Das bürgerlich am Speersort

Burgerkritik: burgerlich

„No ordinary Hamburger“ mit diesem Slogan wirbt das burgerlich in Hamburg am Speersort. Ob das Restaurant damit zu Recht wirbt, gilt es zu überprüfen – Lukas und Jil im Burgertesteinsatz!

Adresse: Speersort 10, 20095 Hamburg
Besuch am: 03.05.15

Die Location

3 von 5 Burgern

Im ersten Moment wirkt die Location sehr modern, lässig und cool. Die Decke ist in Holzoptik gehalten, die hohen Decken bis auf ca. zwei Metern gefliest und der Boden ist in Kopfsteinpflasteroptik gehalten. Nett: Ein großes Glasfenster ermöglicht den Blick in die offene Küche.An großen hölzernen Tischen kann man sein Essen direkt über ein Tablet bestellen, dass sich mit ordentlichem Druck aus dem Tisch herausfahren lässt. In Vapiano-Manier wird das Essen über eine Karte gebucht, die man am Eingang erhält. Problematisch wird es allerdings bei Rückfragen. Zwar gibt es einen Serviceknopf – „Ja, ich möchte wirklich Service anfordern.“ – allerdings kann man auf den gut und gerne ein paar Minuten warten, obwohl diverse Mitarbeiter im Sekundentakt an einem vorbei flitzen. Ein zweites Problem ergibt sich außerdem, wenn die Bestellung nicht exakt gleichzeitig abgeschickt wurde. So hätte ich mein Essen schon lange aufessen können, als Lukas noch minutenlang auf sein Essen gewartet hat.

Das Essen

1,5 von 5 Burgern

Wie schon erwähnt habe ich mein Essen – einen Cheeseburger im Vollkorn Bun und einen Caesar Salad – lange vor Lukas bekommen. Während mein Burger also kalt wurde, habe ich schon etwas in meinem Salat rumgestochert. Wo wir gerade bei Stöckern sind. Ja, einen Stock hatte ich auch in meinem Salat! Ich meine, wie kommt der denn da bitteschön hin? Nachdem ich den Salat reklamiert habe und auf einen neuen warte, kommt ein zweiter Mitarbeiter dazu und versucht mir zu erklären, dass sie die Zitronen an Stöckern geliefert bekommen, aber wie diese dann im Salat landen könne er sich auch nicht erklären.

Cesare Salad im burgerlich
Nicht sehr burgerlich- ein Stock in meinem Caesar Salad.

Beim zweiten Versuch klappt es schließlich stockfrei und auch einige Gräser, die im ersten Salat enthalten waren, waren plötzlich nicht mehr dabei. Gehörten also wohl auch nicht zum Standard. Gut, dass der Caesar Salad nicht einmal schmeckt. Das Dressing musste man auf den direkt vom Salatkopf abgezupften Blättern verzweifelt suchen, der Parmesan hat kaum Eigengeschmack und die Brotcroutons dafür einen umso starken. Damit ist der Caesar Salad für stolze 6,75 € endgültig durchgefallen. Und auch die ach so angepriesenen Burger schmecken einfach nur fad. Das einzige, was wir wirklichen herausschmecken ist diese tomatenmarkähnliche Paste. Die selbstgemachte Soße entdecken wir eher nur zufällig und weder der „Vollkorn“, noch der Sesam Bun überzeugen. Das Fleisch ist in Ordnung aber auch nicht besonders. Die Burgerlich Allumettes alias Kartoffelstäbchen in Streichholzgröße mit Meersalz sind geschmacklich zwar ganz gut, lassen sich aber nur schwer essen. Egal ob per Hand oder mit der Gabel, es fällt mindestens die Hälfte runter und aus der überfüllten Schale rieselt es auf den Tisch. Auch der Ketchup dazu schmeckt eher mäßig.

Ich muss zugeben, ich bin inzwischen „etwas“ verärgert und so verlassen wir das Local direkt nach dem Essen und verweilen nicht noch auf ein weiteres Getränk. Da wir vorher Squashen waren, haben wir jeweils ein Maisel’s Weisse alkoholfrei getrunken und wollten uns anschließend eine der selbst gemachten Limonaden bestellen. Dazu kommt es allerdings nicht mehr.

Der Service

3 von 5 Burgern

Sehr nette Mitarbeiter, die gerne bei Fragen helfen und souverän auf Kritik reagieren (s. o.). Ansonsten geht der Servicegedanke durch das eigene Bestellsystem etwas verloren. Außerdem wird in amerikanischer Manier sofort alles abgeräumt, was leer ist und nicht mehr umklammert wird, obwohl der gegenüber noch isst etc.. Sehe ich persönlich immer etwas kritisch, da mir damit das Gefühl vermittelt wird, doch bitte schnell zu machen und die Plätze für neue zahlende Gäste freizumachen.

Das Preis-Leistungs-Verhältnis

1,5 von 5 Burgern

Allgemein würde ich sagen, dass 6,50 Euro für einen Cheeseburger durchaus in Ordnung ist und 6,75 Euro für einen Caesar Salad auch – aber bei dieser „Qualität“ zahle ich dieses Geld wirklich sehr ungern. Bei unserem Besuch hat einfach nichts wirklich gepasst und trotzdem werden Lukas und ich um insgesamt knappe 30,00 Euro erleichtert.

Mein Fazit

Kurz und knapp: Das Bier war lecker, sonst nichts. Das Tabletbestellsystem ist zwar ganz unterhaltsam (heute aber auch kein Alleinstellungsmerkmal mehr), führt jedoch dazu, dass man als Gruppe nicht zusammen isst. Auch, dass das Essen nach und nach zum Tisch gebracht wird und nicht auf einmal ist einfach nicht logisch. Denn warum sollte ich meine Pommes erst nach meinem Burger essen!? Wir werden leider nicht wieder kommen.

Punkteübersicht vom burgerlich

3 von 5 Burgern – Location
1,5 von 5 Burgern – Essen

3 von 5 Burgern – Service
1,5 von 5 Burgern – Preis-Leistung

Gesamtwertung: 9 von 20 Burger

5 comments

  1. Christiane

    Wie unterschiedlich Erfahrungen sein können 🙂
    Ich bin von burgerlich echt angetan. Bisher war ich glaub ich 7x da und nur einmal war kacke!

    Tipp: Über eine Karte und ein Tablet bestellen, dann kommt alles auf einmal. Und unbedingt einen Burger mit Speck 😀

    Antworten

    1. Jil

      Ja, verrückt. Bei uns war es wirklich unter aller Kanone. Ist aber auch schon eine ganze Weile her. Vielleicht wurden die Prozesse inzwischen optimiert. Wenn Du das sagst, dann werde ich dem burgelich demnächst mal eine zweite Chance geben. Und das mit über ein Tablet bestellen und dem Speck merke ich mir. Danke Dir!
      Viele Grüße
      Jil

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  2. Ben

    hätte ich das mal vorher gelesen xD

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    1. Jil

      Haha – hast Du ähnliche Erfahrungen gemacht? Beim nächsten Mal bist du dann ja auf jeden Fall schlauer: Erst Jil’s Blog checken und dann Burger essen gehen 😉

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