Irland's Kuriositäten

Irland’s Kuriositäten

Jedes Land hat ja so seine Eigenheiten. Natürlich sind uns auch in Irland die ein oder anderer „Sonderheit“ über den Weg gelaufen. Einige dieser Kuriositäten haben Katharina und ich hier für Euch aus typisch norddeutscher Sicht zusammengefasst. Wie sieht es aus? Könnt ihr diese bestätigen? Wir freuen uns über Eure Kommentare!

1. Im Straßenverkehr

Ampeln? Nein! Kreisverkehr!

Irland liebt Kreisverkehre! 3 Kilometer geradeaus zu fahren ist auf einer Landstraße nahezu unmöglich. An jeder Kreuzung wird man von einem Kreisverkehr begrüßt. Auch scheint der hier ein bisschen anders zu funktionieren. Wenn man beispielsweise die Ausfahrt nehmen will, die zur Rechten von einem liegt, so muss man bereits bei der Einfahrt zum Kreisel rechts blinken und auf der inneren Spur fahren. Verrückt.

Und wenn doch Ampeln…

Kann mir einmal jemand erklären, nach welchem Prinzip die Ampelschaltung in Irland funktioniert, bitte? Katharina und ich haben es nach zwei Wochen immer noch nicht verstanden. Zumindest für die Fußgängerampeln nicht. Teilweise  mussten wir bis zu drei komplette Ampelphasen abwarten, bis wir endlich grünes Licht bekommen haben. Kein Wunder also, dass wir nach einer Weile ganz wie die Iren, einfach losgegangen sind, wenn gerade keine Autos angerast kamen.
Auch nervig sind die Ampeln für Autofahrer in der Hinsicht, dass sie sofort von rot auf grün springen und man so immer das Gefühl hat, spät dran zu sein. Zumal manche Ampeln für die Nebenstraße auch ganz gerne nur für knappe zehn Sekunden grün geschaltet werden,  während die Hauptstraße eine Grünphase von bis zu drei Minuten hat. Außerdem sind Links-, Rechts- und Geradeauspfeile nur als grünes Licht so dargestellt. Bedeutet: Genau hingucken, wo welcher roter Kreis jetzt für dich gilt. Das kann ganz schön tricky sein…

Das Stop-Schild im Nirgendwo

Auch kein seltenes Bild, sind Stop-Schilder bzw. -Markierungen, die mitten im Nirgendwo angebracht bzw. aufgezeichnet sind. So wie in diesem Beispiel. Hier wurde anscheinend einmal eine Straße durch die Koppel angedacht, oder was auch immer sich die Iren dabei gedacht haben. Egal, hauptsache die Vorfahrtsregel ist geklärt!

Das Stop-Schild im Nirgendwo

Enge Kurven? Egal, Vollgas!

Irland hat schöne und großzügig ausgebaute Autobahnen. Doch der überwiegende Teil von Irlands Straßen ist vor allem eins: eng! Dem aber nicht genug, führen sie die Berge in unfassbar vielen Kurven hinauf und hinab. Doch es kommt noch besser! Anstatt, dass es hier entsprechende Geschwindigkeitsbegrenzungen wie in Deutschland gibt, gilt hier eher das Prinzip: „Fahr doch so schnell du kannst.“ Und die Iren beherrschen diese Straßen aus dem FF. Während ich also mit 30 km/h bis manchmal sogar 60 km/h mich vorsichtig den Weg entlang taste, kommen sie mir mit 80 km/h und mehr entgegen geschossen. Akutes Herzinfarktrisko!
Sinnvolle Geschwindigkeitsbegrenzungen gibt es nur in Bereichen, wo regelmäßig Fußgänger zu erwarten sind, also in Ortschaften, und auf der Autobahn. Hier gilt eine Maximalgeschwindigkeit von 120 km/h. Klingt komisch, ist aber so.

Fahrrad fahren und Spazieren gehen ohne Fußwege!

„Wenn wir in Irland sind, dann machen wir auch mal eine kleine Fahrradtour“, so der ursprüngliche Plan. Nach nur zwei Tage war diese Idee allerdings begraben. Zu den wundervollen Straßenbegebenheiten (s. o.) kommt nämlich noch hinzu, dass es kaum Fuß- oder Fahrradwege gibt. Warnwesten bei einem Spaziergang zu tragen ist daher ein absolutes Muss! Außerdem war es uns zu hügelig ;).

2. Die Iren

Guiness, Guinness everywhere

In Irland scheint jeder Mensch der Geschichte, der jemals irgendwie von Bedeutung war oder noch immer ist, irgendetwas mit der Guinness Brauerei zu tun zu haben. Bei jeder Führung hört man, dass der oder diejenige, den- oder diejenige irgendwie auf dem Weg zum Dunkelbier geholfen hat, oder in irgendeinerweise mit irgendwem aus der Guinness-Riege verwandt war oder ist. Die Iren lieben ihr Bier und reden am liebsten von nichts anderem. Bestellt man, wie ich zum Beispiel, frecherweise in der Bar ein Smithwicks, dann wird man schon nicht ganz sooooo fröhlich behandelt, als wenn man ein Guinness bestellt. Fängt man dafür an über Guinness zu sprechen, dann, ja dann geht das Herz der Iren auf! Herrlichst!

Guinness, Guinness everywhere!

PS.: Katharina und ich sprechen jetzt übrigens hervorragend Irisch: „Guinness, Guinness, Guinness, Kerrygold, Guinness, Arthur Guinness, Guinness, Arthur Guinness‘ Son Arthur.“ Macht total Sinn!

