Filmkritik: The Huntsman and the Ice Queen

Filmkritik: The Huntsman and the Ice Queen

Die Geschichte von Snow White kennt ihr ja bereits. Doch es gibt noch eine weitere Geschichte, die es zu erzählen gilt, die von The Huntsman and the Ice Queen.

4 von 5 Popcorntüten

Die Handlung

Ravenna (Charlize Theron) und Freya (Emily Blunt) entstammen einem mächtigen Geschlecht, dass deren Frauen mit magischen Kräften verseht. Doch während Ravenna bereits ihre Mächte voll entfalten hat und als Evil Queen sich ein Königreich nach dem nächsten unter den Nagel reißt, lassen Freyas Kräfte noch auf sich warten. Stattdessen freut sich Freya darauf Mutter zu werden. Voller Liebe und Zuneigung zu ihrer Tochter soll ihr Glück endlich perfekt werden. Der Vater ihrer Tochter möchte endlich seine Verlobung mit einer anderen lösen und Freya zur Frau nehmen. Doch als Freya in den Hof läuft, um ihren Liebsten zu treffen, entdeckt sie Flammen, die aus dem Turm züngeln, in dem ihre Tochter schläft. So schnell sie kann eilt sie zurück. Doch es ist zu spät. Ihre geliebte Tochter wurde von ihrem Liebhaber verbrannt. Wutentbrannt entfalten sich ihre Kräfte. Als Ice Queen beschließt sie ihrer Schwester den Rücken zu kehren und ihr eigenes Königreich aufzubauen.

Hoch im Norden errichtet sie ihre Festung aus Kälte und Eis. Getrieben von Hass und Verachtung schickt sie ihre Männer los, um die Kinder der Dörfer zu entführen. Sie sieht dies allerdings als Befreiungsaktion. Die Ice Queen befreit die Kinder aus den Fesseln ihrer Eltern, aus den Fesseln der Lüge der Liebe. In einem intensiven Training werden die Kinder zu Huntsmen heran trainiert, um für die Ice Queen neue Ländereien zu erobern. Doch obwohl Freya Liebe in ihrem Land verboten hat, lässt sich diese nicht vermeiden. Eric (Chris Hemsworth), The Huntsman, und Sara (Jessica Chastain), Freyas beste Kämpfer, lieben einander, heiraten und beschließen ihrer Königen den Rücken zu kehren. Freyas wachsamen Augen entgeht dies nicht und so verhindert sie ihre Flucht, wobei Sara augenscheinlich zu Tode kommt.

Eric entkommt nur knapp dem Tode und lebt fortan in Snow Whites Königreich, in dem er bekanntlich Snow White im Kampf gegen die Evil Queen zur Seite stand. Doch der Kampf scheint noch immer nicht vorbei. Der goldene Spiegel vergiftet Snow Whites Seele und soll zur Sicherheit in den Heiligen Ort gebracht werden. Seine Majestät William (Sam Claflin) beauftragt im Namen der Königin Eric damit diesen Transport zu überwachen. Etwas widerwillig verfolgt Eric in Begleitung von den Zwergen Nion (Nick Frost) und Gryff (Rob Brydon) die Fährte von Snow Whites Männern und muss bestürzt feststellen, dass alle Männer Tod sind und der Spiegel verschwunden ist. Eine Pfeilspitze mit einem Diamanten ist ihr einziger Anhaltspunkt auf die Räuber.

Die drei kehren in einem Gasthof ein. Doch ihre Ruhe wird je gestört. Freya hat Wind davon bekommen, dass der Spiegel ihrer Schwester aus dem Schloss gebracht wurde und schickte nun ihre Männer, um ihn zu finden. Freyas Huntsman greifen Eric und die Zwerge an. Eric liegt bereits am Boden, da wird er unverhofft von einer verhüllten Gestalt gerettet. Es ist Sara.

Mein Fazit

Ein zauberhaftes Märchen (für Erwachsene), das es sich auf jeden Fall lohnt anzuschauen! In The Huntsman and the Ice Queen begegnet man nicht nur altbekannten Charakteren aus Snow White and the Huntsman, sondern auch ganz neuen Fabelwesen und Welten. Dabei ist es den Machern gelungen eine wunderbare Mischung aus Action, Liebe, Abenteuer und Drama zu gestalten.

Kindermärchen – eher nicht!

Bei The Huntsman and the Ice Queen geht es nicht, wie ich es bisher dachte, bloß darum die Vorgeschichte zu Snow White and the Huntsman zu erzählen, sondern auch wie es nach Snow Whites weiter geht. Neben vielen Schimpfwörter und Beleidigungen, die vor allen von den Zwergen verteilt wurden, geht es auch überraschend brutal in den Kämpfen zur Sache. Spätestens hier merkt man, dass es sich hier nicht um ein Kindermärchen handelt.

