhe um. Die Beschränkungen bei Germania liegen bei 20 Kilogramm für aufgegebenes Gepäck und sechs Kilogramm für Handgepäck. Da Kims Kameraequipment sehr viel wiegt, müssen wir also ein wenig umdisponieren. Anschließend holen wir unsere Tickets am Schalter ab, essen unseren letzten Skyr auf, der hier übrigens wirklich ganz anders schmeckt als von Arla, und gehen durch den Security-Check. Dahinter finden wir übrigens doch noch erschwingliche Mitbringsel: Schokoriegel mit Salz und Lakritze für nur 56 ISK (ca. 0,46 Euro). Bis zum Boarding gegen 00:15 h ist es dann auch nicht mehr weit. Der Wind steht allerdings so gut, dass wir noch etwas am Boden bleiben müssen. Der Flughafen in Bremen öffnet erst um 06:00 h.

Home sweet Home

Nach dem Start kann ich durch mein Fenster tatsächlich noch ein paar Nordlichter am Himmel sehen, bevor ich meine Augen schließe und tatsächlich ein wenig schlafe. Damit verschlafe ich auch Der Marsianer – Rettet Mark Watney, der in dem etwas moderneren Flieger im Vergleich zum Hinflug lief. Das Omelette mit Frischkäse, das zum Frühstück gereicht wird, erinnert mich leider auch zu sehr an Krankenhaus und so begnüge ich mich mit den Kartoffeln und dem Paprika-Mix, die als Beilage dabei sind. Nach nur drei Stunden landen wir dann auch tatsächlich schon in Bremen, wo tatsächlich noch alles schläft. Kein Wunder also, dass unsere Koffer als letztes vom Band kommen. Jetzt schnell noch einen Kaffee geholt, dann steht auch schon unser Shuttle-Service bereit. Wir steigen um in Kims Auto und so navigiere ich uns durch den norddeutschen Nebel zurück nach Hamburg. Jetzt nur noch vom NDR nach Barmbek und mein Bett hat mich endlich wieder. Schnell noch die erste Waschmaschine angeschmissen und auf die heile Ankunft der anderen gewartet und dann schließe ich die Augen, um von Island zu träumen.

6 comments

  1. Nadine von tantedine.de

    Vielen Dank für diesen tollen Beitrag 🙂 Ich habe die Bilder schon bei Insta gesehen und freue mich schon, wenn wir endlich mal nach Island reisen. Ich möchte auch unbedingt zur blauen Lagune. Nur das mit dem Haar finde ich echt mies. Dann brauche ich sicherlich eine Olapex Kur danach 😀

    Liebe Grüße
    Nadine von tantedine.de

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    1. Jil

      Wenn nicht sogar zwei! Meine Haare sind jetzt endlich wieder im “Normalzustand”. Hat ganz schön gedauert…

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  2. Clemens

    Kommt sofort auf die Liste Jil 🙂

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  3. Melli

    Hi Jil,
    nach Island möchte ich schon lange, u.a. wegen der Nordlichter. Aber auch die Blaue Lagune klingt so, als müsste ich ihr einen Besuch abstatten 😉 , auch wenn die Preise nicht gerade günstig sind.
    LG Melli

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    1. Jil

      Auf jeden Fall und es gibt noch so mehr tolles dort zu entdecken <3

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