Chillen an Deck

Reisebericht: 12. Tag Ägypten – Chillen an Deck

Heute lassen wir es uns gut gehen, verzichten auf sämtliche Ausflüge und werden heute den ganze Tag Chillen an Deck. Um 5:30 h wach ich kurz auf und schaue auf die Uhr. Ich schmunzel kurz, dass Leo und Sebi bereits seit 3:30 h auf dem Weg nach Abu Simbel sind und drehe mich noch einmal um. Trotzdem ist es mir auch heute wieder vergönnt, auszuschlafen. Obwohl wir tagsüber pflegen, alle Boxen an Deck auszuschalten, da wir diese arabische Musik und die Panflötenmelodien von diversen Klassikern nicht mehr ertragen können, scheint tatsächlich noch eine Box an zu sein, die mich lauthals mit Candle in the Wind weckt. Besagte Box konnte ich aber leider auch später nicht ausfindig machen…

Um 08:00 h beschließe ich also, doch aufzustehen und mich so langsam zum Frühstück zu begeben. Von Kim ist weit und breit noch nichts zu sehen, dafür hat es sich Jens auf meinem Platz bequem gemacht. Ich übernehme also Leos Platz und überlege schon, was ich Kim mitbringen könnte,  da kommt sie doch noch.

Abu Simbel

Eigentlich wäre ich sehr gerne mit nach Abu Simbel gefahren. Da Abu Simbel aber etwa 240 km südwestlich von Assuan entfernt liegt und wir gut jeweils vier Stunden hin und zurück gefahren wären, bei einem nur zweistündigen Aufenthalt, verzichte ich lieber. Mein Magen ist noch immer nicht wieder hundertprozentig stabil und die bisherigen Autofahrten durch das Land Ägypten reichen mir erstmal.

Abu Simbel
Der Felsentempel von Ramses II in Abu Simbel.

Trotzdem möchte ich euch die Tempelanlage in Abu Simbel kurz vorstellen. In dem kleinen Ort stehen der große Felsentempel zu Ehren des Pharaos Ramses II und ein kleiner Hathor-Tempel für seine königliche Gemahlin Nefertari. Die Besonderheit an den Tempeln ist, dass sie wie die Bezeichnung „Felsentempel“ bereits sagt, dass sie direkt in den Felsen geschlagen wurden. Im Zuge der Stauung des Nassersees mussten diese Tempel allerdings genauso wie der Tempel von Philae umgesetzt werden. Dazu wurden die Tempel in einzelne Blöcke zerteilt und auf einer 64 m höher liegenden Insel wieder aufgebaut. Es wird gemunkelt, dass die Versetzung der Tempel dazu geführt hat, dass das Sonnenwunder, dass sich jedes Jahr am 21. März und am 21. Oktober ereignet, um einen Tag verschoben hat. Vermutlich liegen die Schwankungen aber nur an den Schaltjahren. Am Tag des Sonnenwunders, strahlt die Sonne für ca. Minuten lang durch den Eingang des Tempels von Ramses II bis ins Heiligtum und strahlt dabei drei von vier sitzende Götterfiguren an.  Während Amun-Re von Themen, der vergöttlichtere Ramses und Re-Harachte von Helios hell erleuchtet sind, liegt der ganz links sitzendes Ptah von Memphis, ein Erdgott, der mit dem Reich der Toten verbunden war, im Schatten.

Da Kim diesen Trip im letzten Jahr auf sich genommen hat, kann ich hier trotzdem ein paar Fotos mit Euch teilen. In den Tempel ist das Fotografieren allerdings verboten. Daher „nur“ ein paar Schüsse von draußen.

