Buch vs Film: Maze Runner

Buch vs Film: Maze Runner

Buch vs Film – selten sind Buchvorlage und Verfilmung dermaßen weit voneinander entfernt. Daher gilt, wer Harry Potter, Die Tribute von Panem, Twilight und Co. als schlechte Buchverfilmung bezeichnet, sollte bei Maze Runner sich unbedingt für eines entscheiden: Entweder die Bücher lesen oder die Filme gucken. Hier stimmt wirklich von vorne bis hinten gar nichts überein.

Mehr eine Idee als eine Vorlage

Wie ihr wisst, habe ich den Film geguckt, bevor ich das Buch gelesen habe und war zwar vom Film angetan aber mit einigen Einschränkungen (siehe Filmkritik: Maze Runner – Die Auserwählten im Labyrinth). Am Ende blieben für mich so viele Fragen unbeantwortet, sodass ich den Cut als sehr unangenehm empfunden habe. Deshalb habe ich mich endgültig dafür entschieden mir die Bücher zu kaufen. Den ersten Teil, die Vorlage für den aktuellen Kinofilm, habe ich inzwischen durchgelesen und muss sagen, dass dies wirklich die schlechteste Verfilmung der letzten Jahre ist.
Ich habe schon lange davon Abstand genommen jede kleine Änderung vom Buch zum Film zu verurteilen, aber in diesem Fall hat die Verfilmung wirklich kaum noch etwas mit dem Original von James Dashner gemein. Hier heißt es wirklich trennen! Ansonsten werden vermutlich auch die folgenden Filme eine große Enttäuschung sein.

Mein Tipp für Euch

Wenn ihr sehr angetan vom Film seid, spart Euch die Bücher, außer ihr seid in der Lage Film und Buch wirklich getrennt voneinander zu betrachten und zu werten. Andersherum, wer die Bücher liebt, sollte wirklich nicht die Filme, in der Annahme, dass die folgenden Filme ähnlich weit vom Original abweichen, dazu angucken.


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ACHTUNG SPOILER

Unterschiede Buch vs Film

Ab hier werde ich nur einige Unterschiede zwischen der Verfilmung von Maze Runner und dem Jugendroman aufzählen, die teilweise entscheidende Inhalte preisgeben. Wenn Du Buch und Film unvoreingenommen lesen bzw. schauen möchtest, solltest Du besser nicht weiterlesen.

Kleinigkeiten

Es beginnt bereits bei Kleinigkeiten, über die man zwar hinweg sehen könnte, aber wo ich mir bereits gedacht habe: Warum? Im Film schließen sich die Tore des Labyrinths beidseitig, wobei im Buch beschrieben wird, dass sich nur die rechte auf die linke Seite hinzu bewegt. Außerdem wird im Film davon gesprochen, dass immer nur ein Abteil am Tag offen ist, im Buch ist jeder Winkel zugänglich.

Fehlbesetzungen & Charakteränderungen

Dann sind die Charaktere oft ganz anders beschrieben, als im Film besetzt – ein Klassiker. Um nur ein Beispiel zu nennen, wird Newt im Buch als älterer, muskulärer Junge beschrieben. Nichts gegen Thomas Brodie-Sangster aber er wirkt weder älter als Dylan O’Brien alias Thomas, noch ist er sonderlich muskulös. Auch wurden ganze Charaktereigenschaften der Figuren im Film geändert. Alby (Mal Ameen) wird im Film als sympathischer Anführer dargestellt. Im Buch ist er hingegen sehr aggressiv, aufbrausend und alles andere als verständnisvoll oder sympathisch.

Zeitliche Abläufe

Auch die Abläufe laufen völlig verquer. Im Film erwacht Teresa (Kaya Scodelario) bereits nach kurzer Zeit, wohingegen sie im Buch erst ganz zum Schluss auftritt. Alby erholt sich somit weit bevor Teresa erwacht von der Verwandlung und nimmt eine ähnliche Antihaltung wie Gally (Will Poltre) bezüglich Thomas und der Flucht aus dem Labyrinth ein. Gally hat im Film übrigens die Verwandlung noch nicht vollzogen, was daran liegen mag, dass im Film Teresa erstmalig das Antiserum bei sich führt. Im Buch werden gelegentlich Jungs von Griewern gestochen und überleben die Attacke mit Hilfe des Serums. Dadurch erhalten sie Erinnerungen an die tatsächliche Welt zurück. Allerdings ist es ihnen nicht möglich darüber zu sprechen. Dies hat man an Alby gesehen, der mit Thomas darüber sprechen wollte und sich gegen seinen Willen selbst strangulierte. Die deprimierenden Erinnerungen führen dazu, dass die Jungs, die die Verwandlung durchlebt habe, zu Außenseitern werden. Nicht verwunderlich also, dass Gally im Buch noch unsympathischer auftritt, man aber gleichzeitig ein höheres Verständnis für ihn entwickelt.

