Filmkritik: The Jungle Book

Filmkritik: The Jungle Book

Mein Fazit

Das Dschungelbuch erwacht zu neuem Leben in der Realverfilmung: The Jungle Book.

2 von 5 Popcorntüten

Auch wenn ich mich vermutlich bei allen Dschungelbuch-Fans unbeliebt mache, muss ich leider sagen, dass mich auch diese Version von Moglis Geschichte nicht fasziniert hat. Wie auf meinem Facebook-Kanal bereits angedeutet, war ich nie ein großer Fan von Disneys Dschungelbuch und werde es durch die Realverfilmung auch nicht mehr werden. Da die Geschichte um den kleinen Mogli bereits bekannt ist, habe ich den Fokus bei meiner Beurteilung vor allem auf die gestalterische Umsetzung gelegt und diese hat so einige Schwachstellen.

Special Effects mit Stärken und Schwächen

Diese beginnen wieder einmal bei der 3D-Technik, die meiner Meinung nach deutlich besser hätte genutzt werden können. Wie zum Beispiel in The Huntsman and the Ice Queen geschehen. Dann geht es weiter mit der Animation der Tiere, die teilweise unfassbar gut ist und im nächsten Moment nicht zeitgemäß ist. Dies fällt vor allem bei Nahaufnahmen auf. Auch tue ich mich mit sprechenden Tieren, meiner Mutter sei Dank, etwas schwer. In The Jungle Book sind die Mundbewegungen dermaßen unnatürlich, dass man beim besten Willen nicht glauben kann, dass es sich hier um echte und nicht animierte Tiere handelt. Dafür sehen manche Bewegungsabläufe, die man nur aus der Ferne sieht, beispielsweise wenn Baghira Shir Khan nachjagt, extrem real aus.

Ausdrucksloser Hauptdarsteller

Schade ist auch, dass der einzige menschliche Darsteller Neel Sethi etwas monoton und ausdruckslos daher kommt. Was vielleicht aber auch der deutschen Übersetzung zu zuschulden ist, die allgemein den Film deutlich nach unten gezogen hat – so vermute ich. Die sonst so schönen Lieder, die aus dem Originalzeichentrickfilm übernommen wurden wie „Probiers‘ mal mit Gemütlichkeit“ sind schwach gesungen und animieren nicht so zum Mitwippen, wie man es gewohnt ist. Bei „Ich wär‘ so gern wie Du“ habe ich spätestens nach dem dritten „Du-hu-hu“ mir gewünscht, dass das Lied bald vorbei ist.

Düsterer (Kinder)film

Selbst die Leichtigkeit und der Humor des Zeichentrickoriginals ist in The Jungle Book nur selten wiederzufinden. Eigentlich habe ich nur in einer einzigen Szene richtig geschmunzelt und zwar als Balu und Baghira zusammen den Felsen hochklettern. Alles in allem ist The Jungle Book deutlich düsterer als das Original. Vor allem King Louie ist furchteinflößend, weshalb der Film alles andere als kindergerecht ist. Gleichzeitig ist The Jungle Book für Erwachsene absolut anspruchslos und ohne Tiefe.

Sprachlose Affen

Und noch ein Punkt, der das Maß endgültig voll macht. Jedes noch so kleine und unterentwickelte Tier spricht in The Jungle Book eine Sprache, die Mogli versteht. Vom Gürteltier, bis hin zur kleinsten Springmaus. Die einzigen Tiere, die nicht sprechen können sind die – AFFEN! Bis auf King Louie verständigen sich diese nur mit wildem Gekreische. Ach und die Elefanten sagen auch kein Wort, aber da lasse ich mal eine höhere Bedeutung gelten, oder so…

Um auch noch etwas Positives zu sagen…

Was gibt es Positives zu sagen? Balu ist ganz witzig. Vor allem, wenn er zusammen mit Baghira agiert. Trotzdem kommen sie, wie bereits erwähnt, nicht an den Charme des Originals heran. Weiter sind die Wolfswelpen, insbesondere Gray, sehr niedlich. Und wenn man den kritischen Blick etwas zur Seite legt, wird man ganz gut unterhalten. Wobei The Jungle Book auch leider zum Schluss etwas zäh und langgezogen wirkt.

Abschließend ist festzuhalten, dass überwiegend ein negativer Eindruck zurückbleibt. Wenn ich nicht die UCI Unlimited Card hätte, hätte ich mir den Film wahrscheinlich gar nicht erst angeguckt. Alle Stränge abgelegt bleibt aber letztlich ein Film, den man sich gut und gerne mal anschauen kann, aber absolut kein Muss ist. Ein reguläres Ticket am Donnerstagabend im iSense Kino von der UCI Kinowelt hätte mich schlappe 16,00 Euro gekostet und da muss ich wirklich intervenieren: Das ist der Film definitiv nicht wert! Dann lieber auf 3D verzichten, auf die DVD / Blu-Ray oder gar auf die Free-TV-Premiere warten. Ich werde mir The Jungle Book auf jeden Fall kein zweites Mal angucken.

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One comment

  1. Filmkritik: Die Schöne und das Biest | Jil's Blog

    […] folgt nun die Realverfilmung. Damit führt Disney seinen Trend der Realverfilmungen fort. Neben The Jungle Book, Maleficent – Die dunkle Fee sollen noch weitere Disney-Klassiker wie Der König der Löwen […]

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