Spannende Charaktere

Spannend ist natürlich vor allem die Einführung von Freya alias The Ice Queen (Emily Blunt). Die kleine Schwester der schönheitsbessenen Ravenna (Charlize Theron) stellt einen in sich sehr zerrissenen Charakter dar. Letztlich ist es dennoch von Anfang an recht eindeutig, für welche Seite sie sich letztlich entscheiden wird. Emily Blunts Darbietung der Freya ist ausgezeichnet und vollends überzeugend dargestellt, weshalb sie für mich die beste schauspielerische Leistung abgelegt hat. Gleichwohl Charlize Theron als Ravenna noch böser und düsterer daher kommt, als schon in Snow White and the Huntsman. Eine kleine Wandlung hat hingegen der Huntsman (Chris Hemsworth) durchlebt. Sein Charakter wirkt in The Huntsman and the Ice Queen wesentlich leichter und versprüht mehr Charme und Witz. Der einzige Charakter, dem es wirklich gelang mich kurzzeitig in die Irre zu führen, war letztlich Sara (Jessica Chastain). Wobei ich da zwischenzeitlich aber auch ihre Intelligenz in Frage gestellt habe. Alles in allem bin ich wohl kein sonderlich großer Fan der „Huntswoman“.

Kitsch und Fäkalsprache – ein No Go

Etwas Probleme hatte ich persönlich mit den Zwergen, die die Storyline an sich kaum weitergetragen haben. Ich bin der Überzeugung, dass die Geschichte auch ohne sie funktioniert hätte. Außerdem fand ich die bereits erwähnten Schwallen aus Beleidigungen und Schimpfworten etwas derb. Im Gegensatz dazu sorgten sie für viele extrem kitschige Momente und ihre Entwicklung über den Film hinweg war auch absolut vorausschaubar. Aber gut, was wäre ein Märchen in Snow Whites Königreich ohne Zwerge.

Alles in allem bleibt aber ein sehr gelungener Film mit einer tollen Besetzung, hervorragenden Special Effects, die in 3D besonders verzaubern, und einer wundervollen Story von Liebe und Mut. Wäre da nicht der Film Snow White and the Huntsman, der quasi von The Huntsman and the Ice Queen ummantelt wird. Mehr dazu im folgenden Abschnitt.

Jetzt auf DVD oder Blu-ray bestellen!

Trailer zu „The Huntsman and the Ice Queen“

Integration in Snow White and the Huntsman

Meine größte Kritik erstreckt sich nämlich darüber, dass sich der Film absolut nicht in Snow White and the Huntsman einfügt, da es hier sehr viele Unstimmigkeiten gibt. Folglich wird es mehr als deutlich, dass The Huntsman and the Ice Queen nicht von Anfang an geplant war. Ein paar Auffälligkeiten zeige ich im folgenden auf. Dabei gilt sowohl SPOILERGEFAHR für Snow White and the Huntsman sowie für The Huntsman and the Ice Queen!

  1. Bevor wir zu den entscheidensten Fehlern zwischen The Huntsman and the Ice Queen und Snow White and the Huntsman kommen, beginnen wir zunächst mit einer Banalität. Ravenna beauftragt in Snow White and the Huntsman den Huntsman damit Snow White zu finden und ihr ihr Herz zu bringen. Der Verbindung mit The Huntsman and the Ice Queen kommt hier aber zunächst die Frage auf, woher die Evil Queen den Huntsman kennt, schien sie doch nie in den Norden zu ihrer Schwester gegangen zu sein. Aber viel mehr, warum sie ihrer Schwester nicht erzählt, dass der Huntsman noch lebt. Immerhin ging Freya davon aus, dass Eric gestorben ist, nachdem er in den Fluss geworfen wurde. Diese Anmerkung nur nebenbei. Denn der entscheidene Fehler zwischen den beiden Filmen liegt beim zentralen Thema: Liebe.
  2. In Snow White and the Huntsman fragt der Huntsman die Wachen der Königin, wo seine Frau sei. In The Huntsman and the Ice Queen wird jedoch wie bekannt die Vorgeschichte von Eric erzählt, wonach seine Frau Sara von der Freya getötet wurde. Die Wachleute haben also nichts mit der Tötung seiner Frau zu tun.
  3. Snow White ist in The Huntsman and the Ice Queen mit William verheiratet. Meiner Meinung nach etwas fraglich, da doch Eric derjenige war, der Dank der wahren Liebekuss Snow White wieder zum Leben erweckt hat.
  4. Wo wir direkt beim nächsten Fehler sind: Eric ist laut Snow White and the Huntsman in Snow White verliebt. Davon ist in The Huntsman and the Ice Queen keine Rede mehr. Stattdessen wird immer und immer wieder betont, dass er Sara über den Tod hinaus immer lieben wird. Dieser Fehler in Snow White and the Huntsman stellt letztlich die gesamte Grundlage von The Huntsman and the Ice Queen die auf der Liebe zwischen Eric und Sara basiert in Frage und macht sie gleichzeitig unglaubwürdig.

Zusammenfassend ist also festzuhalten, dass The Huntsman and the Ice Queen in Verbindung mit Snow White and the Huntsman nicht funktioniert und sollte daher etwas losgelöst betrachtet werden. Alternativ bietet sich auch eine Neuverfilmung von Snow Whites Geschichte an,  was aber sehr unwahrscheinlich ist. Vielmehr gehe ich davon aus, dass die Geschichte vom Huntsman weiter erzählt wird und die Grundlagengeschichte von Snow White in den Hintergrund gedrängt wird. Durchaus akzeptabel aber für mich persönlich nicht hundertprozentig zufriedenstellend.

One comment

  1. Filmkritik: The Jungle Book | Jil's Blog

    […] die meiner Meinung nach deutlich besser hätte genutzt werden können. Wie zum Beispiel in The Huntsman and the Ice Queen geschehen. Dann geht es weiter mit der Animation der Tiere, die teilweise unfassbar gut ist und im […]

    Antworten

Kommentar verfassen