Filmkritik: X-Men - Apocalypse

Filmkritik: X-Men – Apocalypse

Der Super-Mutant und selbsternannte Gott Apocalypse möchte die Welt von den Schwächlingen befreien, doch die X-Men schreiten der Menschheit zur Hilfe. X-Men: Apocalypse – jetzt im Kino!

4 von 5 Popcorntüten

Die Handlung

1983 werden die Mutanten weitestgehend von den Menschen toleriert und akzeptiert. Dennoch gibt es Menschen, die versuchen die Mutanten zu unterdrücken. In einem Nachtclub in Berlin werden beispielsweise Schaukämpfe zwischen Mutanten ausgetragen, um die Menschen zu belustigen. Raven (Jennifer Lawrence), auch bekannt als Mystique, gelingt es den Teleporter Kurt Wagner, alias Nightcrawler, (Kodi Smit-McPhee) zu befreien.

Indessen gibt es ein starkes Erdbeben, dessen Ursprung in Kairo liegt. Hier wird FBI-Agentin Moira MacTaggert (Rose Byrne) Zeugin eines merkwürdigen Ereignisses, welches sich als Wiedererwachen des Mutanten En Sabah Nuhr (Oscar Isaac), oder auch Apocalypse genannt, herausstellt. Der mächtigste aller Mutanten wurde im Jahr 3.000 v. Chr. beim Einsturz seiner Pyramide verschüttet. Apocalypse herrschte in dieser Zeit als Gott im alten Ägypten. Um ewig zu Leben übertrug er seinen Geist in den Körper eines anderen Mutanten und absolvierte dabei dessen Kräfte. Doch die Menschen enttarnten ihn als falschen Gott und wollten ihn bei einer solchen Geistesübertragung töten. Im letzten Moment wurde er durch seine sterbenden Begleiter gerettet.

Raven sucht daraufhin zusammen mit Nightcrawler die Mutantenschule von ihrem alten Freund Professor Charles Xavier (James McAvoy) auf und empfiehlt ihm Kontakt zur MacTaggert aufzunehmen. Auch der untergetauchte Eric (Michael Fassbender), besser bekannt als Magneto, gibt den Mutantenfreunden Grund zur Sorge. Während sich also in Xaviers Internat für Begabte neue Freundschaften bilden, überschlagen sich in der Welt die Ereignisse.

Apocalypse begibt sich auf die Suche nach talentierten Mutanten und formiert eine Gruppe von vier als Begleiter um sich. Dank seiner Hilfe lernen sie ihre Kräfte gänzlich zu entfesseln und diese einzusetzen. Der selbsternannte Gott möchte die Welt von allen Schwächlingen befreien und eine neue Gesellschaft formieren. Können Professor Charles Xavier und seine Gefolgsleute ihn noch rechtzeitig aufhalten?

Mein Fazit

Meiner Meinung nach bisher mit Abstand der beste und stärkste Teil der X-Men-Reihe! Zumindest, was die neueren Verfilmungen angeht. Ich muss zugeben, dass ich es noch nicht geschafft habe X-Men, X-Men 2 und X-Men: Der letzte Widerstand anzuschauen, weshalb mein Wissen rund um die X-Men zugegenermaßen etwas rudimentär ist. Dafür habe mir erst vor kurzem erneut X-Men: Erste Entscheidung und X-Men: Zukunft ist Vergangenheit angeguckt und kann daher behaupten, dass X-Men: Apocalypse in jeglichen Kategorien hinzugelernt hat.

Willkommen in Ägypten

Ganz offensichtlich sind die Special Effects in X-Men: Apocalypse auf höchstem Niveau und auf der Einsatz von 3D-Technik ist durchaus gelungen. Der Zuschauer hat tatsächlich das Gefühl im alten Ägypten zu stehen und spürt nahezu, wie die Erde vibriert. Die historische Einbindung von Ägypten gefällt mir persönlich natürlich besonders gut, da ich erst im Dezember persönlich am Fuße des Nils stand. Zwar nicht in der Nähe von Kairo, aber Ägypten ist Ägypten ;-).

In welcher Reihenfolge sollte man die X-Men-Filme gucken?

Schön ist, wie man die Entwicklung der einzelnen Charaktere von X-Men: Apocalypse im Laufe der Filme beobachten kann und wie die Geschichte Kreise schließt und offene Fragen nach und nach beantworten werden. Durch den chronologischen Rückschritt in der Abfolge von Ereignisse ist die Integration von neuen Charakteren äußerst gut gelungen. In welcher Reihenfolge man die gesamten Filme der X-Men-Reihe inklusive Wolverine nun sehen sollte, bleibt mir aber immer noch ein Rätsel. Wer da den ultimativen Tipp hat, mag diesen doch gerne als Kommentar hinterlassen. Ich wäre darüber sehr dankbar!