Telepathie? Fehlanzeige!

Die telepathische Verbindung zwischen Teresa und Thomas, die für mich gefühlt noch von Bedeutung sein wird, wurde zudem gestrichen. Und auch, dass die beiden so etwas wie ein Liebespaar vor dem Gedächtnisverlust gewesen zu sein scheinen und ihre Gefühle wieder hervorkommen, geht im Film völlig verloren. In der Verfilmung bekommt man lediglich eine Idee, dass es eventuell so sein könnte. Aber vermutlich auch nur, weil man es irgendwie erwartet.

Der Weg aus dem Labyrinth

Schließlich kommen wir zum Weg aus dem Labyrinth, der jeweils völlig unterschiedlich dargestellt sind. Im Film tötet Thomas einen Griewer, indem er es in der Nacht zwischen sich schließende Wege lockt und es schließlich eingeklemmt wird. Dem Griewer nimmt er einen „Schlüssel“ ab, der ihn schließlich zum Ausgang und gleichzeitig zum vermuteten Unterschlupf der Griewer führt. Dorthin kehren sie mit allen Willigen zurück und geben, unter Attacke der Griewer, den Code bestehend aus der Reihenfolge der offenen Abteile ein. Letztlich gelingt die Flucht und sie gelangen in das Labor, der Erschaffer, die inzwischen alle augenscheinlich tot sind. Ein Video klärt die Kinder über die Umstände in der Welt und das wütende Virus auf. Gally stellt sich den Überlebenden noch einmal in den Weg und tötet Chuck (Blake Cooper). Dann werden sie aus dem Labor befreit und mit dem Helikopter weg geflogen.
Im Buch locken Thomas und Minho die Griewer zum Kliff, wo sie schließlich nicht herunterfallen, sondern mitten im Fall spurlos verschwinden. Die beiden Jungs finden hier ein seltsames unsichtbares Loch, in dem sich die Griewer anscheinend tagsüber aufhalten. Nachdem die Tore nachts nicht mehr schließen und jede Nacht ein Junge von den Griewern geholt wird – nicht wie im Film, bei der in einer großen Attacke mehr als die Hälfte der Jungs getötet werden – und sie mit Hilfe der über Jahre abgefertigten Karten herausgefunden haben, dass die Zeichnungen der Sektionen übereinander gelegt Buchstaben und schließlich Wörter ergeben, begeben sie sich zum „Griewer-Loch“. Während die anderen Jungs die Griewer bekämpfen, springen Thomas, Teresa und Chuck in das Loch und geben an einem Computer den aus den Wörtern bestehenden Code ein. Die Überlebenden folgen und so machen sie sich auf ins Labor der Erschaffer, die noch alle am Leben sind. Gally im Arm erklärt eine Frau, was in der Welt vorging und warum die Jungs und Teresa ins Labyrinth eingesperrt wurden. Auch hier tötet Gally Chuck. Dann taucht eine neue Gruppe von Menschen auf, die die Erschaffer scheinbar töten, die „Lichter“ mit einem Bus abführen und noch weitere Informationen über den Wandel der Welt liefern.

Das Buch weiß mehr

Zum Ende des Buches wird klar, dass die Kinder Teil eines Experimentes waren beziehungsweise sind. Die Überlebenden bringen die Fähigkeit mit nie aufzugeben, auf die es die Erschaffer abgesehen haben. Sie sind begeistert von ihrer großen Ausbeute und leiten nun Phase zwei ein.

One comment

  1. Filmkritik: Maze Runner – Die Auserwählten im Labyrinth | Jil's Blog

    […] Diese Verfilmung fordert einen wirklich ausführlichen Vergleich und ist nich mit ein paar Worten abzuspeisen. Zum Vergleich Maze Runner – Buch vs. Film geht es hier! […]

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