Filmkritik: The Jungle Book

Filmkritik: The Jungle Book

Das Dschungelbuch erwacht zu neuem Leben in der Realverfilmung: The Jungle Book.

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Die Handlung

Als der Schwarze Panther Baghira den kleinen Menschenjungen Mogli (Neel Sethi) findet, war dieser kaum älter als ein Säugling. Um ihm Schutz zu bieten, bringt er den Jungen zu Akelas Wolfsrudel. Dort wird er liebevoll als Teil der Gemeinschaft von seiner Wolfsmutter Raksha aufgenommen und großgezogen. Indessen trainiert Baghira das Findelkind und bereitet ihn auf das Überleben im Dschungel zusammen mit den anderen Wolfswelpen vor. Dabei predigt er ihn immer wieder nichts auf die „Menschenart“, sondern alles auf die „Wolfsart“ zu tun.

Doch während einer besonders ausgeprägten Dürre bleibt Moglis Anwesenheit nicht länger unentdeckt. Am Felsen des Friedens kommen alle Tiere des Dschungels zusammen, um von dem wenigen Wasser zu trinken. In dieser Zeit herrscht ein absolutes Jagdverbot. Der einäugige Tiger Shir Khan warnt allerdings vor den Gefahren, die von einem Menschen ausgehen und droht Mogli nach Ende der Trockenzeit zu töten. Er selbst wurde schwer von einem Menschen verletzt worden und trägt noch heute seine Brandnarben mit sich.Um sein Wolfsrudel nicht weiteren Gefahren auszusetzen, beschließt Molgi dieses nach Einsetzen der Regenzeit zu verlassen. Baghira begleitet den Menschenjungen und will ihn zu Seinesgleichen bringen. Mogli, der die Menschen nicht kennt, weigert sich und fängt an mit Baghira zu diskutieren. Da greift Shir Khan die beiden aus dem Nichts an. Während der Panther dem Tiger mutig entgegenspringt, gelingt Mogli die Flucht.

Doch die Ruhe währt nur kurz. Plötzlich findet Mogli sich in den heimtückischen Schlingen der Python Kaa wieder. Sie zeigt dem Jungen unter Hypnose, was mit seinem Vater damals passiert ist und wie Baghira ihn fand. Kaa setzt schon an, Mogli zu verschlingen, da taucht Balu der Bär und befreit ihn. Der honigliebende Bär hat auch schon eine Idee, wie sich der Menschenjunge gebührend bei ihm bedanken kann. Das Leben könnte so schön sein, wenn mit Baghira nicht auch wieder die alten Probleme hochkommen und eine verhängnisvolle Nachricht Mogli erreicht.

Mein Fazit

Auch wenn ich mich vermutlich bei allen Dschungelbuch-Fans unbeliebt mache, muss ich leider sagen, dass mich auch diese Version von Moglis Geschichte nicht fasziniert hat. Wie auf meinem Facebook-Kanal bereits angedeutet, war ich nie ein großer Fan von Disneys Dschungelbuch und werde es durch die Realverfilmung auch nicht mehr werden. Da die Geschichte um den kleinen Mogli bereits bekannt ist, habe ich den Fokus bei meiner Beurteilung vor allem auf die gestalterische Umsetzung gelegt und diese hat so einige Schwachstellen.

Special Effects mit Stärken und Schwächen

Diese beginnen wieder einmal bei der 3D-Technik, die meiner Meinung nach deutlich besser hätte genutzt werden können. Wie zum Beispiel in The Huntsman and the Ice Queen geschehen. Dann geht es weiter mit der Animation der Tiere, die teilweise unfassbar gut ist und im nächsten Moment nicht zeitgemäß ist. Dies fällt vor allem bei Nahaufnahmen auf. Auch tue ich mich mit sprechenden Tieren, meiner Mutter sei Dank, etwas schwer. In The Jungle Book sind die Mundbewegungen dermaßen unnatürlich, dass man beim besten Willen nicht glauben kann, dass es sich hier um echte und nicht animierte Tiere handelt. Dafür sehen manche Bewegungsabläufe, die man nur aus der Ferne sieht, beispielsweise wenn Baghira Shir Khan nachjagt, extrem real aus.