Auf den Spuren von Marvel

Aber zurück zu X-Men: Apocalypse. Den ersten Teil der Reihe X-Men: Erste Entscheidung empfinde ich nahezu als selbstironisch. Die Charaktere sind so gewollt witzig, weshalb es mir schwer fällt, sie ernst zu nehmen. Das ist in X-Men: Apocalypse gänzlich anders. Zwar gibt es auch hier viele Momente, die zum Schmunzeln sind, jedoch wirken diese „echter“. Hier haben definitiv Marvel’s Avengers ihre Spuren hinterlassen und das ist auch gut so.

Bitte etwas mehr Tempo!

Die Story von X-Men: Apocalypse ist definitiv schlüssig, spannend und komplex, sodass der Zuschauer Lust auf mehr bekommt. Dem Action-Film gelingt es die Spannung stets hochzuhalten und diese mit Humor, Liebe und Ernsthaftigkeit zu spicken. Leider, sind die letzten Szenen von X-Men: Apocalypse allerdings völlig unnötig langgezogen. So brach es nach gefühlten 20 Minuten „Gucken“ und Nichtspassieren auf der Leinwand aus mir raus: „Jetzt mach doch endlich was!“ Sorry, nochmal an meine Mitgucker, aber ich glaube es ging ihnen ähnlich…

Sansa, ach ’ne Jean Grey!

Insgesamt überzeugt X-Men: Apocalypse also mit einer gut durchdachten Story, neuen interessanten Figuren, Spannung, Humor, Special Effects und natürlich durch hervorrangende Schauspieler. So habe ich Sophie Turner die ganze Zeit über einfach Sansa genannt, wenn man sich kurz flüsternd über eine Szene austauschen musste, jedoch habe ich sie als Jean Grey völlig akzeptiert, was ich gar nicht so erwartet hätte. Über die schauspielerische Leistung von Jennifer Lawrence, Michael Fassbender, Rose Byrne und Co. kann ich eh nichts Negatives sagen. Von daher: Großartige Besetzung!

Ich bin auf jeden Fall jetzt auch endgültig im X-Men-Fieber und freue mich auf mehr! Zum Glück habe ich ja noch einige X-Men-Filme nachzuholen und kann damit wunderbar die Zeit bis zu Wolverine 3 überbrücken, der 2017 in die Kinos kommen soll. Für alle anderen gilt: Ab ins Kino und X-Men: Apocalypse anschauen!

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Mein Tipp für Euch

Ja, es ist ein Marvel-Film. Und was gibt es am Ende von jedem Marvel-Film? Richtig, ein kurzer Post-Credit-Film, der einen Ausblick auf einen folgenden Teil der X-Men-Reihe bezieht.. Deshalb bleibe ich immer bis zum bitteren Ende sitzen. So habe ich das auch bei X-Men: Apocalypse gemacht. Doch ganz ehrlich: Es lohnt sich nicht! Der Abspann ist unfassbar lang und der Teaser am Ende macht jetzt nicht dermaßen Lust auf mehr, wie wir es von den Post-Credit-Filmen von Marvel gewohnt sind. Diese Auffassung beruht aber vielleicht auch aufgrund meiner Unkenntnis bezüglich der X-Men. Hier kann ich maximal mit Basiswissen „glänzen“.

Wer also nicht bis zum Ende sitzen bleiben möchte, kann gerne Kino.de klicken und den Artikel „X-Men Apocalypse: Was bedeutet die Szene nach dem Abspann?“ von Andreas Engelhardt lesen. Andreas stellt kurz da, was im Teaser gezeigt wird, erklärt zusätzlich die Hintergründe der Szene und stellt eine Vermutung auf, auf welchen Film sich dieser auswirken wird. Hier gilt natürlich SPOILERGEFAHR!

Trailer zu „X-Men: Apocalypse“

 

One comment

  1. Filmkritik: Suicide Squad | Jil's Blog

    […] die Investition wert ist. Nur eine viel zu lange Zeitlupenaufnahme raubt dem Film, ähnlich wie bei X-Men: Apocalypse, an Dynamik und wirkt etwas überzogen, obwohl sie technisch schön umgesetzt ist. Was auf jeden […]

    Antworten

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