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Studieren neben dem Beruf

Heute beschäftige ich mich mal mit einem ganz anderen Thema – dem Studium neben dem Beruf. Ein berufsbegleitendes Studium wird durch immer mehr Arbeitnehmer wahrgenommen, doch noch immer haben viele Menschen großen Respekt davor und scheuen sich vor der zusätzlichen Arbeit. Und hat man sich für diese Art der Fortbildung entschieden, steht noch die Entscheidung für ein Fernstudium oder ein Präsenzstudium aus. Und überhaupt, braucht man heutzutage eigentlich einen Bachelorabschluss, oder kann man sich seinen Weg in der Firma nicht auch ohne abgeschlossenes Studium bahnen? Um dieser Fragestellung auf den Grund zu gehen, stelle ich Euch meinen Werdegang dar, wie ich mit ihm umgegangen bin und gebe meine persönliche Empfehlung dafür ab.

Die Suche nach der “richtigen” Berufswahl

Wie viele junge Menschen wusste ich kurz vor dem Abitur noch nicht so recht, was ich in der Zukunft machen wollte. Trotz einiger Messebesuche und einem Haufen Informationsmaterial, wusste ich noch nicht, welchen beruflichen Weg ich einschlagen möchte – nur eins stand fest: “irgendwas mit Medien” soll es sein. Ja, ich gehöre zu dieser Bewegung, doch denke ich, dass ich diesen Weg letztlich durchaus mit Sinn und Verstand angegangen bin. Am Anfang habe ich mit einem Studium im Bereich Eventmanagement geliebäugelt. Problem an der Sache – dieser Studiengang wird hauptsächlich oder nahezu ausschließlich von privaten Hochschulen angeboten und kostet eine Menge Geld. Geld, dass ich, genauso wenig wie meine Eltern, nicht übrig hatte und auch immer noch nicht habe. Sicherheitsliebend wie ich bin, wollte ich mich als junger Mensch auch ungern mit einem Kredit von über 40.000 € belasten, der gerade die Studiengebühren abgedeckt hätte.

Kleiner Zwischenkommentar: Zum Glück habe ich nicht Eventmanagement studiert! Später habe ich erfahren habe, dass studierte Eventmanager absolut nicht gefragt sind. Hier wird Praxiserfahrung gefordert, die eine reines Studium einfach nicht leisten kann. Wer also ebenfalls in die Richtung gehen möchte, sollte besser Verantsaltungskaufmann lernen oder dual studieren!

Kauffrau für audiovisuelle Medien

Also musste etwas anderes her. Dabei wurde mir mehr und mehr klar, dass überhaupt ein Studium aus finanziellen Gründen für mich kaum möglich sein wird und nach 13 Jahren Schule hatte die Lust am Lernen zudem stark abgenommen. Folglich blieb mir nur die Möglichkeit eine betriebliche Ausbildung zu machen. Aber was gibt es denn für Ausbildungsberufe im Bereich Medien? Eine Frage, die mir so recht keiner beantworten konnte. So stand ich also zwei Monate vor dem Abitur ohne Ausbildungsplatz und ohne richtige Perspektive da. Kurzerhand habe ich ein Praktikum in der Onlineredaktion von Radio Hamburg und Oldie 95 bei der More GmbH anfangen dürfen und war mir binnen kürzester Zeit sicher, dass ich wirklich weiterhin im Bereich Medien tätig sein möchte. Eine Künstlerbetreuerin von Sony BMG brachte mir dann den Ausbildungsberuf “Kauffrau für audiovisuelle Medien” nahe. Diese Ausbildung habe ich dann beim Norddeutschen Rundfunk in Hamburg mit Auszeichnung abgeschlossen. Warum ich die Auszeichnung so betone? Weil sie die Basis für meine Fortbildung bildet, womit ich zurück zum eigentlichen Thema komme.

Wer mehr über den Ausbildungsberuf “Kauffrau / -mann für audiovisuelle Medien” beim NDR erfahren möchte, kann sich gerne meinen Erfahrungsbericht aus der Abteilung “Aufnahmeleitung” durchlesen und sich über die Homepage weiter informieren.

Begabtenförderung der Handelskammer

Dank meines guten Abschlusses, konnte ich mich auf ein Stipendium bei der Handelskammer bewerben, welches ich schließlich auch bekommen habe. Dieses Stipendium bezuschusst Fortbildungsmaßnahmen in Höhe von 6.000 € und ist daher eine sehr gute Möglichkeit für motivierte Auszubildende bzw. ehemalige Auszubildende sich beispielsweise eine Sprachreise oder wie in meinem Fall ein berufsbegleitendes Studium zu finanzieren. Ein Vollzeitstudium war für mich weiterhin unmöglich, aber dank meines Einkommens als Vollzeitkraft und der Bezuschussung durch die Handelskammer, konnte ich letztlich die immerhin noch hohen Studiengebühren bezahlen und somit doch noch studieren.

