Filmkritik: Valerian - Die Stadt der tausend Planeten

Filmkritik: Valerian – Die Stadt der tausend Planeten

In Valerian – Die Stadt der tausend Planeten treten Valerian und seine Partnerin Laureline eine Mission an, um Alpha und seine Bewohner zu retten.
4 von 5 Popcorntüten

Die Handlung

Als die kleine Raumstation “Alpha” 2020 ins All aufbrach, konnte keiner ahnen, welche Ausmaße diese im Laufe der Zeit noch annehmen sollte. Im 28. Jahrhundert hat sie die Erdumlaufbahn schon lange verlassen und beherbergt inzwischen 1.000 verschiedene Spezien aus den entlegensten Winkeln des Universums. Doch eine Bedrohung im Zentrum der Stadt, droht “Alpha” zu zerstören. Um dies zu verhindern werden die Spezialagenten Valerian und Laureline engagiert.

Die zwei Partner sorgen im Auftrag der Regierung für die Aufrechterhaltung der Ordnung im gesamten Universum. Nun gilt es die siebzehn Millionen Einwohner von “Alpha” zu retten und das erlernte und geteilte Wissen zu bewahren. Doch was geht wirklich in “Alpha” vor? Und was hat es mit diesem merkwürdigen Traum von Valerian auf sich? Und am aller wichtigsten: Wird Laureline sich endlich auf den Frauenheld einlassen?

Mein Fazit

Zunächst einmal vorweg: Valerian ist nicht der Name der “Stadt der tausend Planeten”, sondern die der männlichen Hauptfigur. Die Stadt nennt sich “Alpha”. Der deutsche Titel ist somit etwas irreführend. Da wunder ich mich wieder, warum man nicht den englischen Titel Valerian and the City of a Thousand Planets – mit der Betonung auf “and” (und) – übernehmen konnte. Aber nun gut, der etwas missliche Titel trübt schließlich die Qualität des Science-Fiction-Abenteuers nicht.

Worum geht es?

Die Story beginnt mit einem Traum, den Valerian hat. In dem Traum sieht er einen fremden Planeten und seine Bewohner, die durch unbekannte Mächte plötzlich vernichtet werden. Zu Beginn kann der Zuschauer diesen Traum genauso wenig einordnen, wie Valerian selbst. Das macht die Handlung sehr spannend. Der Zuschauer fügt mit Valerian und Laureline gemeinsam die Puzzle-Stücke nach und nach zusammen, sodass es bis zum Schluss spannend bleibt und es nie langweilig wird. Der Groschen, worum es in ihrer Mission tatsächlich geht, fällt ziemlich spät. Dafür ist das “große” Finale eine kleine Enttäuschung. Wo die Actionkurve noch einmal immens ansteigen könnte, bleibt sie eher auf einem mittleren Niveau. Auch die Spannung, was jetzt noch schief gehen könnte, ist quasi nicht gegeben, da die potenziellen Unruhestifter immer wieder in Erinnerung gerufen werden.

Dreamteam Dane DeHaan und Cara Delevingne

Ich muss sagen, dass mir die Kombination von Dane DeHaan als Valerian und Cara Delevingne als Laureline überraschend und ausgesprochen gut gefallen hat. Ich bin zwar immer noch kein großer Fan von Delevingne als Schauspielerin, aber immerhin hat sie es in Valerian – Die Stadt der tausend Planeten Suicide Squad– im Gegensatz zu in – geschafft mehr als nur zwei Gesichtsausdrücke auf ihr Gesicht zu zaubern. Die Rolle passt auf jeden Fall zu ihr und so überzeugt sie vor allem in humoristischen Szenen. Dennoch fehlt es ihr noch immer an Glaubwürdigkeit in emotionaleren Szenen. Dafür hat mich DeHaan auf ganzer Linie überzeugt. Den Schauspieler kannte ich bisher nur als Harry Osborn in The Amazing Spider-Man 2: Rise of ElectroDie zwei harmonieren, so unterschiedlich sie auf den ersten Blick wirken, wunderbar auf der Leinwand.

Liebt sie ihn? Liebt er sie?

Das Liebesdrama rund um die zwei Hauptfiguren Valerian und Laureline wird dem Zuschauer immer wieder ins Gedächtnis gerufen. Ich finde jedoch die Basis, für Laurelines Misstrauen sehr dünn. Dass Valerian ein Frauenheld ist, wird nur erwähnt und durch eine “Playlist” mit seinen Eroberungen gestützt. Für den Zuschauer fehlen aber die Beweise in Form von eindeutigen Szenen, Beschuldigungen, ehemalige Affären denen die zwei begegnen oder ähnliches. So wirkt Valerian lediglich als Mann mit Vergangenheit, der sich um die Liebe seiner Partnerin bemüht. Insgesamt lenkt die Liebesgeschichte sehr von der Hauptstory ab. Da ich die Comics Valerian und Veronique, die als Grundlage für den 3D-Film dienen, nicht kenne, kann ich nicht beurteilen inwieweit sie sich an diesen orientiert haben. Dennoch finde ich vor allem das Drama zum Ende der Story hin etwas überzogen.

#Valerian and Laureline know how to get through the cold days.

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Rihanna?

