Filmkritik: Ben-Hur

Filmkritik: Ben-Hur

Die Neuverfilmung von Ben-Hur: Judah Ben-Hur und Messala Serverus – zwei Brüder, zwei Länder, zwei Religionen – wenn Liebe und Hass aufeinander treffen.

0.5 von 5 Popcorntüten

Die Handlung

Der jüdische Prinz Judah Ben-Hur (Jack Huston) lebt mit seiner Familie und seinem römischen Adoptivbruder Messala Serverus (Toby Kebbell) in Frieden und Harmonie in ihrer Heimatstadt Jerusalem. Judah und Messala verbindet eine innige Freundschaft und Liebe. Sie genießen es sich gegenseitig zu messen und herauszufordern. Bei einem Pferderennen verunglückt Judah jedoch. Messala trägt seinen verletzten Bruder ins heimatliche Haus, wo er bestmöglich versorgt wird und schnell wieder auf die Beine kommt. Dennoch wird Messela die Schuld an dem Unglück zugesprochen, weshalb er beschließt Jerusalem zu verlassen und sich den römischen Truppen anzuschließen.

Rom ist im Vormarsch. Und so wird auch Jerusalem die Macht Roms immer stärker spürbar. Während Judah darauf pocht den Frieden zu wahren, greifen Rebellen die Römer an. Schließlich taucht Messala wieder in seiner alten Heimat auf. Inzwischen in die höheren Ränge des römischen Imperiums aufgestiegen, soll er dafür sorgen, dass eine sichere Einkehr von Pontius Pilatus (Pilou Asbæk) in Jerusalem gewährleistet ist. Deswegen sucht er Judah auf und bittet ihn darum mit seinem Volk zu sprechen.

Judah, der indessen einen verletzten Rebellen bei sich aufgenommen hat, freut sich über die Rückkehr seines Adoptivbruders, kann aber in Jerusalem nur wenig zur freundlichen Aufnahme der Römer beitragen. Schließlich marschieren die Römer in Jerusalem ein. Dabei wird ein Pfeil vom Dach der Ben-Hurs auf Pilatus abgeschossen und Judah fälschlicherweise dafür verantwortlich gemacht. Messala schickt daraufhin seinen ehemaligen Freund auf eine Galleere, wo er die nächsten fünf Jahre als Sklave rudern muss.

Nach vielen Hindernissen gelingt es Judah nach Jerusalem zurückzukehren und er macht sich auf die Suche nach seiner Familie. Voller Hass konfrontriert er Messela mit seinem Fehlverhalten und fordert ihn mit Hilfe von dem Scheich Ilderim (Morgan Freeman) zu einem alles entscheidenden Wagenrennen heraus. Eine Geschichte voller Hass, Liebe, Verzweiflung und Hoffnung.

Mein Fazit

Wenn Ihr Euch die Zeit genommen habt, die Handlung durchzulesen, dann denkt ihr vielleicht: „Ach joar, könnte interessant werden.“ Die Geschichte an sich ist vermutlich auch ganz spannend. Nicht ohne Grund hat die Verfilmung aus dem Jahr 1959 elf Oscars gewonnen. Aber ganz ehrlich: Diese Umsetzung ist nahezu lächerlich. Ich kann diesen Film beim besten Willen nicht ernst nehmen. Er wirkt wie eine einzige Parodie ähnlich wie Meine Frau, die Spartaner und ich. Das Problem: Es ist keine. Ich habe zwar weder die Verfilmungen der Geschichte von Ben-Hur von 1925 noch 1959 gesehen, doch kann ich mir wirklich nicht vorstellen, dass diese ähnlich schlecht waren wie die „Kreation“ aus 2016.

Morgan Freeman – The Rastafariman

Wo fangen wir an? Vielleicht mit dem Positiven: Die Schauspieler an sich machen keine allzu schlechte Figur, die Special Effects und 3D-Aufnahmen sind durchaus gelungen und die Kostüme sind überwiegend passend. Bei manchen Einstellungen sehen die Hosen allerdings verdächtig nach Jeans aus. Mein persönliches „Highlight“ war auf jeden Fall der erste Auftritt von Morgan Freeman als Rastafari mit bis zur Brust reichenden gräulichen Dreadlocks, der mit schallendem Gelächter im Kinosaal begleitet wurde. Damit hat er definitiv Humor bewiesen, gleichzeitig wirkte er dadurch aber etwas unprofessionell, womit wir aber auch schon wieder im Parodiebereich angekommen wären.

Jesus als Nebenfigur

Auch die Inszenierung von Jesus von Nazareth, dessen Geschichte parallel zu der von Ben-Hur aufgegriffen und erzählt wird, wirkt irgendwie unpassend und überzogen. So taucht er während des Films immer wieder unverhofft auf, ohne dass ich ihn persönlich als Teil der Handlung empfunden habe. Ganz zum Schluss wird er plötzlich kurzzeitig in den Fokus gesetzt. Dieses Zusammenspiel ist meiner Meinung nach alles andere als gelungen.

Spart Euch das Geld!

Beim besten Willen, kann ich diesen Film nicht ernstnehmen und dabei habe ich mich wirklich bemüht. Wie immer war ich ein sehr geduldiger und aufmerksamer Zuschauer. Doch bereits einen Tag später, habe ich das Gefühl jegliche Details des Films vergessen zu haben. Auch gab es leider keine großartigen Weisheiten, die ich mir versucht habe zu merken oder Szenen, wo ich dachte „Wow!“. Daher meine abschließende Empfehlung für Euch: Gebt kein Geld für einen Kinobesuch und auch nicht später für einen DVD- / Blu-ray-Kauf oder ähnliches aus, außer Ihr seid ein absoluter Verfechter jeglicher Filme, die zur römischen Zeit spielen oder wenn ihr unbedingt die Ben-Hur-Verfilmungen miteinander vergleichen möchtet. Bereitet Euch darauf vor, weniger Action zu sehen zu bekommen, als Ihr es euch vielleicht erhofft. Dafür bekommt ihr eine ordentliche Portion Religion und Schmalz auf dem Silbertablett serviert.

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Trailer zu „Ben-Hur“

One comment

  1. Filmkritik: Ghost in the Shell | Jil's Blog

    […] gefallen haben. Darunter Pilou Asbæk, den ich bereits aus Lucy, Game of Thrones und natürlich Ben-Hur kenne. Da mir sowohl Lucy als auch Ben-Hur nicht sonderlich gefallen haben, hatte ich bisher […]

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