Filmkritik: Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind

Filmkritik: Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind

Mein Fazit und Tipps für Euch

Mit Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind kehrt die Magie von Harry Potter endlich zurück in die Muggel-Welt! Der erste Film der fünfteiligen Reihe startet weit vor Harry Potters Geburt im Jahre 1926, hat aber dank Regisseur David Yates und vielen weiteren Mitarbeitern, die auch an der Harry Potter-Kinoserie beteiligt waren, wie Kameramann Philippe Rousselot, Produktionsdesigner Stuart Craig, Kostümdesignerin Colleen Atwood, die für die visuellen Effekte verantwortlichen Tim Burke und Christian Manz sowie Cutter Mark Day, die gleiche Handschrift. Dies ist natürlich auch nicht zuletzt Produzentin J. K. Rowling, die mit Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind im übrigen ihr Drehbuchdebüt feiert, und den weiteren Produzenten David Heyman, Steve Kloves und Lionel Wigram zu verdanken.

4.5 von 5 Popcorntüten

Magische Tierwesen & Gellert Grindelwald

In Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind erwartet der Zuschauer eine bisher unerzählte Geschichte, die aber bereits in der Harry Potter-Reihe anklang. Man stößt auf Charakter, von denen man bereits gehört hatte wie Newt Scamander oder etwa Gellert Grindelwald. Doch während man von Grindelwald bereits eine grobe Idee hatte, war Scamander nur ein Schulbuchautor. Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind gibt einen Einblick darüber, wie das gleichnamige Buch entstanden ist. Entgegen möglichen Erwartungen, ist dies jedoch nicht der eigentliche Fokus des Films. Da sich die fünfteilige Phantastische Tierwesen-Reihen über einen Zeitraum von 1926 bis 1945 streckt und bereits die ersten paar Sekunden der Fokus auf die Gefahr durch den schwarzen Magier Gellert Grindelwald setzt, ist anzunehmen, dass diese Bedrohung das eigentliche Thema des Spin-Offs ist. Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind führt dieses durch einen spannenden Mix ein. Einerseits erfährt man viel über die magischen Tierwesen, über die man in Harry Potter nur herzlich wenig las und sah, andererseits hat man es mit völlig neuen und unbekannten Kräften zu tun. Durch dieses neu gewonnene Wissen, lassen sich viele neue Rückschlüsse auf bereits Bekannte Elemente beispielsweise auf die Geschichte Dumbledores ziehen. Entsprechend viele neue Spekulationen kursieren derzeitig im Internet. Insgesamt bin ich wirklich hellauf begeistert von der Story. Sie macht neugierig, ist witzig, spannend, abwechslungsreich und ist nicht von Anfang an durchschaubar. Auch die Liebe findet ihren Platz, wenn sie auch für meinen Geschmack stellenweise etwas zu stark in den Mittelpunkt gerückt wird.

3D-Effekte, die sich lohnen

Zu sehen ist, wie stark sich die Kompetenzen und Möglichkeiten der visuellen Effekte in den Jahren seit Harry Potter und die Heiligtümer des Todes – Teil 2 (2011) weiterentwickelt haben. Auch wenn immer noch nicht ganz perfekt, wirken die Tierwesen nahezu lebensecht. Besonders Scamanders Interaktionen mit den Kreaturen wirken sehr natürlich. Weiter sind die 3D-Effekte äußerst gut gelungen, sodass ich auch beim zweiten Mal gucken ordentlich zusammengeschreckt bin, wenn etwas auf mich „zu geflogen ist“. Der 3D-Aufschlag lohnt sich also unbedingt!

Eddie Redmayne – the one and only

Die Castings für die Besetzung der Charakter in Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind begannen, laut The Telegraph bereits Ende 2014. Während für Charaktere von Queenie, Tina und Jacob tausende Bewerber vorsprachen, war Eddie Redmayne die erste und einzige Wahl für die Besetzung von Newt Scamander. Und nicht nur J. K. Rowling ist begeistert von dieser Wahl, sondern auch ich und alle, mit denen ich bisher über den Film gesprochen haben.

Redmayne verkörpert förmlich den klassischen Briten und sieht noch so aus, als wäre er den 1920er Jahren entsprungen. Weiter ist er ein ausgezeichneter Schauspieler, was nicht nur seine Oscar-Nominierung als Best Performance by an Actor in a Leading Role für The Danish Girl und sein Oscar für Best Performance by an Actor in a Leading Role in The Theory of Everything beweisen. Ich habe Redmayne das erste Mal in seiner Rolle als Jack in Die Säulen der Erde wahrgenommen und bin seitdem sehr von ihm angetan. Dennoch kann ich verstehen, wenn man ihm in Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind einen immer gleichen Gesichtsausdruck vorwirft. Vor allem, wenn man – wie ich – das Drehbuch dazu gelesen hat. Manche Emotionen, die dieses vorgibt, hat Redmayne meiner Meinung nach nicht intensiv herübergebracht. Gleichwohl formt gerade diese minimalistische Zurückhaltung den Charakter von Newt Scamander: Ein intelligenter, lustiger und sehr sympathischer Außenseiter, der sich in der Gesellschaft seiner magischen Tierwesen wohler fühlt, als in der Gesellschaft von Menschen.

