Filmkritik: Fifty Shades of Grey: Gefährliche Liebe

Filmkritik: Fifty Shades of Grey – Gefährliche Liebe

Ana und Christian geben ihrer Beziehung eine zweite Chance in Fifty Shades of Grey – Gefährliche Liebe! Dieses Mal ohne Regeln und ohne Geheimnisse.

2.5 von 5 Popcorntüten

Die Handlung

Nachdem Christian (Jamie Dornan) Anastasia (Dakota Johnson) mit einem Gürtel ausgepeitscht hat, hat Ana die Beziehung zu ihm beendet und sich in ihren neuen Job gestürzt. Doch Christian tut alles, um Ana zurückzugewinnen. Schließlich lässt sich Ana auf eine neue Verhandlung ein. Dieses Mal soll alles anders sein: Keine Regeln, keine Geheimnisse. Die sexuelle Beziehungen zwischen den beiden entfacht erneut.

Doch noch immer gibt es Grenzen für Ana, die sie nicht versteht. Nach und nach vertraut sich Christian ihr an und Ana beginnt zu verstehen, was hinter der Fassade von Grey tatsächlich steckt. Ihr Glück wird allerdings alsbald von Schatten überzogen. Ana lernt Elana Lincoln (Kim Basinger) alias Mrs Robinson kennen, die ihr gegenüber alles andere als wohlgesinnt ist. Auch eine ehemalige Sub Greys taucht auf. Leila (Bella Heathcote) kann die Trennung von Christian nicht verkraften und sprießt vor Eifersucht. Hinzukommt Anas Boss Jack Hyde (Eric Johnson), der Unruhe in die Beziehung von Ana und Christian bringt.Hat die Beziehung zwischen Christian und Ana unter diesen Bedingungen überhaupt eine Chance?

Mein Fazit

Kitsch, mehr Kitsch, Fifty Shades of Grey – Gefährliche Liebe! Von dem SM-Drama ist inzwischen nicht mehr viel übrig geblieben. Dafür trieft Fifty Shades of Grey – Gefährliche Liebe vor Herzschmerz, Liebesbekundungen und merkwürdigen Fremdschämsprüchen. Mal im Ernst, wem läuft es nicht unangenehm den Rücken runter, wenn jemand sagt „Und jetzt, will ich zu meinem Mädchen.“ Hier mag die deutsche Übersetzung Schuld sein, doch auch auf Englisch kann dieser Spruch nicht gut klingen.

Schnelle Veränderungen bei langsamer Handlung

Die Story des zweiten Teils von Fifty Shades of Grey ist ähnlich schwach wie schon im Prequel. So richtig voran kommt die Handlung nicht. Die Bedrohung aus der Vergangenheit, die im (deutschen) Titel und in den Trailern so stark angetriggert wird, kommt verhältnismäßig kurz und unbedeutend zur Geltung. Letztlich dient sie auch nur dazu, erneut Unruhe in die Beziehung von Anastasia und Christian zu bringen. Aber die ist genauso schnell beiseite gelegt, wie alle anderen Konflikte zuvor auch. Denn, obwohl die Handlung nur schwer ins Rollen kommt, passiert doch alles ziemlich schnell sprich in wenigen Tagen. Der Faktor Zeit bekommt eine untergeordnete Rolle, weshalb Veränderungen im Verhalten und Vertrauen für den Zuschauer viel zu schnell passieren. Dadurch verliert das Traumata von Grey an Glaubwürdigkeit. Durch die vielen, schnellen Sprünge hatte ich auch das Gefühl, der Film würde bereits an zwei, drei Stellen vor dem eigentlichen Ende vorbei sein.

Der Mann, der alles hat

Christian Grey besitzt einfach alles, was man sich vorstellen kann: Eine Werft, Flugzeuge, Hotels, Wohnung, Autos, diverse Firmen und vieles mehr. Diese Tatsache verkauft er im Film allerdings irgendwie auf eine charmante Art und Weise, weshalb man sich als Zuschauer darüber gut amüsieren kann. Unter dem Strich ist das aber schon „etwas“ unrealistisch. Irgendwann ist es dann auch genug. Da hat Autorin E. L. James einfach übertrieben – Fantasien hin oder her.

