Filmkritik: Den Sternen so nah

Filmkritik: Den Sternen so nah

Mein Fazit

Den Sternen so nah thematisiert eine Liebesgeschichte der besonderen Art. Ein „Marsianer“ verliebt sich über das Internet in ein Mädchen von der Erde.

3 von 5 Popcorntüten

Ein Junge wird auf dem Mars geboren und verliebt sich über einen Chatroom in ein Mädchen auf der Erde. „Äh, bitte was?“ – das war meine erste Reaktion, als ich die Inhaltsbeschreibung von Den Sternen so nah gelesen habe. So abgespacet und irrwitzig wie sie im ersten Moment klingt, ist die Story dann aber doch nicht.

Vorausschaubarer Ausgang

Die Story an sich ist nämlich durchaus interessant und an sich sogar nahezu neuartig. Leider ist der Ausgang der Geschichte jedoch sehr vorausschaubar. Wer der Vater von Gardner ist, ist von Anfang an sehr offensichtlich. Man könnte den Darstellern daher fast zu gutes Schauspielern vorwerfen, da die Funken zwischen den werdenden Eltern sichtlich geflogen sind. Dies nimmt Den Sternen so nah etwas die Spannung.

Mehr Leichtigkeit erwünscht

Auf der Suche nach Freiheit, seiner Identität und Unabhängigkeit wird das Roadmovie von einer herzerwärmenden Liebesstory begleitet. Leider gewinnt hier aber immer wieder die Emotionalität die Überhand. Mir wird somit etwas zu stark „auf die Tränendrüse gedrückt.“ Ein bisschen mehr Leichtigkeit hätte Den Sternen so nah durchaus gut getan.

Passende und unpassende Besetzung

Asa Butterfield als Gardner Elliot hat wieder einmal bewiesen, dass er nicht ohne Grund bereits in jungen Jahren für diverse Preise wie den British Independent Film Award nominiert und Preise wie den Young British Performer of the Year 2008 und den Young Hollywood Award of Breakthrough Performance 2011 ausgezeichnet wurde. Mit der Besetzung der Tulsa durch Britt Robertson bin ich hingegen nicht hundertprozentig glücklich. Zwar hat die 26-jährige immer noch ein recht jugendliches Aussehen, jedoch sieht man ihren Falten im Gesicht das Alter an. Ein 16-jähriges Mädchen zu verkörpern ist daher nicht sonderlich glaubwürdig. Der tatsächliche Altersunterschied zwischen Robertson und Butterfield wird daher im Laufe des Films immer deutlicher. Einmal bemerkt, lässt sich diese Tatsache nicht mehr übersehen. Das ist wirklich schade, weil es dem Film meiner Meinung nach an Authentizität nimmt.

USB-Anschluss auf dem Mars?

Unlogisch finde ich an Den Sternen so nah, dass Gardner einen USB-Stick von seinen Mutter findet und dazu den passenden Anschluss an seinem futuristischen Computer hat. Da wir heutzutage bereits immer mehr auf USB-C umsteigen, halte ich dies, realistisch gesehen, für etwas unwahrscheinlich. Allerdings bin ich mir auch nicht ganz sicher, in welcher Zeit der Film spielt. Ich meine auf dem Grabstein von Gardners Mutter ein Todesdatum von 2018 gelesen zu haben. (Man möge mich an dieser Stelle bitte verbessern, wenn ich falsch liege!) Dies passt zum Ambiente auf der Erde, die sich von der heutigen kaum unterscheidet. Damit würde Den Sternen so nah nur etwa 17 Jahre in der Zukunft spielen. Gleichzeitig halte ich es aber dann auch für mehr als unwahrscheinlich, dass wir bereits zum Ende dieses Jahres bzw. Anfang nächsten Jahres so weit sind, bemannte Space Shuttles zum Mars zu schicken.

„The Space Between Us“

Insgesamt ist Den Sternen so nah allerdings ein durchaus sehenswerter Film mit Unterhaltungscharakter. Der Originaltitel The Space Between Us trifft den Inhalt im Übrigen aber, wie so oft, weitaus besser. Wer also Lust auf eine Teenager-Liebesgeschichte mit Spacelementen hat, ist mit Den Sternen so nah gut bedient.

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