Joggt hier auch jemand?

Sportkleidung scheint in Irland Alltagskleidung zu sein. An jeder Straßenecke sieht man, vor allem Frauen, in Sport- und Laufkleidung. Trotzdem sind Jogger hier eher die Ausnahme. Schnelles Gehen, vom Walken möchte ich an dieser Stelle nicht sprechen, scheint hier eher im Trend zu liegen. Dabei ist gerade enge Laufkleidung nicht unbedingt das bequemste Outfit, dass ich mir vorstellen kann. Vor allem dann, wenn man auch nicht gerade eine Ballerina ist…

Make-Up your life!

Strakes Kontrastprogramm dafür am Abend. Hier wird alles herausgeholt, was die Make-Up-Tube zu bieten hat. Da werden die falschen Wimpern angeklebt und die Lippen angepinselt als gebe es keinen Morgen! Dazu leider viel zu oft viel zu enge Kleider und High-Heels. Autsch. Dabei haben Katharina und ich festgestellt, dass Natürlichkeit viel besser bei den männlichen Vertretern anzukommen scheint. Zumindest haben wir in Tagesoutfit und flüchtig getuschten Wimpern viele Komplimente erhascht. Sehr aufmerksam von den Iren. Vielen Dank! 🙂

Dental Surgery

Womit macht man in Irland eigentlich Geld? Auf jeden Fall nicht mit Zahnchirurgie. Denn obwohl diese reichlich, und damit meine ich in JEDER Stadt oder Dorf, angeboten wird, scheint dieses Angebot nicht wahrgenommen zur werden. Zumindest, wenn man in den Mund des ein oder anderen Einwohners schaut. Ich möchte damit niemanden zu Nahe treten, aber das ist wirklich die bittere Wahrheit…

Live-Musik

Eins der absolut besten Dinge in Irland ist die Live-Musik, die an jedem Abend in diversen Pubs gespielt wird. Die Iren sind sehr gesellige und äußerst nette Menschen, die ihre Musik nur all zu gern miteinander und mit uns Touristen teilen. So wird man in die Musikshow integriert, man kann sich alle möglichen Lieder wünschen und es wird immer lauthals mitgesungen. Und wenn man mal genug von der irischen Volksmusik hat, findet sich, zumindest in den größeren Städten, bestimmt auch ein Fleckchen, wo typische Coversongs gespielt werden. Sowas bräuchten wir in Deutschland auch viel häufiger, wenn es nach mir geht!

Live-Musik im Danny Man

An der Nordseeküste!

Allerdings, klingt hier der norddeutsche Klassiker An der Nordseeküste irgendwie anders. Aber jeder singt es! Ob im Radio, im Hopp on – Hopp off Bus oder von den Live-Bands gesungen, ständig hört man die Melodie. Selbstverständlich singen die Iren nicht den deutschen Text, sondern habe ihre eigene Version davon. Aber wir können es nicht lassen und trällern auf die englische Version lautstark den uns bekannten Text. Ach wir waren ja so beliebt!

Ein liebenswertes Völkchen

Oberflächlichkeiten hin oder her, die Irländer sind ein absolut liebenswertes und offenes Volk, dass Fremde mit offenen Armen begrüßt. Wir haben uns sehr wohl in der irischen Gemeinde gefühlt und ich bin immernoch beeindruckt, wie die Iren sicher auch bei Vollgas um jede noch so enge Kurve kommen. Leider haben wir viel zu wenig und zu selten mit richtigen Iren geredet, daher muss ich unbedingt wieder kommen, um das nachzuholen!

3. Sightseeing und sonstiges

Treppen und noch mehr Treppen

Irland - ein Land voller Treppen!Wenn man zu Fuß nicht mehr gut unterwegs ist, sollte man auf einen Besuch in Irland inklusive Sightseeing vielleicht lieber verzichten. Die alten Gebäude sind mit hunderten von Treppenstufen ausgestattet, wobei die Treppenaufgänge auch noch sehr schmal sind. Fahrstühle werden in der Regel nicht in die alten Gebäude installiert und auch die modernen Gebäude sind nur selten mit diesem neumodischen Kram ausgestattet.

Open!

Es ist 09:00 h morgens und wir wollen einen Kaffee trinken. Die Straße ist flankiert von „Open“-Schildern. Doch dann der Schock: Open at 10:00 am. Hier ist ständig alles „open“, obwohl doch nichts geöffnet hat. Die einzigen Schilder, die die Iren täglich wechseln zu scheinen, sind die „No Vacancies“-Schilder, die an den Hotels und B&B prangen. Ansonsten scheint man auf die Aussagekraft von Schildern nicht sonderlich viel wert zu legen.

„Oh guck mal, ein Fuchs!“

Ständig sehen wir in Irland ein Tier. Tod. Platt gefahren. In der Mitte der viel zu engen Fahrbahn. Obwohl es hier angeblich haufenweise Kaninchen, Eichhörnchen, Rehe und so weiter geben soll, sehen wir nie und ich meine wirklich nie, außerhalb das Killarney National Parks, irgendwelche lebendigen Tiere. Einzig die Vögel hört und sieht man.
Eine zweite Ausnahme bildet allerdings die ausgerechnet Irlands Hauptstadt Dublin. Hier haben wir so einige Eichhörnchen, Kaninchen und sogar Rotwild gesehen! Leider war ich mit der Kamera zu spät dran…

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