Großartige Besetzungen

Welcher Charakter mir am wenigsten gefallen hat ist der, der Popertina Goldstein. Das liegt in erste Linie aber nicht an ihrer Schauspielerin Katherine Waterston, sondern an der Figur an sich. Irgendwie bin ich nicht ganz warm mit ihr geworden. Das wird sich aber bestimmt noch ändern, sobald wir in den kommenden Teilen mehr über sie erfahren. Dafür gefällt mir Queenie Goldstein jetzt bereits umso besser. Alison Sudol, die auch als Sängerin A Fine Frenzy („Almost Lover“) bekannt ist, schafft es als Queenie sämtliche Sympathien des Publikums zu gewinnen. Sie ist bezaubernd, offenherzig, vorurteilsfrei, treu, selbstlos und damit für mich die geheime Heldin von Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden. Gleich danach kommt Dan Fogler als Jacob Kowalski. Fogler sorgt für die nötige Leichtigkeit des Films, sorgt über auch für Emotionen. Mehr möchte ich an dieser Stelle aber dazu nicht verraten.

Erwähnenswert ist natürlich auch Colin Farrell als zwieträchtigen Percival Graves sowie Ezra Miller als Credence Barebone. Miller, den ich bisher nur bei seinem Auftritt in Dating Queen kenne, spielt mit Sicherheit eine der komplexesten und schwierigsten Rollen in Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind. Beide machen einen ausgesprochen guten Job und sorgen für die richtige Portion Spannung und sorgen für einige Rätsel.

Johnny Depp als Gellert Grindelwald – For real?

Ob die Besetzung von Johnny Depp als Gellert Grindelwald so optimal ist, bin ich mir wiederum nicht so sicher. Depp ist bekannt für seine „etwas“ überdrehten Rollen Die Beschreibungen Grindelwalds in den Harry Potter-Büchern und seine kurzen Auftritte in den Verfilmungen sprechen meiner Meinung nach eine andere Sprache. Hier scheint J. K. Rowling einen neuen Kurs zu fahren. Achtung, rein spekulativ: Auch könnte man annehmen, dass Albus Dumbledore, der nach einer offiziellen Aussage von Rowling über ihren Twitter-Account schwul ist, damals in den gut aussehenden Grindelwald verliebt war. Ob Dumbledore sich in einen „Johnny Depp-Grindelwald“ verlieben könnte? Fraglich. Allerdings haben wir auch gelernt, dass der junge Dumbledore sich wohl deutlich von dem Dumbledore unterschied, den wir später kennenlernen durften. Es bleibt auf jeden Fall spannend!

Die Fortsetzung kann kommen!

Insgesamt hat mir Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind bis auf kleinere Abzüge sehr gut gefallen. Es ist ein absolut würdiges Spin-Off von Harry Potter und ich bin sehr positiv, dass es viele offen gebliebene Rätsel aufklären wird. Jeder Fan der Welt der magischen Welt, sollte sich den Film auf jeden Fall angucken. Im Gegensatz zu Harry Potter und das verwunschene Kinddas zum großen Teil die Handschrift von John Tiffany trägt, ist Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind zu 100 % aus der Feder von J. K. Rowling. Ich kann kaum den nächsten Teil abwarten!

Mein Tipp für Euch

Guckt Euch den Film auf Englisch an! Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind zeichnet sich zu einem wichtigen Teil aus dem Zusammentreffen der Briten Newt Scamander und den Amerikanern aus. Der britische Dialekt geht in der deutschen Übersetzung leider völlig verloren, ist aber extrem charismatisch, zumal Eddie Redmaynes Stimme nicht nachzuahmen ist. Vor allem für alle diejenigen, denen es schwer fällt, sich erneut in die magische Welt fallen zu lassen, hilft der vertraute Klang dorthin zurückzufinden. Dies gilt zumindest für alle, die auch die Harry Potter-Reihe schon auf Englisch gesehen hat, was ich jedem nur empfehlen kann.

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4 comments

  1. amely rose

    ach super, schön dass dir der film so gefallen hat.
    ich habe ihn noch nicht geschaut, aus sorge…dass da zu viel Tamtam drum gemacht wird und er in echt dann doch nicht so gut ist.
    für mich heißt es nun also – ab ins Kino 😀

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