Apropos überzogen: Die Szene mit Rihanna als Bubble sprengt jeglichen angemessenen Zeitrahmen. Zunächst habe ich überhaupt nicht verstanden, was Valerian in dem Tanzlokal überhaupt möchte. Später hat alles wieder Sinn gemacht, jedoch ist die Szene unverhältnismäßig lang. Zudem ist es offensichtlich und sogar sichtbar, dass viele Tanzszenen nicht von Rihanna selbst performt wurden. Dazu wurde das Bodydouble Emilie Livingston engagiert. Auch wenn Rihanna in ihren verschiedenen Kostümen eine gute Figur macht, ich hätte sie nicht in dem Film gebraucht…

Alpha, die Stadt der tausend Planeten

…ist wirklich beeindruckend und gut umgesetzt. Man hat jedoch eher das Gefühl in einem Computerspiel zu sein, als in der realen Welt. Die CGI-Technik ist demnach sehr stark wahrnehmbar, schadet dem Film jedoch nicht. Was mich etwas genervt hat ist jedoch, dass man von den 1.000 Planeten nur sehr wenige präsentiert bekommt. Der Einfachheit halber wurden immer wieder die gleichen Bereiche der Stadt gezeigt. Dafür sind die Bereiche, die näher beleuchtet werden, sehr detailgetreu dargestellt. Man denke an Mül und seine Bewohner die Pearls, die mich mit ihren rein weiblichen Stimmen allerdings auch irritiert haben. Mein Lieblingsalien ist auf jeden Fall der Boulan-Bathor, der Laureline einkleidet. Aber auch die Qualle und natürlich der niedliche Transmutator sind absolute Highlights von Valerian – Die Stadt der tausend Planeten.

Ein gelungenes Science-Fiction-Abenteuer

Alles in allem ist Valerian – Die Stadt der tausend Planeten ein wirklich gelungenes Science-Fiction-Abenteuer mit einer atemberaubenden Atmosphäre. Die 138 Minuten werden wunderbar musikalisch untermalt und sorgen für Spannung und Erheiterung. Wer jedoch kein absoluter 3D-Fan ist, kann auch hier gerne auf den 3D-Zuschlag verzichten, da diese nur selten tatsächlich hervortreten. Nach Valerian – Die Stadt der tausend Planeten wünsche ich mir auf jeden Fall auch eine “Alex”, die mir das Leben erleichtert und ich möchte in verschiedenen Dimensionen shoppen gehen – auch wenn die Einkäufe nicht so berauschend aussahen. Jedoch muss ich sagen, dass ich nicht zwingend eine Fortsetzung benötige, sie mir aber im Fall der Fälle sicher angucken würde. Habt ihr den Valerian – Die Stadt der tausend Planeten schon geguckt und kennt ihr die französischen Originalcomics?

Spieletipp: Shot-Game “Valerian”

Wer auf der Suche nach einem neuen Trinkspiel ist, ist bei Valerian – Die Stadt der tausend Planeten auf jeden Fall an der richtigen Adresse. Vor allem Valerians Partnerin Laureline liebt es seinen Namen bei jeder Gelegenheit zu rufen. Zwischenzeitlich ist das ziemlich nervig, schlägt aber – zumindest bei mir – ab etwa dem zweiten Drittel in Belustigung um.

Trailer zu “Valerian – Die Stadt der tausend Planeten”

 

 

13 comments

  1. Sam Cadosch

    Mal wieder ein Film, der mich interessiert! Danke, Jil! 😀

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    1. Jil

      Gerne und viel Spaß beim Gucken!

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  2. My Travel Diary USA

    Von dem Film hatte ich bisher noch gar nichts gehört, Ich mag ja Science Fiction Filme sehr gerne, mal schaun ob ich meinen Mann dazu bringe ihn mit mir anzuschaun. Er steht nämlich nicht so auf das Genre.
    Liebe Grüße
    Sigrid

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    1. Jil

      In der Not ohne ihn gehen, liebe Sigrid 😉

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      1. My Travel Diary USA

        Das wäre natürlich auch eine Idee, liebe Jil.

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  3. Avaganza

    Liebe Jil,

    als bekennender Cineast habe ich deine Filme ja meistens schon gesehen oder schaue sie mir nach deiner Filmkritik an, weil ich darauf Lust bekomme. Allerdings Science Fiction ist so überhaupt nichts meines 😉 … sorry, aber diesen Film lasse ich dann doch lieber aus ;-). Das liegt aber nicht an deiner Kritik oder deinem Beitrag … sondern weil ich dieses Genre so überhaupt nicht mag …

    Danke trotzdem :-)!

    Liebe Grüße
    Verena

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    1. Jil

      Liebe Verena,
      na gut.. Aber Luc Besson hat hier echt einen guten Job gemacht 😉

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  4. Manuela P.

    Das wäre jetzt nicht mein favorisiertes Genre, aber danke für deine Vorstellung. Sehr schön geschrieben.

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    1. Jil

      Danke Dir und sehr gerne 🙂

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  5. writteninredletters

    Sehr gute und hilfreiche Review. Ich finde es super, dass du so auf einzelne Bereiche eingehst. 🙂 Habe den Film selbst noch nicht gesehen und bin noch am überlegen, ob ich reingehe.

    Liebe Grüße
    Hanna

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    1. Jil

      Liebe Hanna, danke für Dein Feedback! Also ich habe den Film wirklich genossen, darum kann ich es Dir nur empfehlen 😉
      Beste Grüße
      Jil

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  6. primetimechaos

    Von dem Film hab ich ja noch nie gehört! Ich liebe Action und Science Fiction, da muss ich mal genauer hinsehen, danke dir!
    Alles Liebe, Theresa

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    1. Jil

      Unbedingt! Das ist dann definitiv ein idealer Film für Dich 🙂

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