Kom Ombo Tempel

Reisebericht: 10. Tag Ägypten – Kom Ombo Tempel

Diese Nacht habe ich zum Glück wirklich fest geschlafen. So habe ich aber leider auch die Schleuse verpasst, die wir in Esna passiert haben. Aber auch nur knapp, da wir zum Abendessen bereits in Esna gehalten haben. Auf dem Rückweg habe ich aber zum Glück noch eine zweite Chance, mir die Schleuse anzuschauen. Dafür gibt es heute noch einiges in Edfu und in Kom Ombo zu sehen, was ich hoffentlich nicht verschlafe ;-).

Da unser Frühstück an Board nur bis 08:30 h serviert wird, bequeme ich mich um 08:00 h in den Essraum. Dort ist von Sebi, Leo und Kim noch nichts zu sehen. Während ich schon überlege, was ich den drei sichern kann, tauchen sie nach und nach doch noch auf. Nach dem Frühstück geht es ans Sonnendeck, wo es noch etwas frisch ist. Wir setzen uns also zum Karten spielen zusammen und schauen uns die Umgebung an. Während der Fahrt über den Nil kann man nämlich so einiges entdecken. So sehen wir Fischer, Wasserbüffel, verschiedene Industrieanlagen, Räucherhütten und Pump Stations. Bei denen sind wir allerdings nicht so recht wissen, was sie denn genau aus oder in den Nil pumpen.

Horus Temple – ohne uns

Kutsche zum Horus TempelAls wir in Edfu ankommen verlassen ein Großteil der Truppe das Schiff und machen sich auf zum Horus Tempel. Ursprünglich wollten Kim und ich uns auf eigene Faust auf zum Tempel machen, da wir diesen Ausflug nicht mit gebucht haben und sich der Tempel nicht weit vom Anleger befindet. Als wir allerdings sehen, was für ein Chaos beim Verlassen des Schiffes entsteht, verzichten wird lieber und genießen die Zeit auf dem Schiff. Denn selbst Mohameds Schützlinge müssen sich mit den Kutschern, die die Gäste zum Tempel bringen, abquälen. Später berichtet Norbert, dass die Kutscher ihn und Erika auch noch richtig schön mit dem Trinkgeld übers Ohr gezogen haben.

Kutsche in Edfu
Hier wird über das Trinkgeld diskutiert.

Allerdings ist es um den Horus Tempel ansich etwas schade, da er der besterhaltene in ganz Ägypten ist und noch viele bunte Hieroglyphen und Bilder zeigt. Dafür haben wir eine schöne und entspannte Zeit an Deck. Sebi war so nett, mir einige Fotos, die er im Horus Tempel geschossen hat zur Verfügung zu stellen, damit ich sie hier mit Euch teilen kann.

Poolcation

Ab in den Pool!

Nach dem Stop in Edfu geht die Fahrt auch schon weiter Richtung Kom Ombo. Hier wollen wir am Abend den Kom Ombo Tempel besuchen. Doch zuvor genießen wir den leichten Fahrtwind bei praller Sonne auf dem Deck. Es ist so heiß, dass wir heute ins kühle Nass springen. Das Wasser im Pool ist aber so eiskalt, dass wir es nicht lange aushalten. Nur Kim und Sebi haben die grandiose Idee eine kleine Wasserballettchoreografie einzustudieren, an der sie noch die nächsten Tage arbeiten werden.

Poolaction

Kom Ombo Tempel bei Nacht

Um 18:30 h erreichen wir schließlich Kom Ombo und legen an. Ich habe über Mohamed den Ausflug zum Kom Ombo Tempel gebucht, während Kim mit Micha und Stativ selbst zum Tempel gehen. Dieser Tempel liegt nämlich tatsächlich direkt am Steg und Kim hat die ganzen Geschichten zu dem Tempel ja bereits schon einmal gehört.

Kom Ombo Tempel

Der Kom Ombo Tempel ist ein so genannter Doppeltempel, da er zwei Gottheiten gewidmet ist, die in zwei Tempeln getrennt voneinander veehrt wurden aber als Gesamtheit einen Tempel bilden. Der rechte Flügel ist dem Krokodilgott und Fruchtbarkeitsgott Sobek gewidmet. Der linke Flügel ist dem Falkengott und  Licht- und Himmelsgott Haroeris gewidmet, der eine Erscheinungsform des Gottes Horus war.

Griechischer Einfluss im Kom Ombo Tempel
Der Kom Ombo Tempel wurde zur Zeit der Griechen erbaut. Dies sieht man an den Details der Darstellung von Menschen wie Bauchnabel und Brustwarzen.