Chillen an Deck and Backgammon spielen

Nach dem Frühstück geht es ans Sonnendeck und nach kurzer Zeit hat die Sonne auch schon genug Kraft, dass ich weiter an meiner Sommerbräune arbeiten kann. Zum Glück habe ich mir heute Morgen direkt den Bikini untergezogen, Karten und mein Buch eingepackt. Gegen halb elf kommen auch Fio und Simi aufs Deck und haben wie immer Backgammon im Gepäck. Die letzten Tage habe ich nämlich ein paar Privatstunden bei den Backgammon-Profis genommen und inzwischen den Dreh ganz gut raus. Nachdem ich trotzdem gnadenlos gegen Simi 0:5 verliere, revangiere ich mich mit einem 5:0 Sieg und liefer mir anschleißend ein hartes Duell mit Fio, dass ich letztlich 5:4 für mich eintscheiden kann. Vielleicht hat das Bier, dass mit dem All inclusive Start um 11:00 h reichlich floss, sich positiv auf meine Spielweise ausgewirkt ;-).

Poolaction

Beim Mittagessen sind Leo und Sebi noch nicht von Abu Simbel zurückgekehrt und so bereiten Micha, Kim und ich uns alleine schon auf eine Poolsession vor. Um 14:00 h tauchen die beiden dann doch endlich auf, da um 15:30 h aber schon der nächste Ausflug zum Bootanischen Garten von Assuan folgt, verzichten sie auf das kühle Nass. Dafür schließen sich Horst und Norbert an. Gemeinsam springen wir in den Pool, der dank der Hitze heute ganz ertragbar ist.

Bei Sonnenuntergang, der wie immer viel zu früh ist, gehen alle duschen und anschließend wird an Deck wieder Karten gespielt. Heute ist es auch abends angenehm warm und so kehren wir nach dem Abendessen erneut ans Deck zurück. Dort verweilen wir, bis Carlos uns zum Orientalischen Abend abholt.

Orientalischer Abend

Dort erwarten uns typischerweise wieder einmal ein Derwisch-Tänzer und eine Bauchtänzerin.  Bs auf die „Schwarze Fraktion“ sowie Jens und Erwin ist unsere gesamte Reisetruppe samt Mohamed mit von der Partie. Der Derwisch-Tänzer beginnt und lässt seine LED-Lichter an seinem Rock kreisen. Auffällig ist, dass er deutlich langsamer und sein Tanz wesentlich kürzer ist, als unsere Derwisch-Tänzer von der Fantasia Show im Alf Leila Wa Leila.

Die Bauchtänzerin, die von Mohamed als mittelmäßig bewertet wird, tanzt keine zehn Sekunden vor sich her, da bekommt sie schon Gesellschaft von einem älteren ägyptischen Herren. Natürlich fordert sie aber noch mehr zum Mitmachen auf und so sind wieder mal wieder mitten drin, statt nur dabei. Nach weniger als einer halben Stunde ist der Orientalische Abend aber auch schon wieder vorbei.

Während sich die anderen Reisegrüppchen daher verziehen, dürfen wir unsere Smartphones an die Anlage anschließen und unsere eigene Musik abspielen. Endlich normale Musik! Und so lege ich mit Ahmed eine heiße Sohle auf das Parkett. Als Kim und Micha von einer Raucherpause zurück sind, geht es richtig los und so tanzen die verrückten Deutschen fröhlich vor sich hin. Selbst unseren Reiseleiter Mohamed bekommen wir animiert, mitzumachen. Du Jungs an der Bar beäugen das währenddessen belustigt und Carlos versucht uns erneut von seinem Tanzstil zu überzeugen, woran er kläglich scheitert. Um kurz vor Mitternacht beenden wir unser Tänzchen und entlassen unsere Kellner in den Feierabend. Nach einem kurzen McDonalds-Mitternachtssnack verabschiede ich mich in mein Bettchen. Gute Nacht :).

One comment

  1. Avaganza

    Liebe Jil,

    ich kenn das … hab auch überlegt diesen Ausflug nicht zu machen. Aber ich bin brav um 3:30 aufgestanden (ich bin kein Frühaufsteher ;-)). Abu Simbel war es allemal wert! Wirklich ein Erlebnis! Die Autofahrt hin und retour war allerdings schon hart. Wobei eine Fatamorgana habe ich auch gesehen … na, ja … nicht so das Highlight.

    du konntest dafür gut entspannen und das ist ja auch was wert!

    Liebe Grüße und schönen Tag wünsche ich dir!
    Verena

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