Filmkritk: The Crown

Serienkritik: The Crown

Netflix wird royal – mit dem Netflix Original The Crown werden die Krönung und der Werdegang von Queen Elisabeth II von England dargestellt. Ein “Must See” für jeden Royal Fan!

3.5 von 5 Popcorntüten

Als bekennender Fan des britischen Königshauses, mit William und Kate Postkarten zu Hause, musste ich die Serie The Crown einfach ansehen! Abgesehen davon, dass ich neugierig war, wie die Macher von The Crown Queen Elisabeth II und Prinz Philip in jungen Jahren darstellen, hat mich eher der private Hintergrund der beiden geködert. Wie ist es den beiden ergangen, als Elisabeth II von heute auf morgen – viel früher als erwartet – Königin wurde? Wie hat das ihr Familienleben und sie als Person verändert?

Die Handlung

Lillibet (Claire Foy), wie ihre Familie sie vor ihrer Krönung noch nannten, ist frisch mit ihrem Philip (Matt Smith) verheiratet, renoviert mit ihm und ihren zwei kleinen Kindern ihr neues Heim und plant ihre Zukunft, als ihr Vater viel zu früh verstirbt. Ihre rosigen und entspannten Träume sind passé. Ihre Zukunft sieht nun strikte Etikette und Repräsentanten-Besuche auf der ganzen Welt vor. Nicht nur sie, sondern vor allem ihr ehrgeiziger und leicht egoistischer Ehemann, haben mit ihrer neuen Rolle sehr zu kämpfen. Der enorme Druck belastet nicht nur Lillibet als Person, sondern auch die Beziehung zu ihrem Mann und ihrer ganzen Familie. Vor allem das Verhältnis zu ihrer Schwester Margaret (Vanessa Kirby), wie sich im Laufe der Serie herausstellen wird, leidet unter dem neuen Status der Königin. Ein anderer grundlegender Aspekt der Serie ist aber auch das Verhältnis zwischen der jungen Queen und dem Premier Winston Churchill (John Lithgow), der sie in ihrer neuen Rolle prägt.

Trailer zu “The Crown”

Preise, Preise, Preise

The Crown ist mit einem geschätzten Budget von 80 Millionen US Dollar, nur für die erste Staffel, die bisher teuerste Netflix-Produktion. Aber die kann sich auch wirklich sehen lassen! Die Frisuren, die Kostüme und vor allem die Settings sind mit viel Liebe zum Detail inszeniert.

Seht es euch gerne selbst an, denn, man fühlt sich wie in einer anderen Zeit. Dies ist auch mitunter auch ein Grund, warum der Inhalt so glaubwürdig wirkt. Denn die Frisuren, das Make-Up und die Kostüme sind sehr authentisch gestaltet und in Verbindung mit der Darbietung der Schauspieler, auf die ich noch näher eingehen werde, wird die bereits vergangene Zeit wieder zum Leben erweckt. Lasst euch von Netflix zu den Anfängen von Queen Elisabeth II zurückversetzen und seht selbst!

Ein Indiz dafür, das sich das Investment von Netflix gelohnt hat, sind die Preise, die die Serie schon abgeräumt hat: Zwei Golden Globes für die beste Dramaserie und für Claire Foy als beste Hauptdarstellerin in einer Drama-Serie in 2017. Dazu kommen jeweils für Claire Foy und John Lithgow ein Screen Actors Guild Award (SAG), der von der Schauspielergewerkschaft verliehen wird.

Honoured. Humbled. Happy. #GoldenGlobes #TheCrown

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Der Cast

Der beste Inhalt und die besten Ideen nützen einem Nichts, wenn die Schauspieler diese nicht richtig rüber bringen. Davon kann bei dieser Serie jedoch nicht die Rede sein. Die Preise für die Darstellungen sind redlich verdient. Das Gefühlschaos, welches Elisabeth durchlebt, fühlt man durch Claire Foys Interpretation hautnah mit. Generell kann ich sagen, dass alle handelnden Personen wirklich gut besetzt wurden. Meine absoluten Favoriten sind jedoch Vanessa Kirby, als Prinzessin Margret – die kleine Schwester Elisabeths – und Ben Miles, als Peter Townsend. Die Geschichte, die die beiden verbindet, und vor allem ihr Ausgang geht ans Herz. Die zwei starken und unterschiedlichen Charaktere der “Partyprinzessin” und des Fliegerobersts werden mit viel Ausdruck dargestellt. Alle Schauspieler punkten mit ihrem Ausdruck. Im königlichen Hause verhalten sich alle recht leise und unaufgeregt, es soll bloß keine negative Aufmerksamkeit erregt werden. Deshalb lebt die Serie durch die feinen Ausdrücke der Schauspieler.

Mehrere Facetten bieten eine runde Story

Was mir mit am Besten an der Serie gefällt, ist, dass es mehr als nur einen Schauplatz gibt. Der Fokus liegt klar bei Queen Elisabeth II und wie sie in ihre neue Position hineinwächst. Dies ist jedoch in mehrere Handlungsstränge aufgeteilt. Als ersten Handlungsstrang dominiert die Beziehung von Elisabeth und ihrem Ehemann Philip, in der ein Konfliktverhältnis zwischen der privaten und der öffentlichen Rolle besteht. In der Öffentlichkeit muss ihr Mann stets hinter ihr stehen. Dies versucht er im Privaten zu kompensieren. Durch vermehrte Alleingänge versucht er, sein angekratztes Ego wieder aufzubauen. Ein weiterer Handlungsstrang wird durch das verschobene Gleichgewicht zwischen ihr und ihrer Familie gebildet. Plötzlich entscheidet Elisabeth, als Ranghöchste, wer welche Auftritte wahrnimmt und sogar, wen ihre Schwester heiraten darf und wen nicht.

