Delfin im Roten Meer

Reisebericht: 3. Tag Ägypten – Delfine erleben mit Yasser

Heute auf dem Programm: Delfine live erleben! Dazu klingelt der Wecker wie angekündigt bereits um 06:00 h und damit eigentlich viel zu früh! Zumal der gestrige Abend doch noch recht lang wurde. Dennoch stehen Kim und ich heute gerne auf, erwartet uns doch heute eine entspannte Bootsfahrt über das Rote Meer zum Dolphin House, wo wir auch hoffentlich Delfine erspähen und mit ihnen schwimmen werden können.

Delfintour zum Dolphin House

Wir machen uns also schnell frisch, holen unsere Frühstückspakete an der Rezeption ab und steigen direkt in den Bus ein, der pünktlich wie die Maurer um 06:35 h vor unserem Hotel steht. Auf dem Weg zum Ableger sacken wir noch weitere Teilnehmer sowie Yasser unseren Delfintour-Reiseleiter ein. Dabei ist eine kleine Stadttour durch Hurghada quasi inklusive und ich sehe nach der Klofrau am Flughafen die ersten ägyptischen Frauen. Im Albatros Garden Resort scheinen keine zu arbeiten und wir wundern uns, ob es Ägypterinnen vielleicht verboten ist, zu arbeiten. Später erfahren wir, dass Frauen genauso wie Männer arbeiten, nur den Tourismusbereich in der Regel meiden. Muslimen ist es schließlich verboten Alkohol zu konsumieren und wir Touristen trinken dann ja doch den ein oder anderen Tropfen, was den Frauen wohl unangenehm sei.

Am Zubringer angekommen, eilen Kim und ich voraus, weil wir uns bestimmte Plätze an Bord sichern wollen. Kim war bereits letztes Jahr zweimal mit Yasser draußen und kennt sich daher aus. Da wir aber dieses Mal nur dreizehn Gäste sind, herrscht allerdings keinerlei Platzmangel und wir können ohne Probleme am Sonnendeck Platz nehmen. Oder genauer uns hinlegen und mit unseren Handtüchern zudecken. Es ist nämlich leider a****kalt. Die Sonne ist noch nicht ganz aufgegangen, eine Wolkendecke schirmt das wenige Sonnenlicht ab und es weht ein recht starker Wind. Außerdem bin ich unfassbar müde und versuche noch ein paar Minuten zu schlafen.

Jil genießt die Sonne am Deck

Essen inklusive

Da unser Frühstückspaket nicht viel hergegeben hat außer einer Minigurke, einer Tomate, ekligem Käse, süßem Brot und einem mehligen Apfel, freuen wir uns als Yasser und seine Crew zum Frühstück rufen. Immerhin ist der Frischkäse essbar und das angebotene Brot nicht so süß wie im Hotel. Nach dem Frühstück bricht die Wolkendecke allmählich auf, sodass wir uns ans Heck des Bootes in die Sonne setzen und die Füße ins Wasser baumeln lassen. Und ich weiß, es wird mir jetzt keiner einfach so glauben, aber das Wasser mitten im Roten Meer ist nahezu Badewannen warm!

Dolphine House

Nach 1,5 Stunden Fahrt erreichen wir das Dolphin House und sehen sofort eine Gruppe Delfine vor uns! Ein weiteres Boot ist ebenfalls bereits vor Ort und jetzt passiert das, was ich alles andere als gut heißen kann. Die Gäste vom anderen Boot werden auf ein Motorboot verfrachtet, das daraufhin laut knatternd zu den Delfinen fährt und seine Passagiere abwirft. Dieses Spiel machen sie bis zu fünf Mal. Danach geht es für die Ausflügler zurück auf ihr Boot und sie verschwinden wieder. Ich bin kein Delfinexperte, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass das Motorengeräusch den Delfinen gut tut, ganz davon abgesehen, wie leicht sie dabei verletzt werden können.