An dieser Stelle wird es aber etwas kurios. Denn Mohamed hat uns erzählt, dass die beiden Brüder waren und Sobek der Gott des Bösen sei und er mit dem Tempel veehrt wurde, um ihn zufriedenzustellen. Aus diesem Grund wurden auch im Brunnen, der direkt mit dem Nil verbunden war stets ein lebendiges Krokodil gehalten, dass später mumifiziert wurde. Als ich diese Geschichte noch einmal genauer im Internet genauer nachlesen wollte, bin ich wie ihr bemerkt auf ganz andere Geschichten gestoßen. Lieber Mohamed, falls Du dies liest: Magst Du hier noch einmal nachhelfen? 🙂

Bevor wir das Gelände wieder verlassen, werden wir noch in ein kleines Museum geleitet. Hier sind die besagten mumifizierten Krokodile ausgestellt, die einst im Brunnen des Kom Ombo Tempels lebten. Gruselige Gesellen diese Krokodilmumien. Ich hoffe, sie werden mir nicht bis in meine Träume folgen.

Mumifizierte Krokodile im Kom Ombo Tempel

Ein sonniger Tag neigt sich dem ende zu

Nach dem Abendbrot setzen Kim und ich uns in gewohnter Runde mit Leo, Sebi und Micha mit ein paar Getränken, ohne Eiswürfel, und unserem Kartenspiel zusammen. Vom Deck wandern wir schließlich herunter zur Bar, wo wir den Klängen der wundervollen arabischen Musik lauschen. Während wir uns allmälich nach „normaler“ Musik oder zumindest einer „zweiten CD“ sehnen, zeigt uns Carlos, wie die ägyptische Jugend zu ihrer Musik tanzt. Sagen wir mal so: Es sieht interessant aus!

Habibis

Carlos an der Bar
Carlos vor unser Schiffbar.

Apropos Carlos! Ich habe Euch ja noch gar nicht unsere Jungs an Bord vorgestellt! Auf der MS Royal Esadora arbeitet im Service eine weitgehend junge Crew. Darunter zum Beipsiel wie bereits erwähnt Carlos, dann gibt es noch Ahmada, der eigentlich Mohamed heißt, Hassan und viele weitere Mohameds und Ahmeds. Wie wir von Mickey in Hurghada gelernt haben, nennen sich alle untereinander „Habibi“, was so viel wie Schatzi heißt, und so sind die Jungs schnell unsere Habibis und wir ihre Schatzis. Und obwohl die Serviceleistung, trotz Trinkgeld, manchmal etwas zu wünschen übrig lässt, sind wir doch ganz glücklich mit unserem Personal. Michas Versuch mich an Carlos zu verkaufen, ist allerdings an der Menge der Pferde, die er für mich hergeben wollte, eigentlich bezahlt man mit Kamelen, gescheitert. Wie viele Kamele Du wert bist, kannst du auf kamelrechner.de ganz einfach nachprüfen ;-).

Der Begriff „Romantik“ ist für die Ägypter im Übrigen wohl ein Fremdwort. Die Romantik findet laut Carlos im Bett statt. Äh, ich verzichte dann lieber. Insgesamt herrscht eine lustige, flirty Stimmung, die an manchen Stellen aber droht Grenzen zu überschreiten oder sie tatsächlich überschreitet. Im Nachhinein habe ich dazu einen sehr interessanten Artikel gelesen, der den Umgang von den Ägyptern mit uns Europäerinnen erklärt. Wer mag, kann ihn gerne auf bento.de nachlesen.

Brückenzauber

Beleuchtete Brücke über den Nil

Nachdem Micha und Leo sich bereits für heute abgemeldet haben, sitzen nur noch Kim, Sebi und ich zusammen und schauen auf den Nil. Wir befinden uns auf direktem Kurs nach Assuan und fahren dabei auf eine wunderschön beleuchtete Brücke zu. Hobbyfotograf Sebi und Kim zücken natürlich sofort ihre Fotoapparate und schießen einige Bilder. Mir ist es aber inzwischen eindeutig zu kalt und so verschwinde auch ich in meine Koje. Unsere Ankunft in Assuan und den Blick auf die beleuchteten Gräber habe ich darum natürlich wieder einmal verpasst…

Beleuchtete Gräber in Assuan
Die beleuchteten Gräber auf der Westseite des Nils.

2 comments

  1. Reisebericht: 13. Tag Ägypten - Rückfahrt nach Luxor | Jil's Blog

    […] diesem Fall freue ich mich aber ungemein über die knapp zweistündige Windpause in Edfu nahe des Horus Tempel. Die Sonne strahlt nämlich trotzdem in bester Manier auf uns herab. Also Kleidung aus, Handtücher […]

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  2. Reisebericht: 14. Tag Ägypten - Zurück nach Hurghada | Jil's Blog

    […] Getränk an unserer Hotelbar. Just wünschen wir uns beim Anblick unser Kellnermuffköpfe, unsere Habibis vom Schiff zurück. Letztlich gehen wir ohne Koffer vor und stellen fest, dass das Familienzimmer nicht […]

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