Einen Kontrast zum Familienverhältnis bietet die Geschichte um sie und Winston Churchill, einer ihrer stärksten Partner in der neuen Rolle, der sie als Königin und auch menschlich wachsen lässt. Dieser tritt in der Serie jedoch nicht nur in Verbindung mit der Protagonistin auf, sondern erhält auch einen ganz eigenen Handlungsstrang. Seine Situation und Stellung in der Regierung, wer versucht ihn absetzen zu lassen und vor allem, wie er versucht das Land zu führen, werden thematisiert. Das Zusammenspiel zwischen ihm und der Queen ist wirklich sehr interessant und teilweise auch amüsant. Insgesamt gibt es demnach drei große Handlungsstränge rund um Elisabeth und auch einen eigenen rund um Churchill.

Mein Fazit

3.5 von 5 Popcorntüten

Ehrlich gesagt, habe selbst ich ca. eineinhalb Episoden gebraucht, um mich in die Serie und den Inhalt einzufühlen. In den ersten Episoden wird dem Zuschauer erst einmal der Kontext der Zeit, in der die Serie spielt und in welcher Lage sich England und der König sich befindet, näher gebracht. Dies ist sowohl sinnvoll als auch notwendig, um einen ein Verständnis und Gefühl für die eigentliche Geschichte, die darauf folgt, zu erlangen. Dies zieht sich jedoch auf der Episodenlänge von etwa jeweils einer Stunde sehr. Ich sage euch, das Durchhalten der ersten zwei Episoden lohnt sich aber und ist natürlich auch nicht für alle langweilig. Sobald man sich auf Thema und Zeit eingelassen hat, kann man sich komplett von der Geschichte und den Darsteller mitreißen lassen. Ging es euch genauso? Wie gefällt Euch The Crown und die Geschichte die Peter Morgan, ebenfalls Drehbuchautor von dem Spielfilm The Queen, entwickelt hat? Lasst mir gerne eure Meinung in den Kommentaren da!

Foto by Dennis Löffka

14 comments

  1. Anna

    Danke für deine Kritik! 🙂
    Gute Serien kann man immer mal gebrauchen, ich werde es mal auf meine “watch list” schreiben 🙂

    Antworten

    1. Nicole

      Liebe Anna, danke für dein Feedback! So mache ich das auch immer, meine Watch-List wächst und wächst. Liebe Grüße Nicole

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  2. Simone Orlik

    Cool, das hört sich spannend an! ich bin gerade noch bei Games of Thrones und House of Cards, aber das schreibe ich mir mal auf! Liebe Grüße, Simone

    Antworten

    1. Nicole

      Liebe Simone, vielen Dank! Die beiden Serien muss ich auch noch unbedingt sehen! Liebe Grüße, Nicole

      Antworten

  3. Nadine von tantedine.de

    Super cool! Ich wollte letztens mal wieder Netfilx anschalten und was dann?? Mein Netzwerkkabel ist defekt!! Waahhh ich muss erstmal ein neues Kabel kaufen 😀

    Liebe Grüße
    Nadine von tantedine.de

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    1. Nicole

      Liebe Nadine, danke für deinen Kommentar 🙂 Oh, ich fühle mit dir! Ich hoffe du bekommst so schnell wie möglich ein neues Kabel! Liebe Grüße, Nicole

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  4. wunschschmiede

    Danke für die Vorstellung und die Serienkritik. Ist jetzt nicht unbedingt mein Geschmack, werde es aber weiterempfehlen!

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  5. Alexandra Roeske

    Hi ich muss gehsten ich habe kein Netflix und bin auch sonst kein großer TV oder Serien schauer. Von der Serie habe ich schon gehört. Dank deiner Kretik kann ich mir nu etwas darunter vorstellen. Lg Alex von http://margreblue.de/

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  6. Lena

    Hi liebe Nicole
    Oh, die Serie kannte ich noch gar nicht. Ich bin aber ehrlichgesagt nicht so ein Serien-Schauer, da ich eher Dokus oder Filme schaue. Was aber das ganze für mich interessant machen würde, die Geschichte von Queen Elisbeth und wie sie in die Rolle als Königin hineinwächst. Sie ist ja schon eine ganz schön interessante Persönlichkeit.
    Liebe Grüsse

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  7. My Travel Diary USA

    Ich glaube ich muss jetzt endlich Netflix abonnieren, damit ich die tollen Serien auch mal anschauen kann.
    Liebe Grüße
    Sigrid

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  8. Anni

    Wie gut – ich habe mir erst gestern einen Netflix Account gemacht (wohl als letzter Mensch der Welt..) und suche nun fleißig nach Serien Input 🙂 Das klingt doch schonmal gut.

    LG
    Anni von http://www.yogagypsy.de

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  9. Avaganza

    Liebe Jil,

    ich bin ein Royal Fan :-)! Und Netflix habe ich noch immer nicht aktiviert – mhhh … jetzt wird es aber echt Zeit. Du hast mir jetzt Lust darauf gemacht, jetzt möchte ich es auch sehen!

    Danke für deinen Tipp – genau das Richtige für mich!
    lg
    Verena

    Antworten

    1. Jil

      Das gebe ich gerne an Nicole weiter, die hier wieder fleißig tätig war 😉 Danke Dir!

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  10. Mona

    Liebe Jil,

    bin schon ein paar Mal über den Trailer gestolpert und hab mich gefragt, ob die Serie einen Kauf wert ist (Internet-Leitung ist zu lahm). Da kommt deine Rezension grade recht. Als bekennender Tudor-Fan wage ich mich ran. Aber erst mal die Sopranos zu Ende schauen – was für ein Serienstress *lach

    Liebe Grüße
    Mona

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