Burgerkritik: Freischwimmer

Burgerkritik: Freischwimmer

Eine langjährige Kollegin verlässt den Norddeutschen Rundfunk. Dies haben wir uns zum Anlass genommen, sie gebührend zu verabschieden. Dazu haben wir uns heimlich alle im Freischwimmer versammelt und die Kollegin damit überrascht. Das Freischwimmer hat eine Kegelbahn im Keller und versorgt uns nach zwei spannenden Spielen mit Speis und Trank. Warum ich dieses Mal allerdings etwas enttäuscht von dem Besuch bin, erfahrt ihr in dieser Burgerkritik.

Adresse: Fruchtallee 1, 20259 Hamburg
Besuch am: 20.03.17

Die Location

4 von 5 Burgern

Das Freischwimmer ist sehr gut gelegen. Es liegt direkt gegenüber von der U2-Station Christuskirche und befindet sich somit direkt an einer der Hauptverkehrsstraßen. Davon bekommt man im Restaurant glücklicherweise aber nichts mit. Mit dem Auto ist der Freischwimmer daher auch gut zu erreichen. Die Parkplatzsuche kann jedoch etwas dauern.

Das Flair von Kegelbahn und Restaurant-Bereich vom Freischwimmer könnte unterschiedlicher nicht sein. Während die Kegelbahn im Keller sehr rustikal und spartanisch wirkt, vermittelt das Restaurant einen gehobenen Standard. Das Konzept scheint aber insgesamt aufzugehen. Besonders praktisch: Im “Partykeller” ist der Nebenraum, der die Räumlichkeiten für größere Gesellschaften anbietet und der Kühlschrank, der zur Selbstbedienung aufgeschlossen werden kann. Aber liebe Kegelfreunde seid gewarnt, die rechte Bahn scheint etwas unausgeglichener zu sein, als die linke. Kleine Streitereien sind vorprogrammiert 😉

Die Kegelbahn im Freischwimmer

Der Restaurantbereich ist relativ klein aber dafür optimal ausgenutzt. So ist es auch kein Problem, unsere Tafel noch um einen Tisch zu erweitern, da wir noch zwei Nachzügler erwarteten. Dass hier à la Carte bestellt wird, passt zum Ambiente. Eine Besonderheit vom Freischwimmer ist, dass man die Tischdecken bemalen darf. Da kann man sich kreativ endlich wieder einmal austoben. Es bringt Spaß und dient wundervoll zur Überbrückung von Wartezeiten und auch Gesprächsanreger.

Das Essen

1 von 5 Burgern

Ich bin wirklich enttäuscht. Bei dem Cheeseburger vom Freischwimmer handelt es sich wirklich um einen der schlechtesten Burger, den ich jemals in einem Restaurant oder sogar überhaupt essen sollte. Das Fleisch ist frisch, dadurch durchaus in Ordnung und mit Abstand das schmackhafteste an meinem Cheeseburger. Dafür handelt es sich bei dem Brötchen definitiv um abgepackte Massenware, die einfach nur pappig ist. Hinzukommt, dass es keine besonderen Soßen gibt, die den Burger hätten aufwerten können. Auch Käse, Salat und Tomaten sind eher geschmacksneutral. Einzig die Gurken sorgen für “Knack” und Geschmack. Ähnliches gilt für die Pommes, die definitiv aus der Tiefkühltruhe stammen und damit den Gesamteindruck bestätigen.

Cheeseburger im Freischwimmer

Um noch etwas Positives sagen zu können, spricht die Craft-Bier-Auswahl definitiv für das Freischwimmer. Außerdem bin ich aufgrund der Quantität gut gesättigt. Ich erinnere mich derweilen, dass ich vor gut 1,5 Jahren schon einmal den Cheeseburger im Freischwimmer gegessen habe und damals sehr begeistert war. Meine Hoffnung ist also, dass das Restaurant wieder zu dieser Burger-Qualität zurückkehrt. Die anderen Gerichte kamen im Übrigen gut bei unserer Gesellschaft an.