Oneface Dakota Johnson

Die schauspielerische Leistung der zwei Hauptdarsteller Dakota Johnson und Jamie Dornan lässt auch im zweiten Teil von Fifty Shades of Grey zu Wünschen übrig. Johnson hat auch in Fifty Shades of Grey – Gefährliche Liebe nur ein und den selben Gesichtsausdruck drauf, der ab und an mit ein bisschen Stöhnen und ein paar Tränchen gemischt wird. Doch sobald die Emotionen hoch kochen, die Tränen zu fallen drohen, wird lieber schnell weggeschnitten. Dafür hat Dornan eine neue Fassade dazugelernt: Das Schmunzeln. Der sonst so ernste Christian Grey schafft es erstaunlich häufig seine strenge Fassade mit einem kleinen Lächeln aufzulockern. Damit wären wir bei zwei Gesichtsausdrücken. Allgemein ist die schauspielerische Leistung allerdings sehr schwach.

Schwache Übersetzung & Synchronstimmen

Optisch wirkt der Film ansprechender als der erste Teil. Unglücklich ist aber erneut die deutsche Übersetzung sowie die Synchronisation. Vor allem die Synchronstimme von Johnson ist sehr quietschig, weshalb die Figur Anastasia Steele noch unbeholfener und naiver wirkt. Auch Dornans Originalstimme hat deutlich mehr Sexappeal als seine Synchronisationsstimme. Davon abgesehen, war die Synchronisation an besonders vielen Stellen alles andere als Lippensynchron.

Liebes- anstatt SM-Drama

Insgesamt fällt meine Bewertung von Fifty Shades of Grey – Gefährliche Liebe vor allem aus dem Grund besser aus als beim ersten Teil, weil ich mich inzwischen damit angefreundet habe, dass der Film eben kein SM-Drama, sondern eine Liebesgeschichte ist. Letztlich bleibt die Verfilmung der Bücher, für jeden Fan der Reihe und auch für unwissende wie mich, unbefriedigend. Auch wenn die Johnson und Dornan sich bemühen, die Leidenschaft der zwei Charaktere darzustellen, bleibt es eben bei der Bemühung. In Fifty Shades of Grey – Gefährliche Liebe bekommt der Zuschauer schließlich noch weniger nackte Haut zu sehen, als im vorherigen Teil. Dornans Po, der zu den „Highlights“ aus Fifty Shades of Grey gehört hat, wird in den meisten Szenen nur noch halb gezeigt. Allgemein wirken die Sex-Szenen weder romantisch, noch sehen sie nach SM-Praktiken aus. Eigentlich haben sie den Sehfluss nur noch gestört. Hätte ich die Möglichkeit gehabt, hätte ich sie wahrscheinlich sogar vorgesprult. Das einzige „interessante“ an Fifty Shades of Grey – Gefährliche Liebe ist schließlich, zu erfahren wie es mit Ana und Christian weiter geht. Alles in allem kann man sich Fifty Shades of Grey – Gefährliche Liebe ganz gut anschauen, wenn man sich von der Idee befreit heißen Sex zu sehen und sich stattdessen auf ein Liebesdrama mit Schnulzfaktor einstellt.

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Trailer zu „Fifty Shades of Grey – Gefährliche Liebe“

12 comments

  1. Karolina

    Hm ich habe 50 Shades of Grey noch nicht gesehen, und bin gespannt wie mir dieser Teil gefallen wird. Den ersten Teil habe ich auch sehr spät gesehen, irgendwie hat es mich nie so richtig gereizt. Ich kann mich errinern, dass als dieser Hype um das Buch ausgebrochen ist, ich zwar damals den ersten Teil des Buches lesen wollte, aber der hat mich irgendwie nicht so in den Bann gezogen, woraufhin ich das Buch eher überflogen bin und die restlichen Teile nicht mal mehr angerührt habe. Als der Film dann ins Kino kam, habe ich schon eine gewisse Vorstellung gehabt, die weitem nicht getroffen wurde. Er war ok, aber eben nichts besonderes. Mal schauen, wie mir somit der zweite Teil gefallen wird.

