Filmkritik: Den Sternen so nah

Filmkritik: Den Sternen so nah

Den Sternen so nah thematisiert eine Liebesgeschichte der besonderen Art. Ein “Marsianer” verliebt sich über das Internet in ein Mädchen von der Erde.

3 von 5 Popcorntüten

Die Handlung

Sarah Elliot (Janet Montgomery) leitet den ersten bemannten Flug zum Mars. Sie und ihre Crew sollen als Pioniere für die nächsten fünf Jahre auf dem Mars leben. Doch erst während des mehrmonatigen Fluges zu dem unbekannten Planeten bemerkt Sarah, dass sie schwanger ist. Direkt nach der Ankunft wird ihr Sohn Gardner (Asa Butterfield)  geboren. Wenige Minuten nach seiner Geburt stirbt Sarah.

Gardner wächst die nächsten 16 Jahre auf der Marsstation umgeben von Wissenschaftlern und Astronauten auf. Er entwickelt sich zu einem aufgeweckten, erfinderischen und immer ehrlichen Technikfreak. Auf den Spuren seiner Herkunft, durchstöbert er die persönlichen Gegenstände seiner Mutter, die noch immer in ihrem Spint aufbewahrt sind. Hier findet er auch einen USB-Stick, auf dem sich ein Video von seiner Frau und einem unbekannten Mann befindet. Garnders Vater?

Dies und nicht zuletzt seine Internetfreundschaft zu der hübschen Tulsa (Britt Robertson) lassen seinen Wunsch auf den blauen Planeten immer größer werden. Doch geboren und aufgewachsen auf dem roten Planeten sind seine Knochen und seine Organe der Schwerkraft auf der Erde nicht gewachsen. Dies war auch der Grund, weshalb er nicht direkt auf die Erde zurück gebracht wurde. Seit jeher ist Gardner ein Geheimnis. Dennoch möchte die NASA dem Jungen seinen Wunsch erfüllen.

Nach einigen medizinischen Behandlungen darf er schließlich zusammen mit seiner Ziehmutter Kendra Wyndham (Carla Gugino) sich auf die Reise zur Erde machen. Dort angekommen wird er vom besorgten Einsatzleiter Nathaniel Speherd (Gary Oldman) jedoch isoliert. Es folgen immer mehr Tests, sodass Gardner die Hoffnung verliert, jemals seine “Zelle” verlassen zu dürfen. Er flieht und macht sich auf die Suche nach Tulsa und seinem Vater. Doch wird sie ihm glauben, dass er tatsächlich vom Mars kommt? Wird er seinem Vater finden und hält sein Körper die Belastung aus?

Mein Fazit

Ein Junge wird auf dem Mars geboren und verliebt sich über einen Chatroom in ein Mädchen auf der Erde. “Äh, bitte was?” – das war meine erste Reaktion, als ich die Inhaltsbeschreibung von Den Sternen so nah gelesen habe. So abgespacet und irrwitzig wie sie im ersten Moment klingt, ist die Story dann aber doch nicht.

Vorausschaubarer Ausgang

Die Story an sich ist nämlich durchaus interessant und an sich sogar nahezu neuartig. Leider ist der Ausgang der Geschichte jedoch sehr vorausschaubar. Wer der Vater von Gardner ist, ist von Anfang an sehr offensichtlich. Man könnte den Darstellern daher fast zu gutes Schauspielern vorwerfen, da die Funken zwischen den werdenden Eltern sichtlich geflogen sind. Dies nimmt Den Sternen so nah etwas die Spannung.

Mehr Leichtigkeit erwünscht

Auf der Suche nach Freiheit, seiner Identität und Unabhängigkeit wird das Roadmovie von einer herzerwärmenden Liebesstory begleitet. Leider gewinnt hier aber immer wieder die Emotionalität die Überhand. Mir wird somit etwas zu stark “auf die Tränendrüse gedrückt.” Ein bisschen mehr Leichtigkeit hätte Den Sternen so nah durchaus gut getan.

Passende und unpassende Besetzung

Asa Butterfield als Gardner Elliot hat wieder einmal bewiesen, dass er nicht ohne Grund bereits in jungen Jahren für diverse Preise wie den British Independent Film Award nominiert und Preise wie den Young British Performer of the Year 2008 und den Young Hollywood Award of Breakthrough Performance 2011 ausgezeichnet wurde. Mit der Besetzung der Tulsa durch Britt Robertson bin ich hingegen nicht hundertprozentig glücklich. Zwar hat die 26-jährige immer noch ein recht jugendliches Aussehen, jedoch sieht man ihren Falten im Gesicht das Alter an. Ein 16-jähriges Mädchen zu verkörpern ist daher nicht sonderlich glaubwürdig. Der tatsächliche Altersunterschied zwischen Robertson und Butterfield wird daher im Laufe des Films immer deutlicher. Einmal bemerkt, lässt sich diese Tatsache nicht mehr übersehen. Das ist wirklich schade, weil es dem Film meiner Meinung nach an Authentizität nimmt.

USB-Anschluss auf dem Mars?

Unlogisch finde ich an Den Sternen so nah, dass Gardner einen USB-Stick von seinen Mutter findet und dazu den passenden Anschluss an seinem futuristischen Computer hat. Da wir heutzutage bereits immer mehr auf USB-C umsteigen, halte ich dies, realistisch gesehen, für etwas unwahrscheinlich. Allerdings bin ich mir auch nicht ganz sicher, in welcher Zeit der Film spielt. Ich meine auf dem Grabstein von Gardners Mutter ein Todesdatum von 2018 gelesen zu haben. (Man möge mich an dieser Stelle bitte verbessern, wenn ich falsch liege!) Dies passt zum Ambiente auf der Erde, die sich von der heutigen kaum unterscheidet. Damit würde Den Sternen so nah nur etwa 17 Jahre in der Zukunft spielen. Gleichzeitig halte ich es aber dann auch für mehr als unwahrscheinlich, dass wir bereits zum Ende dieses Jahres bzw. Anfang nächsten Jahres so weit sind, bemannte Space Shuttles zum Mars zu schicken.

“The Space Between Us”

Insgesamt ist Den Sternen so nah allerdings ein durchaus sehenswerter Film mit Unterhaltungscharakter. Der Originaltitel The Space Between Us trifft den Inhalt im Übrigen aber, wie so oft, weitaus besser. Wer also Lust auf eine Teenager-Liebesgeschichte mit Spacelementen hat, ist mit Den Sternen so nah gut bedient.

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Trailer von “Den Sternen so nah”

One comment

  1. Filme der Woche: KW 25 | Jil's Blog

    […] von einem Kinobesuch abrate. Dafür freue ich mich über den DVD- und Blu-ray-Release von Den Sternen so nah und über meine Entdeckung auf Amazon Prime, die ich am Ende dieses Beitrages als […]

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