Der Service

3 von 5 Burgern

Insgesamt fällt die Bewertung der Service-Leistung befriedigend aus. Zu Beginn werden wir im Kegelbahn-Bereich freundlich begrüßt, uns wird angeboten, dass sie den Kühlschrank aufschließen könne, wir werden nett beraten, welche Biere zur Auswahl stehen und unsere Bestellungen folgen wenige Zeit später. Als unsere Gesellschaft wächst, schlägt die Stimmung jedoch abrupt um. Das Lächeln verschwindet aus ihrem Gesicht und soll den ganzen Abend nicht wieder kommen. Zusätzlich wird sie laut und dominant, um sich Aufmerksamkeit zu verschaffen. Ja, es ist anstrengend mit einer Gesellschaft, die sich laut unterhält. Ja, sie möchte auch nur ihre Service-Leistung anbieten. Aber ja, man kann das auch ein bisschen charmanter verkaufen.

Im Restaurant wendet sich kurz das Blatt. Wir erwarten noch zwei Nachzügler, so wird unser Tisch in Windeseile verlängert. Auch die Getränkebestellungen werden direkt aufgenommen und an den Tisch gebracht. Dafür müssen wir ewig darauf warten, dass wir unser Essen bestellen dürfen. Und das, obwohl wir lauthals – ja, ich bin manchmal etwas dreist – jammern, dass wir Hunger haben. Da wir noch mit Nachzüglern gerechnet haben, kann ich das Zögern jedoch noch verstehen.

Die Bar im Freischwimmer

Was mich aber wirklich gestört hat ist, die Tatsache, dass wir zum Abschied unserer Kollegin eine Torte haben fertigen lassen, die wir partout nicht im Restaurant essen dürfen. Dass man grundsätzlich keine mitgebrachten Speisen verzehren darf, ist natürlich klar und die Begründung “Wenn das jeder so macht…” kann ich auch noch ansatzweise nachvollziehen. Aber liebes Freischwimmer, ein bisschen mehr Verständnis wäre an dieser Stelle wirklich angebracht gewesen. Ich glaube, wir lassen echt genug Geld in dem Laden, sodass man uns auch ein Stückchen mitgebrachten Kuchen essen lassen könnte. Für Außenstehende ist es schließlich nicht einmal ersichtlich, dass er nicht vom Freischwimmer zur Verfügung gestellt wird. Besonders ärgerlich finde ich diesen Umstand, da ich nur noch gelegentlich beim NDR tätig bin und ich daher das Torte-Essen nicht auf den nächsten Tag verschieben kann. Keine Torte für Jil…

Das Preis-Leistungs-Verhältnis

2,5 von 5 Burgern

Was die Burger angeht, ist das Freischwimmer definitiv zu teuer für die Qualität, die es liefert. Ich zahle insgesamt 19,70 Euro für den Burger mit Pommes plus ein Kraftbier 0,5 l und ein kleines Alsterwasser plus 2,00 Euro Trinkgeld. Da mein Hunger besonders groß war, habe ich trotzdem alles aufgegessen und noch bei meinen Nachbarn genascht. Dadurch verlasse ich den Freischwimmer zwar gesättigt, zufrieden bin ich aber insgesamt nicht.

Tischdecken bemalen im Freischwimmer

Mein Fazit

Das Freischwimmer ist eine schöne Location in guter Lage, die zum Verweilen einlädt. Leider kann mich das Restaurant jedoch, was die Burger-Qualität betrifft, absolut nicht überzeugen. Da man im Freischwimmer à la Carte isst, erwarte ich grundsätzlich eine höhere Qualität, als in Restaurants mit einer größeren Karte. So hatte ich die Burger von unserem letzten Besuch, wie bereits erwähnt, auch wesentlich besser in Erinnerung. Die Kombination mit der Kegelbahn im Keller ist jedoch ein absolut schlagendes Argument für kleinere Veranstaltungen, weshalb ich aus diesem Grund bestimmt auch wiederkommen werde. Die Burger vom Freischwimmer sind für mich persönlich jedoch vorerst von der Karte gestrichen.

Burgertafel vom “Freischwimmer”

Die Burgertafel vom Freischwimmer

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