Quad fahren bei der Mega Safari

Reisebericht: 5. Tag Ägypten – Mega Safari

Auch heute können wir wieder einmal ausschlafen, was in unserem Fall wieder bis ca. 08:00 h schlafen bedeutet. Dann geht es wie gewohnt zum Frühstück mit Spiegelei und Müsli. Bis zur Abholung um 11:50 h zur Mega Safari ist danach noch etwas Zeit. Also suchen wir uns ein Sonnen- und Schattenplatz am Wellenpool in der Nähe von unserem Gebäude und weihen unsere neu gekauften Spielkarten ein. Nach ein paar harten Duellen in Schwimmen und Mau-Mau wird es dann aber doch Zeit die Sachen zu packen und uns zur Lobby zu begeben.

Aauf zur Mega Safari!

Wie gewohnt, werden wir pünktlich von unserem heutigen Reiseleiter Mohamed mit einem bereits vollen Jeep zur Mega Safari abgeholt. Nach kurzer Zeit verlassen wir bereits die festen Straßen und fahren durch die Arabische Wüste gen Rotes Meer Gebirge. Doch bevor es richtig los geht, halten wir kurz bei zwei anderen Jeeps und atmen „frische“ Wüstenluft. Die Sonne scheint, der Wind weht und so ist es hier gut auszuhalten. Trotz der nicht ganz so intensive Hitze können wir in der Ferne einen See erblicken. Wir sehen also unsere erste Fata Morgana!

Mit Vollgas durch die Arabische Wüste

Im Dreier-Gespann heizen wir mit Vollkaracho über den steinigen Wüstenboden und durch enge Felsspalten hindurch. Wir werden ordentlich hin und her geschaukelt. Kim und ich heben sogar gelegentlich von unseren Sitzen ab. Beruhigend, dass der Kameramann, der sich den Großteil der Fahrt auf unserem Jeep befindet, bestens gesichert ist – nicht! Der besagte Kameramann sitzt einfach ohne jegliche Sicherung auf dem Dach und klettert dort noch fröhlich herum. So sehen wir ihn plötzlich über Kopf hängend vor unserem Fenster. Ein Glück, dass der Herr diese Prozedur aber schon gewohnt ist und es tatsächlich schafft nicht herunterzufallen. Ich hätte mich nur verzweifelt an den Gepäckhaltern festgeklammert und gebetet, dass mir nichts passiert.

Besuch im „Beduinendorf“

Nach dieser rasanten Fahrt, kommen wir in einem Beduinendorf an. In dem es sogar richtige Toiletten gibt und Häuschen für die vielen Reisegruppen, die hier vermutlich täglich ankommen. Dafür sehen wir nicht wirklich Wohnhäuser. Heutzutage leben zwar viele Beduinen von dem Tourismus, jedoch wirkt das Dorf auf den ersten Blick dermaßen inszeniert, dass Kim und ich davon ausgehen, dass das „Dorf“ ausschließlich für die Touristen erbaut worden ist. Nichtsdestotrotz sind die Informationen, die wir über diese nomadischen Wüstenbewohner erhalten sehr interessant. So sind diese Menschen in Ägypten nicht registriert, besitzen keinen Pass und werden auf ca. 500.000 Personen geschätzt. Der Großteil von ihnen lebt auf der Arabischen Halbinsel, einige wenige Gruppen sind aber auch hier in der Arabischen Wüste anzutreffen. Die Beduinen nennen sich selbst Araber und gehören weitesgehend dem Islam an. Für Mann und Frau ist es unschicklich nackte Haut zu zeigen, weshalb sie sich in weiten Gewänden verschleiern. Wo hingegen die Männer aber oft weiße Kleider und Tücher tragen, verhüllen sich die Frauen in schwarz.