Die Motorboote könnten die Delfine verletzen

Yasser geht hier ganz anders vor. Wir folgen mit dem großen Boot den Delfinen, um deren Strecke, die sie schwimmen, auszukundschaften. Dann springen wir mit Taucherbrille, Schnorchel und Taucherflossen ausgerüstet ins Wasser und folgen den Delfinen. Kein Motorboot, das die Tiere stört und niemand, der uns alle paar Meter einsackt und wieder rauswirft. Mit Yasser hat man alle Zeit der Welt sich an das Wasser zu gewöhnen, mit den Delfinen zu schwimmen und das Riff auszukundschaften. Dabei haben Yasser, Ibrahim und seine Crew immer ein Auge auf uns. Wir können immer wieder aufs Schiff gehen, das inzwischen geankert hat, und auch jeder Zeit wieder hineinspringen. Blöd nur, wenn man alleine etwas den Überblick verliert, an den Delfinen vorbeischwimmt und plötzlich viel zu weit weg ist vom Boot. So leider uns geschehen. Aber Yassers wachsames Auge hat uns immer im Blick gehabt und so kamen sie, um uns wieder einzusammeln.

Die Delfine sind aufgewacht

Bis zur Mittagspause haben die Delfine leider geschlafen und waren daher sehr schnell im Wasser unterwegs. Nach einer kleinen Stärkung springen wir aber erneut ins Meer und haben mehr Glück. Bis sich eine Wand aus Nesseltieren oder so etwas Ähnliches vor uns aufbaut und uns droht den Weg zu versperren. Naiv wie ich bin, schwimm ich tapfer durch, genauso wie Yasser und Jenny. Aber verdammt, tun die Viecher weh! Stellt Euch vor, ihr fallt in ein Bett voller Brennnesseln, dann wisst ihr ungefähr, wie sich das angefühlt. Dennoch können wir den Delfinen weiter folgen, die jetzt deutlich langsamer schwimmen und so langsam Lust bekommen mit uns zu spielen. Als wir uns allerdings erneut den Nesseln gegenüber sehen, geben wir auf und schwimmen zurück an Deck, wo die anderen bereits auf uns warten und wir unseren Ausschlag behandeln können.

Kurz danach springt eine kleine Gruppe noch einmal ins Wasser. Zu spät, um ihnen zu folgen, fiel mir auf, dass das vielleicht unsere letzte Chance vor der Rückkehr ist mit den Delfinen zu schwimmen und so habe ich leider verpasst, dass die Delfine nun wirklich in Spiellaune waren. Dafür hat Kim noch eine tolle Zeit mit Ibrahim und einem Delfin, der munter um die beiden herumgetanzt. Dennoch hatten wir insgesamt ausgesprochenes Glück, dass wir einer Gruppe Delfine mit gleich zwei Jungtieren begegnet sind. Sonst sei, wenn überhaupt, oft nur ein Jungtier dabei.

Ein kleines Fazit

Glücklich und etwas erschöpft treten wir die 1,5 stündige Fahrt zurück über das Meer an. Dabei unterhalten wir uns noch weiter mit den anderen Gästen, die alle bereits Stammkunden von Yasser sind. Auch mich hat diese Tour vollends überzeugt und ich werde unbedingt wieder mit Yasser rausfahren, wenn es mich wieder einmal nach Hurghada verschlägt! Für den Tagesausflug inklusive Transfer, Frühstück, Mittagessen und Ausrüstung haben wir pro Person 45,00 Euro gezahlt und nochmal jeweils 5,00 Euro Trinkgeld draufgelegt. Auch neugierig geworden? Dann folgt doch Yassers Facebookseite. Hier kündigt Yasser auch stets seine nächsten Delfintouren und auch andere Ausflüge an.

Als wir schließlich gegen 19:30 h zurück im Hotel sind, schleppen wir uns nur noch zum Essen und trinken ein Glas Rotwein als Schlummertrunk. Noch vor 21:00 h fallen mir die Augen zu und sollen bis zum nächsten Morgen auch nicht wieder aufschlagen.

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