Warum noch ein Studium?

Doch wieso überhaupt ein Studium nach der Ausbildung – “Da fragt doch eh keiner mehr nach.” Leider stimmt das nicht immer. Natürlich gibt es immer wieder die Führungskräfte, die nie studiert haben und so ihren Weg durch die Hierarchien gemacht haben. Aber in der heutigen Zeit kann fast jede (zukünftige) Führungskraft mindestens mit einem Bachelor-, wenn nicht gar mit einem Masterabschluss glänzen. Ich persönlich wollte nicht irgendwann vor der Schranke stehen, die mir ein Weiterkommen aufgrund des fehlenden Bachelors versperren könnte. Ob nun speziell ein Masterabschluss in meiner Branche notwendig ist, halte ich für fragwürdig. Aber einen Bachelorabschluss sollte man schon aufweisen können, wenn man nicht ewig in unterster Riege verweilen möchte.

Berufsbegleitendes Studieren

Nun stellten sich also zunächst die Fragen: was studieren? Und: wie studieren? Nach Besuchen in Job-Centern, die absolut nichts gebracht haben und nur Zeit gekostet haben, nach weiteren Messebesuchen und nach intensiver Internetrecherche bin ich auf das Bachelorstudium “Media and Communication Management” gestoßen. Ich habe mich direkt bewusst gegen ein Fernstudium entschieden, da ich mir nicht zugetraut habe, mich nach der Arbeit noch abends hinzusetzen und Skripte durchzuarbeiten. Ich habe mich für ein Anwesenheitsstudium an der Hochschule Fresenius entschieden und bin mit dieser Entscheidung nach wie vor sehr glücklich. Zwar gehen dafür bis zu drei Abende die Woche und viele Samstage für Vorlesungsbesuche drauf, dafür können entstehende Fragen direkt im Dialog mit dem Mentoren geklärt werden. Insgesamt gefällt mir die Art und Weise der Vorlesungen an der HS Fresenius sehr gut. Die Mentoren halten nicht stundenlange Monologe, sondern binden die Studenten stetig ein, sodass – auch durch die kleinen Gruppen – eher ein Unterrichtseindruck einsteht. Dies ist natürlich eine sehr subjektive Meinung. Andere empfinden diese Vorlesungsweise bestimmt eher als anstrengend und nervtötend – aber für mich ist sie genau richtig. Auch ist es, aufgrund dieser Gegebenheiten, nicht fatal, wenn an einzelnen Vorlesungen nicht teilgenommen werden kann, da die Mentoren, in den meisten Fällen sehr hilfsbereit sind, und Inhalte auf Wunsch wiederholen. Bei all den positiven Aspekten sei allerdings zu erwähnen, dass die HS Fresenius noch immer einige organisatorische Probleme birgt und manche Fächer bzw. Aufgabenstellungen nicht auf berufsbegleitende Studenten abgestimmt sind. In solchen Fällen kommt es wirklich zu einem Mehraufwand, der kaum neben einer Vollzeitbeschäftigung zu stemmen ist. Ansonsten ist diese Art des Studiums denke ich jedoch für jeden ehrgeizigen Menschen, der sich fortbilden will, absolut empfehlenswert. Stressig wird es natürlich während der Klausurphasen, doch hier gilt wie bei jeder Maßnahmen, je besser man im “Unterricht” mit macht, desto weniger muss man sich später aneignen. Somit habe ich nach bereits 1,5 Jahren Studium neben dem Beruf noch immer Freude daran , freue mich aber natürlich auch bereits darauf, den Bachelorabschluss in knapp zwei Jahren endlich in der Tasche zu haben.

Zusammenfassung

Alles in allem würde ich jedem Menschen mit Zielen ein Studium empfehlen und gerade ein berufsbegleitendes Studium ist für den beruflichen Werdegang bestens geeignet. Hier werden berufliche Praxis mit der entsprechenden Theorie optimal vereint. Dies bringt im Konkurrenzkampf um beliebte Arbeitsplätze eventuell den entschiedenen Vorteil, da man in der Regel einen Bachelorabschluss mit Mitte 20 in der Tasche hat und zudem bereits mehrere Jahre Berufserfahrung aufweisen kann. Ob Fern- und Präsenzstudium muss aber letztlich jeder für sich selbst entscheiden, je nach Präferenz sowie nach persönlichen Eigenschaften und Fähigkeiten.

One comment

  1. Lange nichts gelesen! | Jil's Blog

    […] zwischen den Feiertagen und am Anfang des Jahres sowie das schier unendliche Lernpensum für mein Studium hielten mich davon leider […]

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