Filmkritik: Wonder Woman

Filmkritik:
Wonder Woman

DC meldet sich zurück mit: Wonder Woman im Kampf gegen den Gott des Krieges! Die Amazonenkriegerin verlässt ihr Inselparadies, um der Menschheit den Frieden zu bringen.

4 von 5 Popcorntüten

Die Handlung

Der Legende nach wurden die Menschen eines Tages von dem Gott Zeus nach dessen Abbild geschaffen. Sie waren herzensgut und haben in Frieden zusammengelebt. Bis der Bruder des Zeus, Ares, Zwietracht zwischen den Menschen schuf, um dessen wahre Natur hervorzubringen. Ein Krieg entbrannte und so schickte Zeus die Amazonen auf die Erde. In einem unerbittlichen Kampf gelang es Zeus schließlich seinen Bruder, den Gott des Krieges zu besiegen. Doch gelang es ihm nicht, Ares zu töten, weshalb er mit seiner letzten Kraft den “Gottes Töter” erschuf.

Die Welt lebte fortan in Frieden. Doch die Amazonen hielten sich all die Jahre für die Rückkehr Ares kampfbereit. Getrennt von der Menschheit leben sie auf einem abgelegen Inselparadies. Der größte Stolz der Amazonenkönigin Hippolyta (Connie Nielsen) ist ihre Tochter Diane (Gal Gadot), die eigens von Zeus aus Ton geschaffen und zum Leben erweckt wurde. Sie ist das einzige Kind auf der Insel und kann es nicht abwarten, zur Kriegerin augebildet zu werden. Ihre Mutter möchte dies jedoch mit allen Kräften verhindern, weshalb sie heimlich mit ihrer Tante Antiopa (Robin Wright), die stärkste aller Amazonen, trainiert. Schließlich stimmt Hippolyta der Ausbildung zu und so soll Diane noch mächtiger werden als Antiopa.

Die Jahre vergehen und die Präsenz von Ares wird immer spürbarer. Da stürzt Steve Trevor (Chris Pine), ein amerikanischer Pilot, kurz vor der verborgenen Insel ab und die Deutschen stürmen die Insel. Diane rettet den Piloten und die Amazonen stellen sich den Kampf gegen die Soldaten. Diane erfährt von dem fürchterlichen Konflikt im der Rest der Welt und verlässt auf eigene Faust mit Trevor die heimische Insel. Sie ist überzeugt davon, dass Ares hinter dem Krieg steckt und ist gewillt, ihn mit allen Mitteln zu besiegen.

Every warrior has an origin. #WonderWoman #WonderWednesdays

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Mein Fazit

Wonder Woman gehört definitiv zu den besseren DC-Filmen der letzten Jahren, hat jedoch auch die ein oder andere Schwäche. Ich war mit der Bewertung sehr hin- und hergerissen. Fand ich den Film nun gut oder haben die visuell offensichtlichen Schwächen die Qualität doch dermaßen abgewertet, dass ich mich für eine schlechtere Kritik entscheiden muss. Letztlich habe ich mich dazu entschieden, den Fun-Faktor an höchster Stelle zu setzen und bin aus dem Grund gerade noch bei vier von fünf Popcorn-Tüten gelandet, wobei es eher 3,75 Popcorn-Tüten sind. Warum, erzähle ich Euch im Folgenden.

Wonder Woman vs. Steve Trevor

Gal Gadot, die Wonder Woman spielt, hat sich für die Rolle ordentlich ins Zeug gelegt und sich, wie ihre Amazonen-Kolleginnen, vermutlich in die physisch beste Verfassung ihres Lebens gebracht. Praktisch, dass die isrealische Schauspielerin durch eine militärische Ausbildung eh schon in guter Verfassung war. Gadot ist eine wirklich atemberaubend schöne Frau und überstrahlt die anderen Kriegerinnen mit ihrer Weiblichkeit. Doch so stark und taff Wonder Women wirkt, genauso naiv und planlos agiert sie. Ohne Steve Trevor, gespielt von Chris Pine, der ihr immer wieder erklären muss, wie die Dinge in der Welt funktionieren, wäre Diane vermutlich nicht weit gekommen. Klar, Diane ist in einer gänzlich anderen Welt aufgewachsen und ihre Unbeholfenheit in London wirkt zunächst auch sehr liebenswert, jedoch handelt sie oft völlig überstürzt und planlos. Trotz ihrer übermächtigen Stärke kann sie deshalb meiner Meinung nach Trevor oft nicht das Wasser reichen. Aus diesem Grund ist auch Steve Trevor mein eigentlicher Held von Wonder Women.

Aber es geht doch um starke Frauen!

Ja, Feminismus wird von DC mit Wonder Women ganz groß geschrieben. Doch ist das Ziel der Feministen nicht eine Gleichstellung zwischen den Geschlechtern zu erzielen!? Die Geschlechterunterschiede werden in Wonder Women immer wieder betont und hervorgehoben. Das ist wirklich sehr schade. Mir hätte eine gleichgestellte Wonder Women  deutlich besser gefallen und so hoffe ich, dass DC hier noch die Kurve bekommt. Aber klar, Wonder Woman ist definitiv eine (weibliche) Bereicherung für das DC-Universum. Außerdem finde ich es großartig, dass die Amazonen von echten Sportlerinnen wie Teilnehmerinnen an den Olympischen Spielen, Wrestelerinnen und auch Famerinnen besetzt wurden. Großes Lob dafür!

Wonder. Courage. Power. See #WonderWoman in @RealD3D in theaters June 2.

