Filmkritik: Die versunkene Stadt Z

Filmkritik: Die versunkene Stadt Z

Mein Fazit

Begleitet den Forscher Percy Fawcett auf den Spuren einer vergangenen Zivilisation in Die versunkene Stadt Z.

3.5 von 5 Popcorntüten

In Die versunkene Stadt Z erzählt Regisseur James Gray, basierend auf dem gleichnamigen Bestseller von David Grann, die wahre Geschichte des britischen Forschers Percival Fawcett. Während der Forscher die Tiefen von Amazonien erforscht, befinden sich die gesellschaftlichen Konventionen in einer Zeit des Umbruchs, in der fortwährend vertraute Grenzen überschritten werden.

Zusammenspiel der Schauspieler

Charlie Hunnam in der Hauptrolle des Percival „Percy“ Fawcett hat mir ausgesprochen gut gefallen. Ich muss zugeben, dass ich zuvor noch keinen einzigen Film mit Hunnam gesehen habe, mich jetzt aber frage, ob ich dies nicht nachholen sollte. Hunnam ist es gelungen, den inneren Konflikt Fawcetts zwischen Liebe, Familie, dem Verlangen nach Ruhm und Ehre sowie Abenteuerlust überzeugend zu transportieren und hat dabei hervorragend mit den anderen Charakteren interagiert. So auch mit seiner Filmfrau Sienna Miller, die authentisch eine starke und eigenständige Frau darstellt, und mit seinem Assistenten Robert Pattinson alias Herny Costin. Pattinson hat mir insgesamt zwar auch gut gefallen, jedoch tendiert er in Die versunkene Stadt Z zunächst zum Overacting und dann zur Ausdruckslosigkeit. Sein Charakter Mr. Costin wird zunächst als Trunkenbold eingeführt, was Pattinson sehr offensichtlich „spielt“. Diesen „Trunkenheitstouch“ behält Pattinson während des ganzen Filmes bei, obwohl Costin sofort das Trinken einstellt. Hinzukommt, dass Pattinson ansonsten eine recht eiserne Fassade mimt, die aber auch sicherlich etwas dem Rauschebart verschuldet ist. Insgesamt hat er mir dennoch besser gefallen, als ich erwartet habe.

„Harry Potter“-Revival

Wer sich auskennt, weiß, dass Pattinson vor seinem Durchbruch mit Twilight bereits in Harry Potter und der Feuerkelch sein Debüt feierte. Doch er ist nicht der einzige Schauspieler aus der Harry Potter-Reihe, den man in Die versunkene Stadt Z zu sehen bekommt. Als Harry Potter-Fan freue ich mich daher besonders über Harry Melling, der als William Barclay endlich die Figur des fiesen Cousins von Harry Potter Dudley Dursley hinter sich lässt, und ebenfalls eine wirklich gute Figur macht.

Plötzliches Altern

Die gesamte Handlung von Die versunkene Stadt Z spielt sich über gut 20 Jahre ab. Den Figuren sieht man das Älterwerden jedoch nicht so recht an. Lediglich der Sprung von 1916 zu 1923 ist Percival Fawcett und seiner Frau merklich anzusehen. Die sieben Jahre Altersunterschied sehen jedoch mehr nach 15 Jahren aus. Plötzlich sind die Herrschaften ergraut und die Falten haben ihren Platz in den Gesichtern fest eingenommen und das obwohl das „Stresslevel“ für die Familie erstmals eher gering ist. Meiner Meinung nach sehr unglücklich gelöst, da in den vorherigen elf Jahren kaum äußerliche Veränderungen erkennbar sind. Diese fallen so gering aus, dass der Zuschauer ohne die Einblendungen der Jahreszahlen die vergangene Zeit gar nicht wirklich einschätzen kann.

Ausführliche Biographie

Das es sich bei Die versunkene Stadt Z um eine Biographie handelt, zeigt sich vor allem in der Länge. Mit 140 Minuten Spielzeit, muss der Zuschauer einiges Sitzfleisch beweisen. Beide Faktoren lassen darauf schließen, dass die Entdeckung der Stadt nicht mit einem Zug zu erledigen ist. So zieht sich der Film leider auch an einigen Stellen etwas in die Länge und kommt vom publizierten Thema etwas ab. Wer also durch den Trailer einen Streifen erwartet, der von Action nur so strotzt, sei gewarnt! In erster Linie ist Die versunkene Stadt Z nämlich die Biographie von den britischen Forscher Percival Fawcett, der Anfang des 20. Jahrhundert begann den Regenwald von Brasilien und Bolivien zu erforschen.

Their love would transcend continents and decades. This April, #SiennaMiller and #CharlieHunnam star as Percy and Nina Fawcett.

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Bildgewaltig

Die versunkene Stadt Z beeindruckt mit großartigen Naturaufnahmen und großartigen Kulissen, die sowohl den Amazonas als auch England des frühen 20. Jahrhunderts auf die Leinwand zaubern. Auch die Kostüme und das Make-Up stimmen einen in Ort und Zeit ein. Dafür bin ich aber nicht so begeistert von der Kameraführung. Es gibt sogar einige Bilder, die völlig unscharf waren. Da stellt sich natürlich aber die Frage, ob das dem Beamer verschuldet war.

Packender Abenteuerepos

Insgesamt hat mir Die versunkene Stadt Z mit seinen Stärken und Schwächen gut gefallen. Auch wenn sich die Handlung etwas zieht, wird man als Zuschauer von Fawcetts Faszination für den Amazonas und seine Völker gepackt und mitgenommen. Dadurch ist das Ende jedoch umso unbefriedigender. Kleiner Tipp noch: erwartet kein zweites Atlantis. Die Bezeichnung „versunkene Stadt“ ist in dieser Hinsicht etwas irreführend.

2 comments

  1. Filme der Woche: KW 13 | Jil's Blog

    […] allem auch auf The Boss Baby. Die versunkene Stadt Z habe ich ja bereits gesehen und für Euch rezensiert, weshalb ich Euch sicher sagen kann, dass sich der Kinobesuch definitiv lohnt, wenn man genug […]

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    […] Hunnam hat mich bereits in Die versunkene Stadt Z absolut begeistert. Nach King Arthur – Legend of the Sword bin ich ein noch größerer […]

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