    GLG aus Wien,
    Karolina

    https://kardiaserena.at

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    1. Jil

      Liebe Karolina,

      dann geht Dir das ja so ähnlich wie mir! Freue mich über Deine Meinung, wenn Du ihn gesehen hast. Aber ich glaube, da kannst Du Dir auch noch etwas für Zeit lassen 😀

      Beste Grüße aus Hamburg
      Jil

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      1. Karolina

        Hehehe ja ich habe irgendwie das Gefühl, das wird vom Zeitraum so ähnlich sein wie beim ersten Teil 😀

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  2. Denise

    Leider war ich-nachdem ich alle Bücher gelesen habe-echt enttäuscht vom zweiten Teil.
    Klar, meistens gefallen eine die Bücher besser und es ist schwer so ein Thema zu verfilmen aber sie haben die wichtigsten Stellen so extrem gekürzt, dass die Handlung flach wirkt. Ich gene dir recht, es ist und bleibt unbefriedigend!

    Viele Grüße
    Denise von
    http://lovelifebloggerlife.blogspot.co.at/

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    1. Jil

      Liebe Denise,

      ich habe das Gefühl, ich muss die Bücher doch endlich lesen. Ich schaffe es aber nie über Seite 100… *Gähn*
      Konntest Du die Bücher gut lesen? Habe von Freundinnen gehört, dass die Bücher auch nicht gut geschrieben sind, dass das Vokabular sehr beschränkt ist. Wie ist da Deine Einschätzung?

      Lieben Gruß
      Jil

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  3. soulsdesire

    Ich muss gestehen, nachdem ich den zweiten Teil gesehen habe wusste ich rein garnicht was ich denken sollte.
    Der Trailer hat meiner Meinung nach schon zu viel Spannung genommen, aber die Liebesgeschichte die dahinter steckt hat mich schon berührt. Naja, ich denke ich werde mich mal den Büchern widmen um mir ein Bild davon zu verschaffen!:)

    Liebst, Ina von https://www.soulsdesire.at

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    1. Jil

      Liebe Ina,

      dann tuen wir uns wohl zusammen mit dem Lesen 😉

      Viele Grüße
      Jil

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  4. Reini

    Hi! Wir fanden den ersten Teil schon schwach und anhand deines Beitrags denken wir uns es wird wieder nicht besser also sparen wir uns den Kinobesuch. Danke 🙂

    LG aus Wien

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    1. Jil

      Huhu, ja besser ist das! Wie gesagt gerne mal im Free-TV oder im Stream (Amazon, Netflix etc.) mit Sektchen gucken 😉 Freut mich Euch geholfen zu haben!
      Viele Grüße aus Hamburg!

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  5. anja9600

    Huhu,
    ja es ist in der Tat nur eine Liebesgeschichte und nicht das SM-Drama, das es eigentlich sein sollte. Im Großen und Ganzen stört mich an den Filmen extrem, dass SM als Krankheit dargestellt wird, von dem der arme Christian zu heilen gilt. Die Bücher habe ich mir nach den ersten 4 Seiten gespart. Was ich mich übrigens die ganze Zeit gefragt habe ist, was haben die nur mit den Lippen von Anastasia gemacht? Das sah ja so etwas von schrecklich aus.
    Liebe Grüße
    Anja von Castlemaker.de

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    1. Jil

      Oh ja!!! Die waren so unfassbar schlecht geschminkt. Ich habe mich immer gefragt, ob die schon Mal etwas von einem Lippenkonturenstift gehört habe… Schlimm…

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  6. Filme der Woche: KW 23 | Jil's Blog

    […] Meine Filmkritik zu Fifty Shade of Grey – Gefährliche Liebe findest Du hier. […]

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