Ausdrucksloser Hauptdarsteller

Schade ist auch, dass der einzige menschliche Darsteller Neel Sethi etwas monoton und ausdruckslos daher kommt. Was vielleicht aber auch der deutschen Übersetzung zu zuschulden ist, die allgemein den Film deutlich nach unten gezogen hat – so vermute ich. Die sonst so schönen Lieder, die aus dem Originalzeichentrickfilm übernommen wurden wie „Probiers‘ mal mit Gemütlichkeit“ sind schwach gesungen und animieren nicht so zum Mitwippen, wie man es gewohnt ist. Bei „Ich wär‘ so gern wie Du“ habe ich spätestens nach dem dritten „Du-hu-hu“ mir gewünscht, dass das Lied bald vorbei ist.

Düsterer (Kinder)film

Selbst die Leichtigkeit und der Humor des Zeichentrickoriginals ist in The Jungle Book nur selten wiederzufinden. Eigentlich habe ich nur in einer einzigen Szene richtig geschmunzelt und zwar als Balu und Baghira zusammen den Felsen hochklettern. Alles in allem ist The Jungle Book deutlich düsterer als das Original. Vor allem King Louie ist furchteinflößend, weshalb der Film alles andere als kindergerecht ist. Gleichzeitig ist The Jungle Book für Erwachsene absolut anspruchslos und ohne Tiefe.

Sprachlose Affen

Und noch ein Punkt, der das Maß endgültig voll macht. Jedes noch so kleine und unterentwickelte Tier spricht in The Jungle Book eine Sprache, die Mogli versteht. Vom Gürteltier, bis hin zur kleinsten Springmaus. Die einzigen Tiere, die nicht sprechen können sind die – AFFEN! Bis auf King Louie verständigen sich diese nur mit wildem Gekreische. Ach und die Elefanten sagen auch kein Wort, aber da lasse ich mal eine höhere Bedeutung gelten, oder so…

Um auch noch etwas Positives zu sagen…

Was gibt es Positives zu sagen? Balu ist ganz witzig. Vor allem, wenn er zusammen mit Baghira agiert. Trotzdem kommen sie, wie bereits erwähnt, nicht an den Charme des Originals heran. Weiter sind die Wolfswelpen, insbesondere Gray, sehr niedlich. Und wenn man den kritischen Blick etwas zur Seite legt, wird man ganz gut unterhalten. Wobei The Jungle Book auch leider zum Schluss etwas zäh und langgezogen wirkt.

Abschließend ist festzuhalten, dass überwiegend ein negativer Eindruck zurückbleibt. Wenn ich nicht die UCI Unlimited Card hätte, hätte ich mir den Film wahrscheinlich gar nicht erst angeguckt. Alle Stränge abgelegt bleibt aber letztlich ein Film, den man sich gut und gerne mal anschauen kann, aber absolut kein Muss ist. Ein reguläres Ticket am Donnerstagabend im iSense Kino von der UCI Kinowelt hätte mich schlappe 16,00 Euro gekostet und da muss ich wirklich intervenieren: Das ist der Film definitiv nicht wert! Dann lieber auf 3D verzichten, auf die DVD / Blu-Ray oder gar auf die Free-TV-Premiere warten. Ich werde mir The Jungle Book auf jeden Fall kein zweites Mal angucken.

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Trailer zu „The Jungle Book“

 

One comment

  1. Filmkritik: Die Schöne und das Biest | Jil's Blog

    […] folgt nun die Realverfilmung. Damit führt Disney seinen Trend der Realverfilmungen fort. Neben The Jungle Book, Maleficent – Die dunkle Fee sollen noch weitere Disney-Klassiker wie Der König der Löwen […]

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