Filmkritik: What Happened To Monday

Filmkritik:
What Happened To Monday?

In einer Welt mit strenger Ein-Kind-Politik versuchen sieben Schwestern, gemeinsam zu überleben. Doch What Happened To Monday?

3.5 von 5 Popcorntüten

Die Handlung

In einer nahen Zukunft haben Überbevölkerung und Hungersnot zu einer drastischen Ein-Kind-Politik geführt. Illegal geborene Kinder werden von dem „Kinder-Zuteilungsbüro“ unter der Leitung der unerbittlichen Nicolette Cayman (Glenn Close) aufgegriffen und mit einem speziellen Verfahren eingefroren. In diesem Zustand sollen sie verweilen, bis sich die Erde von der Überpopulation erholt hat. Das strenge Durchgreifen versetzt liebende Eltern und Geschwister in Angst und Schrecken.

Terrence Settman (Willem Dafoe) verliert bei einer schwierigen Geburt seine geliebte Tochter und bekommt dafür sieben Enkelinnen Monday, Tuesday, Wednesday, Thursday, Friday, Saturday und Sunday (Noomi Rapace) geschenkt. Für ihn ist klar, dass er seine Mädchen nicht hergeben wird. Es beginnt ein erbittertes Versteckspiel vor dem „Kinder-Zuteilungsbüro“. Um gemeinschaftlich zu überleben, müssen die identisch aussehenden Schwestern nach außen hin eine einzige Identität annehmen: Karen Settman. Als die Schwestern alt genug sind, dürfen sie die Wohnung erstmals verlassen, aber nur eine zur Zeit. Während die anderen sechs gemeinsam in ihrer Wohnung gefangen sind, darf eine der Schwestern am Wochentag, dessen namen sie trägt, in die Öffentlichkeit und am gesellschaftlichen Leben teilnehmen.

Dieser Plan scheint zunächst auf zu gehen. Den Schwestern gelingt es, bis ins erwachsenen Alter ihre Fassade zu wahren. Doch eines Tages kehrt Monday nicht zurück in die gemeinschaftliche Wohnung…

Mein Fazit

What Happened To Monday? behandelt ein spannendes Thema, das für die heutige und zukünfitge Gesellschaft immer brisanter wird: Überbevölkerung. In den letzten 200 Jahren ist die menschliche Bevökerung hyperexponentiell angewachsen. Zwar zeigt die aktuelle Wachstumsrate einen rücklaufenden Trend, jedoch werden immer noch deutlich mehr Menschen geboren, als dass sie sterben. Für 2050 sollen gut 9,55 Milliarden Menschen die Erde bevölkern. Da steht die Frage im Raum: Wann sind die Kapazitäten ausgeschöpft? Wann ist es nicht mehr möglich, alle Menschen zu ernähren? What Happened To Monday? liefert einen moralisch und ethisch fragwürdigen „Lösungsweg“, die Ein-Kind-Politik, die in China bis 2016 bereits praktiziert wurde, nur mit noch drastischeren Maßnahmen. In der post-dystopischen Welt im Jahr 2073 haben katastrophale Wetterbedingungen, Überbevölkerung und knapper werdende natürliche Ressourcen das Überleben auf der Erde stark erschwert. Aus diesem Grund sollen alle nicht erstgeborene Kinder mittels eines speziellen Verfahrens eingefroren werden und erst wieder ins Leben geholt werden, wenn die Erde die Menschenmassen wieder tragen kann. Dass dies jedoch nicht die ganze Wahrheit ist, ist von Anfang an sehr offensichtlich.

Monday, Tuesday, Wednesday, Thursday, Friday, Saturday & Sunday

Im Fokus der Geschichte stehen jedoch die sieben Schwestern, die versuchen, das System zu untergraben. Der liebende Großvater hat die Mädchen von klein auf, auf das Leben unter dem strengen Regim vorbereitet – und das rigoros. Denn die identischen Siebenlinge müssen eben, um die Fassade einer einzigen Person zu wahren, dies sein: identisch. Wie das Leben jedoch so spielt, verändern sich Menschen zum Beispiel durch äußere Einflüsse und was einer der sieben passiert, muss auch den anderen widerfahren. Spätestens an dieser Steller wird klar, warum die Altersfreigabe bei 16 Jahren liegt…

Die Frau hinter den Frauen: Noomi Rapace

Hinter den sieben Frauen steckt ein und dieselbe Person: Die schwedische Schauspielerin Noomi Rapace – bekannt aus der schwedischen Erstverfilmung von Stieg Larssons Millennium-Trilogie. Mit beeindruckender Liebe zum Detail gelingt es ihr, jeder der Figuren einen ganz eigenen Charakter zu verleihen und diesen konsequent in jeder einzelnen Szene zu wahren. Die verschiedenen Charaktere hat Rapace zusammen mit Regisseur Tommy Wirkola weit vor dem Start der Dreharbeiten herausgebildet. Auch Clara Read, die die jungen Settman Schwestern darstellt, macht einen sehr guten Job und hat damit den Grundstein für die Figuren gelegt. Dazu beigetragen haben zudem Maskenbildner Giannetto De Rossi und Kostümbildnerin Oana Paunescu, die jeder Figur ihren individuellen Look gegeben haben, der den jeweiligen Charakter perfekt unterstreicht.

Spezialeffekte am Limit

Um sieben Schwestern in einem Bild zu zeigen, wurden mehrere Techniken vermischt. Dazu wurden Gesichter digital ersetzt oder es wurde mit Splitscreen, statischen Kameras und Doubles gearbeitet. Leider sieht dennoch selbst das ungeschulte Augen an manchen Stellen, dass hier eindeutig mit Tricks gearbeitet wurde. Doch lassen vor allem sämtliche weiteren Spezialeffekte in What Happened To Monday? leider sehr zu wünschen übrig. Gerade gen Ende des Films wirkt sich dieser Umstand negativ auf die Wirkungsweise des Actionstreifens aus. Der Zuschauer wird geradezu aus der Illusion einer tatsächlich passierenden Geschichte gerissen und zurück in die Gegenwart geworfen mit dem Bewusstsein: Es ist nur ein Film

Ein Twist am Ende

Wie, weshalb, warum das Geheimnis der Settman Schwestern aufgedeckt wurde, wird erst ganz zum Schluss verraten. Der Twist dabei ist durchaus überraschend und gelungen. Der Grund für diesen ist allerdings etwas enttäuschend. Dadurch wird der Schwerpunkt, der eigentlich auf die Tätigkeiten der Regierung liegen sollte, verschoben. An dieser Stelle hätte What Happened To Monday? noch viel provokativer sein können und müssen. Leider wurde hier viel Potenzial, das die Thematik mit sich bringt, nicht vollends ausgeschöpft. Nichtsdestotrotz brilliert der Film durch sehr starke und schonungslos brutale Actionszenen mit Rapace in Bestform sowie einen sehr spannenden Handlungsablauf, weshalb unter dem Strich vielleicht etwas zu lange 123 Minuten einer unterhaltenden aber auch erschreckenden Zukunftsversion bleiben, die zum Nachdenken anregt.

Trailer zu „What Happened To Monday?“

 

One comment

  1. Dilan

    Sehr gut erklärt und geschrieben!
    Ich liebe Filme aber glaube, dass dieser nicht so meinem Geschmack entspricht 🙂

    Lots of Love, Dilan from  DILANERGUL </a

    Antworten

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