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Grandiose Kampffähigkeiten vor Green-Screen

Die Kampfszenen sind entsprechend eindrucksvoll gelungen. Auch die Slowmotion-Effekte gefallen, wobei sie längst nicht an die von King Arthur – Legend of the Sword herankommen. Was aber wirklich stört ist, dass gefühlt nicht eine einzige Szene vor Realkulisse gedreht wurde und das sieht man auch. Der Green-Screen ist der allgegenwertige “Freund” von Wonder Woman. Bei all der Liebe und Sorgfalt, die in die Kostüme gesteckt wurden, passt das nicht einfach nicht zusammen…

Ich bin bereit für mehr!

Bei all der Kritik bleibt unter dem Strich aber ein cooler Actionfilm übrig, der wirklich Spaß bringt. Als Kritikerin muss ich ja immer etwas genauer hingucken, erlaube mir aber auch die Meinung, dass ich mich gut unterhalten gefühlt habe. Aus diesem Grund kann ich alles in allem Wonder Women definitiv weiter empfehlen. Die Kriegsheldin wird von Gadot wunderbar verkörpert, Pine als männliche Hauptrolle ist eine wahnsinnig gute Besetzung und auch mein Harry Potter-Herz schlägt wie wild durch die Besetzung von David Thewlis als Sir Patrick. Thewlis spielt in den Harry Potter-Teilen Remus Lupin und ist übrigens auch gerade in der 3. Staffel von Fargo zu sehen. Aber zurück zu Wonder Women: Der Rückblick auf die Vergangenheit von Wonder Woman und ihrer Herkunft ist spannend dargestellt, wobei der Rahmen drum herum etwas kitschig ist. Es gibt viele Parallelen zu Marvels The First Avenger, was den zwei Comic-Universum zu verschulden ist. Eine Wertigkeit, wer die Story besser umgesetzt hat, möchte ich an dieser Stelle nicht ziehen, zumal DC erst am Anfang seiner Kinoreise ist. Ich denke auf jeden Fall, dass DC mit Wonder Women und Suicide Squad zwei Schritte in die richtige Richtung getan hat und bin daher sehr gespannt auf mehr. Hoffen wir, dass das nächste Zusammentreffen der Superhelden nicht so mittelmäßig ausfällt, wie bei Superman vs. Batman – Dawn of Justice.

Trailer zu “Wonder Woman”

15 comments

  1. Anna

    Schön, dass dich der Film im Großen und Ganzen überzeugen konnte. Ich habe ihn bisher noch nicht gesehen, aber schaue generell auch nur selten Filme. 😀

    Liebe Grüße

    Anna 🙂

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  2. Nadine

    Ich weiß noch gar nicht, was ich von dem Film halten soll. Er hört sich schon sehr spannend an aber ich glaube fürs Kino reicht er mir nicht. Da warte ich, bis er auf SKY kommt 😀
    Liebe Grüße Nadine von tantedine.de

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  3. Katja kocht

    Jetzt bin ich aber erst recht gespannt auf den Film! Vielen Dank für deine Filmkritik!

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  4. Kristin

    Gut, Kinobesuch ist geplant. Danke für deine Meinung zum Film 🙂

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  5. My Travel Diary USA

    Liebe Jil,
    Heute Abend geh ich mit meiner Enkelin diesen Film anschauen. Nach deinem ausführlichen Bericht bin ich jetzt richtig gespannt.
    Liebe Grüße
    Sigrid

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  6. Puderperlen

    Tolle, ausführliche Kritik! Trotz allem hört sich der Film super interessant an, vor allem die Handlung finde ich sehr spannend 🙂

    Liebe Grüße, Larissa

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  7. azra

    Irgendwie hatte ich , bis jetzt, keine Zeit um Film anzuschauen, aber steht schon auf meine Watchliste. Ich mag Gal sehr ! Danke für den ausführlichen Bericht! lg azra

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  8. La Katy Fox

    tolle filmkritik – der film hört sich richtig spannend an – ich werde mal ein paar freudinnen anrufen und fragen ob noch wer lust auf diesen film hat
    glg katy

    http://www.lakatyfox.com

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  9. Iris

    Das ist einmal wirklich eine gelungene Filmkritik! Vielen Dank dafür! Ich werde mir den Film erst nächste Woche im Kino ansehen, bin aber schon ganz gespannt. Echt ein toller Beitrag! Alles Liebe Iris <3

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  10. Sarah

    Ich glaube mein Ding wäre es nicht unbedingt aber du hast den Artikel toll geschrieben 🙂
    Ich bin dann doch eher der Thriller-Typ 🙂

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  11. Daaaniieee

    Tolle Filmkritik!

    Ich mag leider Superman, Batman usw garnicht eher Avengers 🙂

    LG Danie

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  12. Relovesde

    Vielen Dank für Deinen ausführlichen Bericht. Wir waren leider schon ewig nicht mehr im Kino. Das wäre aber auf jeden Fall ein Film, den ich mir gerne anschauen würde. Ich bezweifle allerdings, dass Mr. Reloves meine Begleitung wäre.
    Liebe Grüße
    Regina

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  13. Ellen Girod

    Danke für die Besprechung. Schon alleine wegen der Heldin lohnt es sich diesen Film zu gucken, gibt nämlich leider viel zu wenige davon. Herzlich, Ellen

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  14. Avaganza

    Liebe Gil,

    ich bin ja ein Cineast … und liebe deine Filmkritiken. Meistens habe ich den Film dann selbst schon gesehen und schaue wie er dir gefallen hat. Jetzt habe ich leider gerade gar keine Zeit ins Kino zu gehen – aber dein Post war sehr interessant. Ich glaube das wäre ohnehin kein Film für mich ;-).

    Liebe Grüße
    Verena

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  15. Filme der Woche: KW 44 | Jil's Blog

    […] Meine Filmkritik zu Wonder Woman findest Du hier. […]

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