KamelreitenKAMELREITEN

Nach dieser Einweisung geht es zum Kamelreiten. Zuvor ist jedoch die russisch- und die englischsprachige Reisegruppe dran. Daher erklimmen wir Deutschen einfach mal einen Berg und gucken uns das Geschaukel von oben an. Als wir dran sind, bestärken sich die Vermutungen eines „Fake-Dorfes“. Die Beduinen sprechen Englisch und teilweise sogar etwas Deutsch. Fragt sich, woher sie das können. Auch die nächste „Attraktion“, die Backstube der Einwohner ist fragwürdig. Just in dem Moment, in dem wir uns nähern, wird der Ofen angeheizt und ein Brot gebacken. Zutaten oder ähnliches sind jedoch keine zu sehen. Merkwürdig. Auch die Weberei wird bei unserem Eintritt plötzlich genutzt.

Jil beim Kamelreiten

Dann geht es zum Brunnen des Dorfes. Die altertümliche Wasserverteilung, die durch einen Esel angetrieben wird, führt auch quasi durch das ganze Dorf. Sie hat ungefähr eine Wegstrecke von vier Metern. Ja, und die Terrarien, die ausnahmsweise wirklich sehr eindeutig für die Touristen ausgestellt wurden, runden das Bild schließlich ab. Egal, war trotzdem nett und informativ. Anpassung an die Moderne hin oder her, wer erwartet ein altertümliches Beduinendorf zu sehen, der sollte diesen Programmpunkt vielleicht lieber auslassen.

Quad-Tour

Zurück im Jeep brettern wir erneut durch die Wüste und fahren weiter zum nächsten Programmpunkt der Mega Safari: Eine rasante Quad-Tour steht uns bevor. Hier sind wir aber bei weitem nicht die einzigen. Wir finden uns in einer riesigen Anlage wieder mit mehreren kleinen Freilichtteatern, die alle parallel genutzt werden können. Nach einer kurzen Verschnaufpause kaufen Kim und ich uns jeweils ein Shemagh für 5 € und bekommen es sandstaubschutzgerecht gebunden. Außerdem leihen wir uns für je 3 € eine Schutzbrille. Zwar wird uns gesagt, dass wir auch unsere Sonnenbrillen nutzen können, jedoch will ich auf keinen Fall riskieren, dass meine kaputt geht. Schließlich habe ich geschliffene Gläser drin und ganz günstig war sie auch nicht. Schließlich setzen wir uns auf die Quads, die uns angemacht werden. Ich merke direkt, dass sich mein Gashebel nur schwer drücken lässt, denke mir aber zunächst nichts dabei.

Wenn der Gashebel klemmt…

Die Gruppe setzt sich in Bewegung und bevor es überhaupt richtig los geht, werde ich schon rausgezogen. Verwundert dürfen alle an mir vorbei fahren, bis ich mich wieder einreihen darf. Erklärung? Nö! Egal, wir fahren weiter und mein Daumen tut immer doller weh. Immer wieder muss ich mit meiner linken Hand den Gashebel vordrücken und ihn dann mit der Kraft meiner ganzen rechten Hand durchgedrückt halten. Hab ich nur für eine Sekunde nachgegeben, muss ich quasi von vorne anfangen und erneut Geschwindigkeit aufbauen. Mein Spaßfaktor ist daher deutlich eingeschränkt und ich sehne mir eine Pause herbei.

Nach einer gefühlten Ewigkeit kommt sie dann auch. Ich erkläre Kim mein Problem und probiere ihren Gashebel aus. Natürlich muss man diesen nur kurz antippen, damit der Quad durchstartet. Ich suche also Mohamed auf und klage mein Leid. Er lacht mich im ersten Moment aus, wie sollte es auch anders sein, und belehrt mich, dass ich immer nur kurz antippen muss. Daraufhin lache ich ihn aus: „Antippen?! Ja, mach mal!“ Mohamed bequemt sich also doch noch zu meinem Quad und testet den Hebel. Daraufhin verschwindet sein Lachen und er bietet mir sein Quad für die Rücktour an.

Wenn es am Schönsten ist, soll man aufhören

Jetzt kann der Spaß auch endlich beginnen! Die Rücktour ist super! Auf einmal bringen die Hügel und die Wellen im Boden Spaß. Gas geben und Geschwindigkeit aufbauen ist auch kein Problem mehr. Kim und mir wird das in Reih und Glied fahren schon etwas zu langweilig. Am liebsten würden wir, wie die Begleiter frei durch die Wüste düsen. Aber leider dürfen wir nicht und so ist der Spaß wieder einmal viel zu schnell vorbei. Und dann dürfen die beiden anderen Reisegruppen sogar auch noch mit einem Spider Car fahren. Das ist in unserem Paket allerdings nicht enthalten. Also warten wir bei untergehender Sonne auf den Rest der Truppe, bis es endlich etwas zu Essen gibt.

Orientalische Show

Vielleicht sind Kim und ich etwas zu anspruchsvoll, was das Essen angeht. Während wir das Essen „ok“ finden, schwärmt uns eine Mitreisende vor, dass das Essen echt „super lecker“ gewesen sei. Hmmm… Sehen wir irgendwie nicht so. Auch der kleine Becher Cola dazu ist etwas dürftig. Aber genug gemeckert, es ist Zeit für die orientalische Show. Und hey, da ist ja schon wieder ein Derwisch-Tänzer. Kennen wir schon, denken wir nur und lehnen uns zurück. Dann werden wir aber auf die Bühne gezogen und dürfen das muntere Kreisedrehen selbst ausprobieren. Echt nicht so einfach, wie es aussieht. Der Mitmachaktion der Bauchtänzerin entgehen wir zum Glück. Dafür muss ich mit dem Schwertschlucker auf die Bühne. Was ich da getrieben habe, zeige ich Euch besser im Video und nein, ich habe es auch nicht sonderlich genossen.

Nach der Show wartet der letzte Programmpunkt unserer Mega Safari: Sternegucken. Uns wird also angeboten durch ein Teleskop zu gucken und einen besonders stark leuchtenden Stern vom „Nahen“ zu betrachten. Gut. Davon habe ich mir irgendwie mehr versprochen. Aber es ist inzwischen echt kühl geworden und so freuen wir uns, zurück ins Hotel zu kommen.

Endlich normale Leute 😉

Khai und Britta
Britta und Khai

Gegen 19:30 h sind wir dort auch wieder angekommen und begeben uns verstaubt wie wir sind an die Columbus Bar. Schnell zieht es uns aber auch wieder nach draußen, wo wir uns mit Trinken versorgen und zum Kartenspielen niederlassen. Dabei schauen wir uns nach potenziellen Mitspielern um. Fündig werde ich schließlich, als ich an der Bar neue Getränke hole und jemand astreines Hochdeutsch sprechen höre. Kurzerhand frage ich ihn, ob er nicht Lust hat mit uns Karten zu spielen. Er hat uns bereits zuvor gesehen und meinte schon zu seiner Freundin, dass sie auch hätten Karten mitnehmen sollen. Schwups sitzen Khai und Britta mit bei uns am Tisch. Doch zum Kartenspielen sollen wir an diesem Abend nicht mehr gekommen, müssen wir uns doch erst einmal ein wenig kennenlernen. Britta und Khai sind heute erst im Hotel angekommen und wie ich das erste Mal in Ägypten. Kim und ich geben den beiden also gerne ein paar Tipps für ihre Woche in Hurghada. Und natürlich erzählen wir uns auch gegenseitig ein bisschen was voneinander. Die beiden sind wirklich ein sehr süßes Pärchen ;-). Die Chemie stimmt, und so verabreden wir uns morgen für einen Rutschenspaß- und Strandtag. Ich freu mich!

One comment

  1. Reisebericht: 6. Tag Ägypten - Rutschaction & Schnorcheln Part II | Jil's Blog

    […] Wie gestern Abend besprochen, treffen wir uns heute Morgen gleich mit Khai und Britta, um endlich die Rutschen des Albatros Garden Resort zu testen. Schließlich waren die Rutschen ein Grund, weshalb sich Kim für dieses Hotel entschieden hatten. Bei dem ganzen Freizeitstress haben wir aber bisher kaum Zeit bei Sonnenschein im Hotel verbracht. […]

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